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06 Mai 2009
Die Philosophie in Italien -- im Spiegel ihrer Zeitschriften
Piero Di Giovanni hat bei FrancoAngeli eine dreibändige Aufsatzsammlung namens La Cultura Filosofia Italiana attraverso le Riviste 1945-2000 herausgegeben; ich habe hier gerade den zweiten Band (Mailand 2008). Der erste Band erschien wohl schon 2006. Ich wünschte, so etwas würde es für Deutschland geben: die ganze Zeitgeschichte der Philosophie wird darin lebendig.
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20. Jahrhundert,
Italien,
Zeitschrift
12 Dezember 2008
Philosophie in Deutschland seit 1945
Norbert Kapferer, verdienter Philosophiehistoriker der jüngeren Geschichte, hat den ersten Band einer Philosophiegeschichte Deutschlands zwischen 1945 und 1995 vorgelegt, erschienen bei Kovac in Hamburg. Kapferer legt besonderes Augenmerk auf die wechselhaften Einflüsse der beiden Deutschlands aufeinander in der Zeit.
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20. Jahrhundert,
Deutschland,
Nachkriegszeit
16 Juni 2008
Der Ursprung der gegenwärtigen Philosophie
Tja, welcher Philosoph kann wohl zu Recht so genannt werden? Wittgenstein? Heidegger? Man muss ohnehin, wie es mehrere Philosophien gibt, mit mehreren Ursprüngen rechnen. Ich bin schnell mit Frege bei der Hand, was die Analytische Philosophie angeht, der ja bekanntlich Einfluss auf Russell, Carnap und Wittgenstein hatte. Alfredo Marini nennt sein Buch (2. erw. Aufl. Mailand, 2008) Alle origini della filosofia contemporanea : Wilhelm Dilthey und wirft sich damit voll auf die hermeneutische Schiene (die in Italien mittlerweile stärker präsent ist als in Deutschland).
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20. Jahrhundert,
Italien
13 Februar 2008
Kröners Philosophie der Gegenwart
1991 kam es zum ersten Mal raus, das Nachschlagewerk 'Philosophie der Gegenwart in Einzeldarstellungen' im handlichen Kröner-Lexikonformat. Ich konnte es damals über den Mitherausgeber Nida-Rümelin mit Hörerschein beziehen, Mitte der 90er, und scherte mich darum nicht um die zweite Auflage. Ich habe das immer gern benutzt als raschen Überblick; ich hatte dabei stets den Eindruck, dass da Leute geschrieben haben, die sich auskennen.
2007 ist eine dritte Auflage erschienen, und da haben Nida-Rümelin und die neue Mitherausgeberin Elif Özmen ausgemistet, indem sie sich darauf besannen, was "Gegenwart" eigentlich bedeutet. Auf die "klassischen" Autoren des 20. Jahrhunderts wollten sie nicht verzichten, also haben sie 34 Artikel verschoben in das Bändchen "Klassiker der Philosophie des 20. Jahrhunderts". Dort findet man Adorno, Arendt, Austin, Bloch, Carnap, Cassirer, Davidson ... scheint, dass die alle tot sind. Aber nein, mit Habermas und Putnam sind dort mindestens zwei lebende verzeichnet. Ob das bedeutet, dass Nida-Rümelin und Özmen von denen nicht mehr viel erwarten?
Die Lösung: Es gibt Überschneidungen. Die dritte 'ausgemistete' Auflage der Philosophie der Gegenwart mit 120 Philosophen (Inhalt, pdf) aus den letzten 40 Jahren ist wunderbar ausführlich, aber sie enthält, natürlich, auch Artikel über Davidson, Derrida, Foucault, Gadamer, Habermas, Kuhn, Levinas, Putnam, Quine, Rawls, Strawson, wie der Klassiker-Band. Und zwar dieselben Artikel. Von den 34 Artikeln der Klassiker sind also ein Drittel in dem Gegenwarts-Band: das hätte Kröner doch besser lösen können! Mir persönlich wären statt der Redundanzen lieber gewesen, die Herausgeber hätten noch ein paar mehr Klassiker aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts ausgegraben, z.B. Josiah Royce oder William James, Neurath, Natorp oder Cohen, Windelband oder Rickert, oder Bergson. Um nur die zu nennen, die mir jetzt gerade mal so einfallen.
2007 ist eine dritte Auflage erschienen, und da haben Nida-Rümelin und die neue Mitherausgeberin Elif Özmen ausgemistet, indem sie sich darauf besannen, was "Gegenwart" eigentlich bedeutet. Auf die "klassischen" Autoren des 20. Jahrhunderts wollten sie nicht verzichten, also haben sie 34 Artikel verschoben in das Bändchen "Klassiker der Philosophie des 20. Jahrhunderts". Dort findet man Adorno, Arendt, Austin, Bloch, Carnap, Cassirer, Davidson ... scheint, dass die alle tot sind. Aber nein, mit Habermas und Putnam sind dort mindestens zwei lebende verzeichnet. Ob das bedeutet, dass Nida-Rümelin und Özmen von denen nicht mehr viel erwarten?
Die Lösung: Es gibt Überschneidungen. Die dritte 'ausgemistete' Auflage der Philosophie der Gegenwart mit 120 Philosophen (Inhalt, pdf) aus den letzten 40 Jahren ist wunderbar ausführlich, aber sie enthält, natürlich, auch Artikel über Davidson, Derrida, Foucault, Gadamer, Habermas, Kuhn, Levinas, Putnam, Quine, Rawls, Strawson, wie der Klassiker-Band. Und zwar dieselben Artikel. Von den 34 Artikeln der Klassiker sind also ein Drittel in dem Gegenwarts-Band: das hätte Kröner doch besser lösen können! Mir persönlich wären statt der Redundanzen lieber gewesen, die Herausgeber hätten noch ein paar mehr Klassiker aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts ausgegraben, z.B. Josiah Royce oder William James, Neurath, Natorp oder Cohen, Windelband oder Rickert, oder Bergson. Um nur die zu nennen, die mir jetzt gerade mal so einfallen.
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20. Jahrhundert,
Nachschlagen
24 September 2006
Deutsche Philosophie nach 1945 aus französischer Perspektive
Gérard Raulet: La philosophie allemande depuis 1945 (Paris : Colin, 2006). Auf dem Cover sind Habermas (ach was!), ein gruseliges Bild von Gadamer, Jaspers, Heidegger, und Sloterdijk, schlank und jung. Drinnen findet man aber auch, und unter anderen: Marcuse, Frankfurter Schule, Honneth, Waldenfels, Bubner, Bloch, Bohrer, Tugendhat, Spaemann, Lübbe, Peter Bürger, Manfred Riedel, Hans Jonas, Schulz, Theunissen, Blumenberg, Henrich und Marquard. Das ist doch eine Mischung! Und wieder einmal der von mir geschätzte Blick von außen.
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Deutschland,
Geschichte
16 August 2006
Wer ist der Größte?
Gerade liegt der fünfte und letzte Band von John Shands Central Works of Philosophy vor mir, er ist 2006 bei Acumen erschienen und behandelt Quine and after. Die Sammlung enthält neue Essays über zentrale Werke und ist damit ein Mittelding aus Einführung und Nachschlagewerk, näher bei einer Einführung allerdings, weil man für "Quine and after" gerade mal auf 14 Werke kommt, die besprochen werden. Bei fünf Bänden und einer ähnlichen Quote umfasst das Gesamtwerk demnach rund 70 "zentrale Werke", naja. Der erste Band heißt "Ancient and medieval" und erledigt damit von den im Vorwort angekündigten 2.500 Jahren Philosophiegeschichte schon mal 4 Fünftel. Band 2 widmet sich dem 17. und 18. Jahrhundert, Band 3 dem 19., Band 4 heißt "Moore to Popper". Shand hat sich also nicht gescheut, zu kanonisieren, besonders, was das 20. Jahrhundert angeht. Man fragt sich, welche deutschen Philosophen vor seinen Augen Gnade gefunden haben. Im 5. Band: keiner. Wir haben Essays über Quine, Strawson, Rawls, Nozick, Dummett, Rorty, Davidson, Kripke, Putnam, Williams, Nagel, Lewis, Charles Taylor und McDowell. Dessen Mind and World ist von 1994 und damit das neueste aufgenommene Werk.
Wie steht es mit Band 4? Enthält Essays über "Moore, Russell, and Wittgenstein, as well as Carnap, Ayer, James, Husserl, Heidegger, Sartre, Merleau-Ponty, Ryle, and Popper".
Gegen diese Auswahl kann man sicher manche Einwände erheben... Jedem werden andere einfallen. Mir jedenfalls scheint Volpis Großes Werklexikon der Philosophie eine lohnendere Anschaffung!
Wie steht es mit Band 4? Enthält Essays über "Moore, Russell, and Wittgenstein, as well as Carnap, Ayer, James, Husserl, Heidegger, Sartre, Merleau-Ponty, Ryle, and Popper".
Gegen diese Auswahl kann man sicher manche Einwände erheben... Jedem werden andere einfallen. Mir jedenfalls scheint Volpis Großes Werklexikon der Philosophie eine lohnendere Anschaffung!
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20. Jahrhundert,
Kanon
21 Februar 2006
Geschichten der spanischen Philosophie ...
gibt es nicht so viele; ein "Panorama" derselben im 20. Jahrhundert bietet Armando Savignano in seinem neuen Buch Panorama della filosopfia spagnola del novecento (Marietti, 2005). Die Kapitel gelten Machado, Unamuno, der katalanischen Philosophie, Santayana, Ruibal und anderen; natürlich kommt auch Zubiri drin vor. Ein besonderes Kapitel ist der Philosophie zu Francos Zeit gewidmet. Jedes Kapitel ist um bibliographische Angaben ergänzt. Auf deutsch scheint's was ähnliches nicht zu geben, also muss man schon auf einem anderen Teller sein, um über den Tellerrand zu blicken?
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20. Jahrhundert,
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Spanien
13 Oktober 2005
Um 1900 feiern Literatur und Erkenntnistheorie Hochzeit
Thomas Mann, Hermann Broch, Robert Musil und andere Schriftsteller nehmen die Erkenntnistheorie ihrer Zeit zur Kenntnis und verwandeln sie in etwas Neues. Musil, der bekanntlich über Ernst Mach promoviert hat, ist dabei vielleicht das prominenteste und auch besterforschte Beispiel. Jetzt geht ein Sammelband, hg. von Christine Maillard (Littérature et théorie de la connaissance 1890-1935, Strasburg: Presses universitaires de Strasbourg, 2004), in insgesamt 20 Beiträgen dem Zusammenspiel von Literatur und Erkenntnistheorie um 1900 nach. Die Aufsätze sind deutsch und französisch; neben Germanisten haben hier auch Philosophen mitgewirkt. Die Münchnerin Verena Mayer z.B. sucht "Konstitutionsbeziehungen in der Philosophie um 1900" auf; Christine Maillard schreibt über die erkenntnistheoretischen Ansichten Alfred Döblins; Armin Westerhoff begreift Musils Poetologie als Erkenntnistheorie. Eine feine Sache!
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