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18 Oktober 2008

Was Philosophiestudierte können

Gibt es sowas eigentlich auch auf deutsch? Eine Zusammenstellung der Dinge, die man gelernt hat bzw. haben sollte, wenn man Philosophie studiert hat -- vom Arbeitsmarkt aus betrachtet? Eine Zusammenstellung der Quality Assurance Agency for Higher Education. Wenn man das liest, kann es eigentlich kein besseres Fach als Philosophie geben! Da ist man dann bestens gerüstet für den Arbeitsmarkt, auch wenn man hin und wieder "non-vocatonal courses" besucht hat. Den Ausdruck habe ich übrigens aus einem andern englischen Highlight, nämlich der Broschüre "Where next? Unlocking the potential of your philosophy degree" (pdf). Die sagt genau, worauf es ankommt: "There are plenty of career opportunities for philosophy graduates, but often in roles that bear no obvious relation to the study of philosophy, so you need to be able to demonstrate sound personal transferable skills, which emplyers value." Das ganze klingt wunderbar positiv. So gibt es z.B. zum Thema Fähigkeiten der "Business and / or organisation awareness" den Hinweis: "Although this set of skills seems to be purely related to work experience, as a philosophy student you are very well equipped to build up this type of knowledge". Soll heißen: "Weiste zwar nicht nach nem Philosophiestudium, musste dann eben so rauskriegen. Aber bist ja nicht doof."

01 April 2008

Philosophieabschlussnoten in Deutschland

Der Wissenschaftsrat, die obersten Wächter des Wissenschaftsstandorts, hat 2007 eine Untersuchung vorgelegt zu den Abschlussnoten an deutschen Unis und Fachhochschulen (hier pdf). Da gibts natürlich auch ein paar Seiten zur Philosophie, zum Beispiel eine Statistik über die an deutschen Hochschulen abgelegten Examina und die durchschnittliche Abschlussnote.
Da stellt man dann fest, dass es mehrere Hochschulen gibt, wo 4 von 5 Absolventen 2005 mit der Note "sehr gut" entlassen wurden. Den besten Schnitt haben die Uni Trier und die Uni Stuttgart: dort wird seltsamerweise angegeben, man habe einen Schnitt von 1,13 erreichen können, wiewohl nur 4 bzw. 5 Leute geprüft wurden. Wie haben die das gemacht?
Von den großen Seminaren ist, negativ ausgedrückt, Tübingen dasjenige, wo am meisten "sehr guts" vergeben werden; positiv ausgedrückt, haben die Schwaben die besten Studierenden. Der Notendurchschnitt ist dort 1,37, bei 17 Abschlüssen. Die Durchschnittsnote für die 478 Magisterprüfungen deutschlandweit ist 1,67, für die 76 Bachelor 1,91.

Da fragt man sich, ob die Bachelor-Studierenden immer schlechter abschneiden: nein, aber oft. Deutliche Unterschiede gibt es in der Evangelischen Theologie, wo die Bachelor durchschnittlich mit 1,44 benotet wurden, die mit dem ersten kirchlichen Examen aber mit 2,23. (Allerdings gab es da nur 8 Bachelor-Prüfungen, also ist die Zahl wohl zu klein, um wirklich aussagekräftig zu sein.) In der Romanistik haben die Magistres durchschnittlich eine 1,85, während die 65 Bachelor-Studierenden sich mit einer durchschnittlichen 2,2 zufrieden geben mussten: das scheint mir signifikant schlechter zu sein!
Die meisten Philosophie-Absolventen im Magisterstudiengang gab es 2005 in:

FU Berlin: 41
Hu Berlin: 41
Uni München: 35
Düsseldorf: 21
Freiburg: 21
Hamburg: 21
Köln: 20
Hochschule für Philosophie München: 20

Die meisten Bachelor in Philosophie gab es in Bayreuth, dort haben 40 Studierende ihren abschluss gemacht, mit einem SChnitt von 2,04. Kein einziges sehr gut wurde vergeben!

Zu viele "Sehr gut"?
Der Wissenschaftsrat findet -- natürlich --, dass der Notenspielraum nicht ausgeschöpft wird und damit die guten Noten keine Orientierung böten. Tja, das stimmt wohl. Von den Sprach- und Kulturwissenschaftlichen Fächern, die der WR in der Tabelle S. 44 in eine Rubrik gepackt hat, ist allerdings die Philosophie kein Sonderfall. Der gesamte Bereich (abgesehen von der oben erwähnten Ev. Theologie) ist mit Noten diesseits des "gut" gesegnet, und die 3.318 Psychologie-Studierenden mit einem Durchschnitt von 1,59 tragen natürlich zum "sehr guten" Durchschnitt bei. Aber auch die Ingenieurwissenschaften als ebenfalls eigens abgetrennte Gruppe in der Tabelle, haben nur 1 von 7 Fächern aufzuweisen, das einen Schnitt schlechter als "gut" hat. Das Fach mit dem schlechtesten Durchschnitt ist, erwartungsgemäß, die Rechtswissenschaft, mit einem Schnitt von 3,06 bei 9.037 Staatsexamina, dann die Pharmazie mit einem Schnitt von 2,34 bei 1.722 Staatsexamina.


wahrgenommen durch Information Philosophie, Ausgabe 1/2008.

05 Dezember 2007

Neuer Studienführer Philosophie

Frau Meyer hat ihren Studienführer Philosophie aktualisiert (ein-Fach-Verlag). Der war schon passend zum Sommersemester 2007 im Februar erschienen, aber er liegt mir erst jetzt vor. Der Klappentext bezeichnet ihn als "unverzichtbare Informationsquelle", man möchte sagen: eine Informationsquelle, die einem jedenfalls ein ordentliches Quantum an eigener Recherche abnimmt. Zum Beispiel ist dort aufgelistet, mit welchen Fächern das Philosophiestudium an diesem oder jenem Studienort sich kombinieren lässt. Hin und wieder finden sich auch Hinweise auf die Tradition eines philosophischen Seminars, wobei mir z.B. in Freiburg statt eines Hinweises auf die früher dort mal lehrenden Husserl und Heidegger der Fingerzeig auf die gegenwärtige phänomenologisch-hermeneutische Ausrichtung des Seminars lieber gewesen wäre. (In Erlangen vermisse ich den Hinweis auf die gute Ausstattung der Unibibliothek, natürlich.)

13 September 2007

Wie haben Hölderlin, Hegel und Schelling Philosophie studiert?

Ich bin ganz begeistert von dem von Michael Franz herausgegebenen Buch "... im Reiche des Wissens cavalieremente"? : Hölderlins, Hegels und Schellings Philosophiestudium an der Universität Tübingen (Tübingen : Hölderlin-Gesellschaft & Edition isele, 2005). Eigentlich druckt es nur Dokumente der Philosophie der Zeit, von Tübinger Gelehrten, die dann sorgfältig erläutert werden. Aber so entsteht ein Panorama der geistigen Einflüsse, welche die genannten ausgesetzt waren; und natürlich ist auch die Extrapolation möglich. Abgedruckt sind zudem nicht nur Beispiele philosophischer Lehre (Metaphysik und Moral), sondern auch solche der Geschichte, Naturwissenschaft, Philologie; zudem hat der Herausgeber einen Aufsatz über einen der Tübinger Dozenten, Johann Friedrich Flatt, hinzugefügt. Tolles Buch, ich ziehe meinen Hut vor Herrn Franz!

06 Februar 2007

Wie studiert man Philosophie um 1900? (2)

Neulich habe ich einen Blick auf Apels "Anleitung zum Studium der Philosophie" von 1911 geworfen: finde sie interessant, weil Apel nicht bloß von Inhalten schreibt, sondern auch von den formalen Bedingungen eines solchen Studiums: Studiengebühren, Lehrangebot, praktische Tipps. Apel geht nach einigen Seiten zur Philosophiegeschichte und den wichtigsten zeitgenössischen Veröffentlichungen (auch diese Listen könnten interessant sein) auf das Thema Promotion ein. Als erstes stellt er den Lesern die Frage, ob es wohl überhaupt ratsam sei, einen Dr. phil zu erwerben.
Gewiß ist an und für sich, wie die Dinge liegen, der manchmal nicht eben allzu ruhmvoll errungene Titel eines Dr. pohil. keine Bürgschaft besonderer Gelehrsamkeit und Tühtigkeit. (S. 127)

Apel rät davon ab, sofern man nicht besondere Liebe zur wissenschaftlichen Arbeit verspüre, wenn man nicht in den Bibliotheks- oder Archivdienst wolle: das Staatsexamen sei doch hinreichend. Er sieht "erhebliche Unkosten die mit der Drucklegung der Arbeit sich wohl so um 500 Mark herum und mehr bewegen" (S. 128). Wieviel waren 500 Mark 1911 wert?
Apel begrüßt, dass es keine Promotion "in absentia" mehr gibt. Er zitiert die Promotionsordnung der Uni Berlin: "Von der Dissertation ist zu verlangen, daß sie wissenschaftlich beachtenswert ist und die Fähigkeit des Kandidaten dartut, selbständig wissenschaftlich zu arbeiten." Man muss dort vor der Promotion 3 Jahre studiert haben: dafür kriegt man heutzutage einen Bachelor. -- Die Namen für die Noten, die dort zitiert werden, sind mir neu, es gibt "1. genügend (idoneum), 2. gut (laudabile), 3. sehr gut (valde laudabile) oder 4. ausgezeichnet (eximium)". (Für das Gesamtergebnis werden die mir vertrauten Noten verwendet.) Apel notiert, dass dann zwischen 124 (Tübingen) und 300 (Kiel) Druckexemplare eingereicht werden müssten; und in Berlin muss man insgesamt 355 Mark Gebühren zahlen!
Apel erwartet, dass man an einer solchen Arbeit 1-2 Jahre schreibt, die einen Umfang von mindestens "2 Druckbögen" haben muss; gehen wir davon aus, dass dies dem heutigen Papierformat entspricht, dann also mindestens 32 Seiten.
Früher konnte man offenbar auch an manchen Unis "ohne jedes Reifezeugnis" eine Promotion ablegen; die Betroffenen sind "Immaturi", und sie müssen nur "eine als hervorragende Leistung anzusehende Dissertation einreichen (S. 136), die Uni Greifswald verlangte außerdem, dass Immaturi mindestens 3 Semester in Greifswald studiert haben. Wie haben sie das gemacht, wenn sie für die Zulassung zum Studium ein Reifezeugnis brauchten?
Apel weist noch auf ein paar weitere Schriftchen hin, die er als Ratgeber sah, die heutzutage von historischem Interesse sein könnten. So kann man 50 vorgeschlagene Examensfragen der Zeit in einem Schriftchen eines Von Brockdorf namens "Das Studium der Philosophie mit Berücksichtigung der seminarischen Vorbildung" sehen, darunter "Warum lässt Schopenhauer den Monarchen sagen: Wir, von zwei Übeln das kleinere?" "Wie dachte der Philosoph von Sanssouci über die Behandlung des Geschichtsunterrichts?" "Man gebe eine kurz Übersicht über das Wichtigste der modernen Schulhygiene". Apel gibt die Fragen wieder und hält sie für "etwas zu grotesk", da "für den Doktoranden so gut wie fürdie Professoren unbeantwortbar". (S. 139-140). Das Buch Die Philosophie in der Staatsprüfung von einem gewissen Vaihinger (der mit dem als-ob?) enthält 340 Themen für eine schriftliche Prüfung, die Apel auch fürs Mündliche geeignet sieht.
Apel über Studiendauer: Das Staatsexamen konnte man in Preußen nach mindestens 6 Semestern, in den süddeutschen Staaten nach mindestens 8 Semestern ablegen, doch auch diese "werden in den meisten Fällen nicht zulangen". So weit weg von der heutigen Regelstudienzeit ist es also nicht. Das Staatsexamen sei die unangenehmste aller Prüfungen, und man möge dem Studierenden unbedingt den Prüfer seiner Wahl gönnen, da doch in diesem Fache "die persönlichen Meinungen und Richtungen ... eine gar zu große, oft entscheidende Rolle" spielen. (S. 143) Ungünstig wirke sich auch die "Uferlosigkeit der Anforderungen, wie sie die gesetzliche Prüfungsvorschriften zeigen", aus.
Den Überblick rundet Apel mit einem Kommentar zu den Prüfungsordnungen der Länder für Staatsexamen -- Philosophie musste offenbar häufig als Nebenfach belegt werden, vor allem von zukünftigen Lehrer -- und die "philosophische Propädeutik". Sein Buch wird auch für die Dozierenden eine interessante Lektüre gewesen sein, weil es ihm nicht nur darum geht, das Studium den angehenden Studierenden durchsichtig zu machen, sondern auch Vorschläge, wie die Uni selbst das Studium besser gestalten kann, wo Standardisierung zu empfehlen ist und wo nicht etc.

Das Buch erlebte eine zweite Auflage, die im gleichen Verlag 1919 erschien. Interessanterweise ist diese in Fraktur gedruckt, die erste in Antiqua. Ansonsten scheinen mir auf den ersten Blick keine großen Anpassungen vorgenommen worden zu sein: als habe der Krieg keine Spuren hinterlassen.

22 Januar 2007

Wie studiert man Philosophie um 1900? (1)

Indem man große Worte macht. Das könnte man jedenfalls glauben bei der Lektüre der "Anleitung zum Studium und zum Selbststudium der Philosophie" (Untertitel) von "Dr. Max Apel", die Stuttgart 1911 erschien. Apel leitet ein:
Was die Sonne für die irdische Welt das bedeutet die Philosophie für den Geist des Menschen. Die Philosophie strahlt ihr helles Licht aus in die weiten Gefilde menschlichen Denkens, Fühlens, Wollens, sie belebt undbeseelt Menschentum und Menschenschicksal und umsäumt auch noch die dunklen drohenden Rätsel des Daseins mit hoffnungsfreudigem Schimmer. Und wenn auch bisweilen ihr Glanz eine Zeitlang von Gleichgültigkeit und Stumpfheit umwölkt wurde, immer wieder brach er doch sieghaft durch alle Widerstände. (S. 1)

Das Nette an diesem Büchlein ist, dass es auch ganz praktisch über das Philosophiestudieren handelt. Allerdings verbirgt sich die praktische Anleitung hinter weiteren Sprachschleiern. Bevor Apel daran geht, Ratschläge zum Studieren an der Uni zu geben, verliert er erst einmal ein paar Sätze über das Gefühl der Freiheit:
Freilich wird der Gedanken an die praktische Seite des Studiums dem rechten Studenten noch fern liegen. Zuerst beherrscht ihn ein großes Gefühl der Freiheit. Wie der Schmetterling aus dunkler enger Puppe in die bunte Welt hinein flattert, so der junge Student der seligen ersten Semester in die freie Luft der Universität. (S. 4)

Apel findet, man bräuchte keine Sprachkenntnisse: "man kann in alle Tiefen der Forschung eindringen, ohne das Griechische, Lateinische oder fremde neuere Sprachen erlenrt zu haben". Das kann ja nur bedeuten, dass es keine nennenswerte Forschung außerhalb der deutschen Sprache gibt -- und dass man die Philosophiegeschichte gut in Übersetzung studieren kann. Woher der Wind weht, zeigt die Feststellung, man benötige aber unbedingt Kenntnisse "auf dem mathematisch -naturwissenschaftlichen Gebiete". Apel empfiehlt für den Studienbeginn -- sofern man die Wahl hat -- eine kleinere Universität, weil dort das Zahlenverhältnis Dozent zu Student besser sei und man sich leichter Übersicht über das Lehrangebot verschaffen könne. Als Entscheidungshilfe gibt er auch gleich eine Übersicht nach den Angaben des Deutschen Universitätskalenders, der man z.B. entnehmen kann, dass im Sommersemester 1910 in Berlin 7902 Studenten immatrikuliert waren, vor München mit 6890. Es gab insgesamt 21 Unis, an denen 3474 Dozenten 54.393 Studierende unterrichteten. Studiengebühren gab es: als "Honorarbeiträge", für die man im Durchschnitt für eine Wochenstunde 4 bis 5 Mark ansetzen musste, "sodass also eine vierstündige Vorlesung sich im Semester auf 16 bis 20 Mark stellt" (S. 9). (Stundung für solche Gebühren für unbemittelte Studierende gab es offenbar.) Die Kosten für den Lebensunterhalt gibt Apel nach W. Lexis (Die deutschen Universitäten, 1903) mit 1200 bis 1500 Mark an, "wobei aber zu beachten ist, dass 5 Monate vom Jahre Ferien sind, die größenteils in der Heimat verlebt werden können" (S. 10). Stipendien gibt es, und Preisaufgaben, durch deren Lösung man vielleicht zu Geld kommt.
Der Anfänger sollte übrigens keine Zeitschriften lesen: "da die Spezialabhandlungen zumeist schon viel voraussetzen" (S. 12). Unter die 14 "wichtigsten deutschen philosophischen Zeitschriften" rechnet Apel neben bekannten Titeln wie Kantstudien oder dem Philosophischen Jahrbuch der Görres-Gesellschaft auch die Psychologische Arbeiten, die Zeitschrift für pädagogische Psychologie, Pathologie und Hygiene, das Archiv für die gesamte Psychologie.
Das Büchlein ist eine prima Quelle: seitenlang wird thematisch und nach Orten gegliedert aufgezählt, was im WS 1908/09 wo gelehrt worden ist! Apel hat seine Tabelle auch ausgezählt und stellt fest, dass Kant mit weitem Abstand der Philosoph ist, dem die meisten Veranstaltungen gelten: 54 mal wird über ihn gehandelt; der zweite ist Hume mit 15 Veranstaltungen; Hegel bekommt gerade mal 2.

Wird fortgesetzt...

14 Januar 2007

Wo bleiben die Philosophiestudierenden ab, wenn sie fertig sind?

... und in Berlin an der HU studiert haben, möchte man hinzufügen. In der aktuellen Ausgabe der Information Philosophie (Dez. 06) wird eine "Verbleibestudie" (pdf) von Katrin Bialek und Holger Sederström zusammengefasst. Sie haben 77 Absolventen befragt, die zwischen 1995 und 2005 ihr Studium am Institut für Philosophie der HU "erfolgreich" beendet haben. "Erfolgreich" heißt hier konkret: kein Lehramtsstudium, sondern 1. Hauptfach. (Dies soll vermutlich keine Aussage über den Erfolg sein, sondern hat wohl mit den Berufsaussichten etc. zu tun -- andererseits hat mir seinerzeit die Studienberatung nahegelegt, ein Lehramtsstudium zu absolvieren, um mit einem staatlichen statt einem universitären Abschluss ausgerüstet ins Leben zu gehen.)
Von den 154 Absolventen konnten 77 ermittelt werden: 50%. Alle Aussagen der Studie gelten also nur der Hälfte der Absolventen.
Die Studienverfasser interessiert vor allem die Zukunftstauglichkeit der Absolventen bzw. deren Bewertung des Studiums. Deswegen melden sie auch als Erfolg, dass von den Befragten 88,3 % wieder Philosophie studieren würden, und von denen die meisten auch wieder an der HU. Das ist doch schön für die Berliner.

Interessant der Blick auf die "erworbenen Kompetenzen" und die "Defizite des Studiums". Man könnte sagen, dass beide Fragen auf dasselbe zielen: welche Kompetenzen hat das Studium erbracht, und welche hätte man außerdem gebraucht? Gebracht hat es, neben einer gewissen Vertrautheit mit den Techniken wissenschaftlichen Arbeitens, den logischen und analytischen Blick, sagen die Absolventen (immerhin 10% hätten sich das ausführlicher und systematischer gewünscht). Vermisst haben sie (1/4 der Befragten) -- beinahe folgerichtig -- eine systematische inhaltliche Hinführung zur Philosophie. Das scheint überall so zu sein: und wird womöglich besser durch die Einführung von BA und MA.

Die Studie hat nur die befragt, deren Adressen sich ermitteln ließen. Gibt es eigentlich einen Zusammenhang zwischen der Ermittelbarkeit der Adresse bzw. der Möglichkeit der Kontaktaufnahme und dem beruflichen Erfolg? Ich denke: Ja.