Von vielen der ILLC-Veröffentlichungen verstehe ich nur Bahnhof. Das ILLC ist das Institute for Logic, Language and Computation der Universität Amsterdam, und es entfaltet eine rege Publikationstätigkeit, unter anderem mit einer Preprint-Serie, die wir gedruckt bekommen, die aber auch komplett online verfügbar hier ist: http://www.illc.uva.nl/Publications/reportlist.php?Series=PP. Da gibt es Aufsätze wie "Interpretability in PRA" (pdf), bei dem man als Laie nur raten kann, was PRA wohl bedeutet, da die Autoren Leser voraussetzen, die das wissen. Und die dann mit der Bemerkung was anfangen können, IL(PRA) sei weder ILM noch ILP.
Die Erschließung von solchen Sachen ist eine pain in the ass.
Andererseits findet man aber auch Aufsätze, die schon mit einem allgemeinverständlichen Titel glänzen, wie Sara Uckelmans "Three 13th-century views of quantified modal logic" (pdf). Wikipedia hat übrigens einen lesenswerten Artikel zur Modallogik, der auch ein paar Bemerkungen zur Geschichte macht: im Mittelalter habe sich Duns Scotus mit modallogischen Begriffen beschäftigt. Uckelman untersucht 3 mittelalterliche Texte und kommt zu dem Ergebnis, dass darin die Quantifizierung modallogischer Ausdrücke (die in der gegenwärtigen Logik für unfruchtbar erachtet wird laut Uckelman) eine nachgerade folgerichtig fortschreitende und systematische Entwicklung war mit achtbaren Ergebnissen und, nach ihrem Urteil, sich konzeptuell natürlicher ergibt als die gegenwärtige Behandlung nichtquantifizierter Ausdrücke. Ah, ich merke, dass ich wieder beim Bahnhof angekommen bin...
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16 Juni 2009
02 Februar 2008
Das Leib-Seele-Problem im Mittelalter
hat es nicht gegeben. Schreibt Peter King in einem im Sammelband Forming the mind : essays on the internal senses and the mind/body problem from Avicenna to the medical enlightenment (hg. von Henrik Lagerlund. - Dordrecht : Springer, 2007) abgedruckten Aufsatz (187-205). Er meint, das liege daran, dass die so erfolgreiche Unterscheidung zwischen primären und sekundären Qualitäten erst später eingeschlagen sei. Und erst das Konzept der sekundären Qualitäten habe die Frage aufgeworfen, wo denn eigentlich diese Eigenschaften beheimatet seien, wenn nicht in den Dingen selbst. Und auch 'Schmerz' als Standardfall der 'Sensation' wurde im Mittelalter nicht als rein mentales Geschehen betrachtet, sondern als Anzeichen eines beschädigten oder überlasteten Sinnesorgans. Damit ist Schmerz genauso rätselhaft wie die übrigen Sinnesdaten und wirft dieselben Fragen auf.
10 Oktober 2006
Mittelalterliche Skepsis
Dominik Perler, exzellenter Kenner der mittelalterlichen Philosophie, geht in seinem neuen Buch Zweifel und Gewissheit (Frankfurt am Main : Klostermann, 2006) den "skeptischen Debatten im Mittelalter" nach. Interessant der Aufbau seines Buches: systematisch, orientiert daran, woran gezweifelt wurde: so dass die Debatten als Folge von Argumenten in ihrer Entwicklung dargestellt werden können. Perler schreibt sehr lesbar, auch für diejenigen, die wie ich nicht so im Mittelalter zu Hause sind. Das buch wurde in der FAZ rezensiert, und der Verlag hat es sich nicht nehmen lassen, die Lobesworte von Pawlik auf seiner Homepage zu zitieren.
Tags:
Mittelalter,
Skeptizismus
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