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22 November 2007

K.I.T.T. schwul?

Diese Frage ist sicher keine philosophische. Die Frage, woher man das wissen kann, schon: Erstens erkenntnistheoretisch, zweitens anthropologisch, drittens queer.
Das Auto mit dem roten Schlitz, das ich heute für einen Zylonen halten würde, habe ich seinerzeit nicht wirklich oft gesehen. Daher erinnere ich mich nur dunkel an eine einschmeichelnde männliche Synchronstimme. Wer dem ersten Link oben folgt, liest, dass Hasselhoff (Experte?) seine Ansicht über KITTs sexuelle Orientierung mit dem Verhalten des Autos und mit seinem eigenen begründet. "Nicht jugendfreie Szenen" mit einem Auto können schließlich nur solche sein, in denen der menschliche Akteur für die Alterseinstufung sorgt.
Hoffs liegen also ein paar unhinterfragte Prämissen zugrunde, z.B. dass das Auto männlich ist, 2. das Autoverhalten genauso zu deuten ist wie Menschenverhalten. Welche Evidenzen haben wir für KITTs Männlichkeit? Welche für seine Menschlichkeit?
Wahrscheinlich müsste man sich besser in der Serie auskennen, um zu wissen, ob KITT überhaupt so was wie Persönlichkeit hat. Das Verhalten, insbesondere den Satz "Soll ich dich nach Hause bringen", würde ich aber ohnehin eher als typisches elterliches Verhalten deuten, gegenüber einem Kind, das noch nach Hause begleitet werden muss. (Denn dass KITT gemeint habe, zu Hause wolle es sich mit seinem Fahrer ins Bett legen, halte ich für keine plausible Prämisse.)

19 November 2007

Schwule und feministische Anthropologie

laufen entgegengesetzt, entnehme ich Michael Gronebergs Aufsatz 'Bullenmänner' - Zur Biologisierung männlichen Begehrens. Während feministische Theoretikerinnen "no nature" in der Frage, wie das biologische Geschlecht auf das Verhalten wirke, vertreten, ziehen sich Schwule (aus politischen Gründen) auf "no choice" zurück. Dass sie darin ein genetisches Argument haben in Studien von Dean Hamer und Peter Copeland, war mir neu. Groneberg zitiert aber nicht nur zugleich Hamers eigenes vorsichtiges Resumee, dass Männer lediglich stärker als Frauen in ihren sexuellen Präferenzen erblich bedingt seien, er weist auch darauf hin, dass diesen Ergebnissen womöglich eine bestimmte Forschungsstrategie zugrundelag. Wenn Frauen und Männer am Ende des 20. Jahrhunderts die Plätze getauscht haben an den Polen Kultur und Natur, dann haben vielleicht beide etwas davon. -- Nur dass das in der Alltagskultur noch nicht angekommen ist.

Der Aufsatz Gronebergs in: Ders. (Hg.), Der Mann als sexuelles Wesen : zur Normierung männlicher Erotik. Fribourg : Academic Press, 2006, 5-36.