Vor einiger Zeit habe ich auf eine neue philosophische Veröffentlichung zur Frage hingewiesen. Dabei ist mir allerdings nicht aufgefallen, dass es ja eine Tradition seit der Antike gibt, die sich mit der Frage befasst bzw. die eben vertritt, dass es besser sei. Als erster Zeuge dafür wird Silen angeführt, der von Midas befragt wurde (das ist der mit den Goldfingern), was er denn dem Menschen am zuträglichsten erachte. Der darauf: Wenn er nicht geboren würde, und danach, wenn er gleich wieder stürbe (so gibt das Hederichs Lexikon wieder).
Darüber und über die Conditio humana "zwischen Aischylos und Nietzsche" mehr in Umberto Curi: Meglio non essere nati. Turin : Bollati Boringhieri, 2008.
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06 August 2008
28 Februar 2007
Der Sinn des Lebens?
Yuval Lurie hat es gewagt, ein Buch darüber zu schreiben. Es beginnt mit der Beobachtung, dass a) diese Frage einen persönlichen wie einen überpersönlichen Sinn hat und b) der traditionellen Antworten im 20. Jahrhundert zwei sind: die eine ist phänomenologisch und beginnt mit der Umformulierung der Frage, etwa zum "Sinn der Existenz" oder des "Daseins". Die Phänomenologen
Die andern reagieren, natürlich, mit dem Versuch, zu zeigen, dass die Frage nicht sinnvoll gestellt ist und warum das so ist.
Lurie will keins von beiden, und da hilft ihm auch seine Motivation: ihm geht es auch um den persönlichen Sinn der Frage. Danken wir der University of Missouri Press (Columbia), dass sie Tracking the meaning fo life : a philosophical journey 2006 veröffentlicht hat, so dass man nicht auf die hebräische Ausgabe von 2002 angewiesen ist, wenn man Lurie auf seiner Reise folgen will!
then formulate their intricate answers to the question by means of s specialized, weighty, and complicated philosophical jargon, one stage after another, as though engaged in careful and meticulous archaeological excavation that is meant to uncover, layer by layer, an ancient structure that has been covered by rocks and debris over the years.
Die andern reagieren, natürlich, mit dem Versuch, zu zeigen, dass die Frage nicht sinnvoll gestellt ist und warum das so ist.
Lurie will keins von beiden, und da hilft ihm auch seine Motivation: ihm geht es auch um den persönlichen Sinn der Frage. Danken wir der University of Missouri Press (Columbia), dass sie Tracking the meaning fo life : a philosophical journey 2006 veröffentlicht hat, so dass man nicht auf die hebräische Ausgabe von 2002 angewiesen ist, wenn man Lurie auf seiner Reise folgen will!
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14 August 2006
Der Sinn des Lebens
Dass jeder sich den Sinn seines Lebens selber geben müsse, das würde ich darauf sagen. Will Durant, Historiker und Philosoph, näherte sich der Frage 1930 ein wenig anders: mit einer Umfrage unter den Geistesgrößen seiner Zeit. Durant fasste diese zusammen und machte ein Buch daraus, das 1932 erschien und -- glaubt man dem Klappentext der Neuausgabe -- bald vergessen war. Jetzt ist es neu aufgelegt, präsentiert mit dem obligatorischen Zweidrittelhimmel als Umschlagbild vorne und dem Sonnenauf- oder untergang hinten, in einem Verlag namens promethean press (offenbar gibt es mindestens zwei Verlage, die so heißen). Neben ausführlichen Briefen der verschiedensten Leute liest man auch die knappen Antworten der Skeptiker; so habe G. B. Shaw nur geantwortet:
Antworten, die für andere gültig sind, müssen auf deren Kontext Rücksicht nehmen können. Wenn der Fragende z.B. gerade seine ganze Familie durch einen Autounfall verloren hätte, wäre die Antwort, der Sinn des Lebens sei zu lieben und geliebt zu werden, riskant, weil sie den Fragenden direkt an seinen Verlust erinnert. Welchen Sinn des Lebens braucht man?
How the devil do I know?Der Klappentext teilt noch etwas mehr zur Entstehung mit. Will Durant war gerade im Garten beim Laubrechen, als ein gutgekleideter junger Mann auf ihn zutrat und ihm mit ruhiger Stimme sagte, wenn Durant ihm nicht sofort einen guten Grund nennen würde, warum er es nicht tun sollte, würde er sich jetzt umbringen. Durant habe ihm eine Reihe von Gründen genannt, und der Mann habe auf dem Absatz kehrt gemacht und ward nicht mehr gesehen. Na, so eine Geschichte würde mich auch beschäftigen!
Has the question itself any meaning?
Antworten, die für andere gültig sind, müssen auf deren Kontext Rücksicht nehmen können. Wenn der Fragende z.B. gerade seine ganze Familie durch einen Autounfall verloren hätte, wäre die Antwort, der Sinn des Lebens sei zu lieben und geliebt zu werden, riskant, weil sie den Fragenden direkt an seinen Verlust erinnert. Welchen Sinn des Lebens braucht man?
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