"... es una de las cabezas preclaras de la filosofía espanola y mundial del último siglo". Oder zu deutsch, der besagte ist einer der klarsten Köpfe der spanischen Philosophie und der Welt im letzten Jahrhundert!
Lese ich so eine Feststellung, denke ich immer gleich: wieso habe ich noch nie von dem gehört? Aber abgesehen davon, dass ja nicht behauptet wird, er sei wichtig oder berühmt, ist dies die typische Vergrößerung des intellektuellen eigenen Landkreises auf der Weltkarte der Philosophie.
Hier eine Horizonterweiterung. Und hier aus der spanischen Wikipedia.
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11 Juni 2008
15 Januar 2007
Auf der Suche nach einem spanischen Philosophen des 18. Jahrhunderts
Wer mehr Sprachen kann, lebt besser: auf die Gefahr hin, den Kennern nichts Neues zu sagen, möchte ich das Scholasticon als großartige philosophische Netzressource angeben. Gerade war ich auf der Suche nach Informationen über den spanischen Philosophen Juan de Nájera, den Brockhaus, Meyer und Wikipedia nicht kennen, von dem ich nichts weiß, außer dass er so heißt, wie er heißt. Das Scholasticon, eine französische Webseite, die an der freien Universität Brüssel erstellt wurde, kennt immerhin eines der Werke von Nájera und dessen Erscheinungsdatum: 1720 und Ort, so dass ich ihn zeitlich etwas eingrenzen kann. Die spanische Nationalbibliothek kennt den Namen auch und weitere Veröffentlichungen:
Desengaños filosoficos (Sevilla 1737). Maignanus redivivus (1720).
Wo erfährt man mehr? In einer Geschichte der spanischen Philosophie, sicher, wenn man eine zur Hand hat. Vielleicht im World Biographical Information System (Saur / Thomson Gale), das dank der DFG in jeder deutschen wissenschaftlichen Bibliothek zur Verfügung steht. Dort findet man einen Juan Jacint0 de Nájera, von dem der Eintrag weiß, dass es ein Sevillanischer Schriftsteller gewesen sei, mit einem Werktitel von 1728 (der Eintrag stammt aus einem Lexikon spanischer Schriftsteller von 1923). Schließlich führt Google auf die Online-Diss (pdf) eines Julián López Chruchet von 2001, die sich Nájera widmet und in deren Literaturverzeichnis man weitere Angaben zur Primärliteratur findet: und keine Reprints. Lebensdaten haben wir damit nicht, aber auf dem Wege noch erfahren, dass er wohl Franziskaner war.
Nicht viel: aber besser als nix.
Desengaños filosoficos (Sevilla 1737). Maignanus redivivus (1720).
Wo erfährt man mehr? In einer Geschichte der spanischen Philosophie, sicher, wenn man eine zur Hand hat. Vielleicht im World Biographical Information System (Saur / Thomson Gale), das dank der DFG in jeder deutschen wissenschaftlichen Bibliothek zur Verfügung steht. Dort findet man einen Juan Jacint0 de Nájera, von dem der Eintrag weiß, dass es ein Sevillanischer Schriftsteller gewesen sei, mit einem Werktitel von 1728 (der Eintrag stammt aus einem Lexikon spanischer Schriftsteller von 1923). Schließlich führt Google auf die Online-Diss (pdf) eines Julián López Chruchet von 2001, die sich Nájera widmet und in deren Literaturverzeichnis man weitere Angaben zur Primärliteratur findet: und keine Reprints. Lebensdaten haben wir damit nicht, aber auf dem Wege noch erfahren, dass er wohl Franziskaner war.
Nicht viel: aber besser als nix.
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18. Jahrhundert,
Nachschlagen,
Nájera,
Spanien
09 Oktober 2006
Wie Kant in Spanien gelesen wurde
verrät Kant en España: el neokantismo en el siglo XIX, hg. von José Luis Villacañas Berlanga. - Madrid : Verbum, 2006. Der Band enthält neben einer einleitenden, knapp 140 Seiten umfassenden Studie und einer kurzen Bibliographie vor allem Quellentexte, von Manuel de la Revilla, José del Perojo und Kuno Fischer.
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19. Jahrhundert,
Kant,
Spanien
21 Februar 2006
Geschichten der spanischen Philosophie ...
gibt es nicht so viele; ein "Panorama" derselben im 20. Jahrhundert bietet Armando Savignano in seinem neuen Buch Panorama della filosopfia spagnola del novecento (Marietti, 2005). Die Kapitel gelten Machado, Unamuno, der katalanischen Philosophie, Santayana, Ruibal und anderen; natürlich kommt auch Zubiri drin vor. Ein besonderes Kapitel ist der Philosophie zu Francos Zeit gewidmet. Jedes Kapitel ist um bibliographische Angaben ergänzt. Auf deutsch scheint's was ähnliches nicht zu geben, also muss man schon auf einem anderen Teller sein, um über den Tellerrand zu blicken?
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20. Jahrhundert,
Geschichte,
Spanien
21 November 2005
Worüber man sich in Spanien aufregt: Ist Gott ein kulturelles Phänomen?
Der spanische Philosoph José Antonio Marina (hier ein spanisches Interview mit Bild), einer der bekannteren, hat einen Beststeller geschrieben, Das Gottesgutachten (hier Inhaltsverzeichnis). Jetzt kann man auf deutsch nachlesen, was die "spanischsprachigen Länder", wie es in der Verlagsinformation heißt, daran aufregt und dem Buch mindestens die fünfte Auflage eingebracht hat. Im Vorwort zur fünften Auflage, das der deutschen Übersetzung beigegeben ist, erläutert Marina, was seine Kritiker aufgeregt hat -- natürlich haben sie ihn alle missverstanden. Es sind vier Punkte:
1. Er schreibt "von außerhalb des religiösen Phänomens", wie ein "Außerirdischer". Dieses auch in den Kritiken zitierte Wort ist für Philosophen leichter zu verstehen mit Marinas Verweis auf seinen "Meister" Husserl: dass man alle Glaubensüberzeugungen "in Parenthese" zu setzen habe.
2. Marina trennt zwischen religiöser oder übernatürlicher Erfahrung und natürlicher Erfahrung. Diese beiden Bereiche hätten unterschiedliche Modi der Verifikation (oder unterschiedliche Wahrheitsbegriffe). Mit andern Worten: die Schwierigkeit besteht darin, die Brücke zu schlagen. Denn manche Aussagen können "aufgrund ihres besonderen Charakters" das "Stadium der privaten Verifikation nicht verlassen". Raten Sie mal, wo hinein die Religion gehört...
3. Religion ist ein kulturelles Phänomen, Gott ein "kulturelles Objekt". Wer in Spanien geboren wird, wird höchstwahrscheinlich Katholik, in Saudi-Arabien ebenso höchstwahrscheinlich Moslem. Die Kultur verleiht den religiösen Erfahrungen ihre Bedeutung, so Marina.
4. "Die Religionen müssten sich universalen ethischen Kriterien unterwerfen", die Ethik sei ein "muttermörderischer Abkömmling" der Religion.
Dass diese Thesen bei uns für solche Aufregung sorgen, glaube ich eigentlich nicht. Was die letzte angeht, so habe ich das doch in einem Aufsatz aus den fünfziger oder sechziger Jahren schon irgendwo gelesen, Philippa Foot? Elizabeth Anscombe? Ist jedenfalls die logische Folge aus Eutyphrons Dilemma.
1. Er schreibt "von außerhalb des religiösen Phänomens", wie ein "Außerirdischer". Dieses auch in den Kritiken zitierte Wort ist für Philosophen leichter zu verstehen mit Marinas Verweis auf seinen "Meister" Husserl: dass man alle Glaubensüberzeugungen "in Parenthese" zu setzen habe.
2. Marina trennt zwischen religiöser oder übernatürlicher Erfahrung und natürlicher Erfahrung. Diese beiden Bereiche hätten unterschiedliche Modi der Verifikation (oder unterschiedliche Wahrheitsbegriffe). Mit andern Worten: die Schwierigkeit besteht darin, die Brücke zu schlagen. Denn manche Aussagen können "aufgrund ihres besonderen Charakters" das "Stadium der privaten Verifikation nicht verlassen". Raten Sie mal, wo hinein die Religion gehört...
3. Religion ist ein kulturelles Phänomen, Gott ein "kulturelles Objekt". Wer in Spanien geboren wird, wird höchstwahrscheinlich Katholik, in Saudi-Arabien ebenso höchstwahrscheinlich Moslem. Die Kultur verleiht den religiösen Erfahrungen ihre Bedeutung, so Marina.
4. "Die Religionen müssten sich universalen ethischen Kriterien unterwerfen", die Ethik sei ein "muttermörderischer Abkömmling" der Religion.
Dass diese Thesen bei uns für solche Aufregung sorgen, glaube ich eigentlich nicht. Was die letzte angeht, so habe ich das doch in einem Aufsatz aus den fünfziger oder sechziger Jahren schon irgendwo gelesen, Philippa Foot? Elizabeth Anscombe? Ist jedenfalls die logische Folge aus Eutyphrons Dilemma.
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