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11 Mai 2009
Philosophie-Einführung mit Filmen
Klingt zunächst wie ein interessantes Buch: Introducing philosophy through film: key texts, discussions and film selections, hg. von Richard Fumerton und Diane Jeske, Malden: Wiley-Blackwell 2010 (!). Tatsächlich handelt es sich um eine einführende Anthologie, die mehr oder weniger klassische Texte enthält, z.B. Ausschnitte aus Descartes Erster Meditation (englisch) oder Nozicks The experience machine (aus Anarchy, State, and Utopia), gegliedert in 7 Teile: von Philosophical Argumentation bis zu Philosophy of Religion. Zu jedem dieser 7 Teile werden Filme genannt; zu Teil 4 Ethik, Abschnitt A "Konsequentialismus" z.B. u.a. die Filme "Dirty Harry", "Saving Private Ryan" oder "Titanic". Am Ende des Teils 4A gibt es dann drei Seiten mit Fragen à la "Torture was used against an evil person in the movie Dirty Harry. Can you imagine a situation in which it might be legitimate to torture eve innocent people? Does the answer depend on which of the ethical theories presented is correct?" Das scheint mir ein bisschen zu wenig Film in so einem dicken Buch mit diesem Titel. Dem Vorwort ist zu entnehmen, dass die Herausgeber ursprünglich vorhatten, eine DVD mit relevanten Szenen beizufügen, aber an den Rechten gescheitert seien. Schade.
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Einführung,
Film
21 Januar 2008
Philosophie im Film
Filme eignen sich wohl ganz gut für den Philosophie-Unterricht, behaupte ich mal, obwohl ich diesen Unterricht nur von Schülerseite erlebt habe, und da hätte ich einen Film hin und wieder wohl ganz nett gefunden. Etwas mehr Material als die bloße Nennung von Filmen ist da schon ganz nett. Im Buchner Verlag Bamberg ist ein Heft mit Materialien erschienen: Philosophie im Film, das sich an Lehrer richtet. Es stellt themenzentriert geeignete Filme vor und bereitet den Einsatz didaktisch vor, etwa mit Szenentranskiptionen und Vorschlägen für Aufgaben.
Das Material hier kann man ganz gut ergänzen mit der schönen Webseite Philosophical Films, die James Fieser von der University of Tennessee at Martin aufgebaut hat. Auch diese richtet sich an Lehrer, die Filme in ihren Unterricht einbauen wollen.
Das Material hier kann man ganz gut ergänzen mit der schönen Webseite Philosophical Films, die James Fieser von der University of Tennessee at Martin aufgebaut hat. Auch diese richtet sich an Lehrer, die Filme in ihren Unterricht einbauen wollen.
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Film,
Philosophieunterricht
19 November 2007
Boris Groys?
Ein Buch, das den Namen des Autors im Titel trägt und als Illustration ein Foto des Autors, ist ja wohl ein Egotrip, jedenfalls wenn der Autor noch lebt. Boris Groys veröffentlicht 2007 das Buch Groysaufnahme : philosophische Gedanken zum Kino. Der erste Teil sind Kurzglossen, je zwei Seiten, zu bestimmten Filmen. Das Philosophische im Untertitel macht neugierig. Na, mal sehen, was er zu diesem und jenem zu sagen hat.
Über Die another day (S. 26-27) wundert sich Groys, dass im Hollywood-Kino nie Arbeit zu sehen ist. Groys charakterisiert den üblichen Bond-Showdown als Eindringen des "vorbildlichen Konsumenten" Bond in den Ort des Verbrechens, "und das sind in der Regel riesige Fabriken, wo Menschen konzentriert und systematisch arbeiten, wirklich beschäftigt sind". Und die macht er natürlich kaputt, womit er die Arbeit quasi aus der Welt des Films exorziert.
Nach meinem Verständnis von Arbeit ist Arbeit das, was man beruflich tut. Bond ist Geheimagent, also rettet er beruflich die Welt. Der ganze Film zeigt ihn bei der Arbeit. Bond ist ein prototypischer Kapitalist, indem sich bei ihm die Arbeit schlecht vom Privatleben trennen lässt (was man ja auch daran sieht, dass er oft dienstlich mit Frauen ins Bett geht).
Über Delicatessen (S. 44-45) ist Groys fasziniert von der Frau, die groteske Machinationen aufbaut für ihren Selbstmord. "Im Endeffekt haben alle diese Maschinen nicht richtig funktioniert, und sie bleibt am Leben". Groys meint, dass die Maschinen die Metapher für die moderne Welt sind, und dass wir von Maschinen umgeben sind, die uns am Leben erhalten, aber keine haben, die uns den Tod bringt.
Da geht das Theoriepferd mit ihm durch, auch wenn Groys hier den individuellen im Unterschied zum Massentod etwa im Krieg meint. Abgesehen davon, dass diese Aussage über den Film nicht stimmt: der letzte Selbstmordversuch führt zum Erfolg. (Das Klingeln ihres Mannes erzeugt einen Funken, der das Gas entzündet, welches das ganze Stockwerk in die Luft jagt.)
Über Kill Bill schreibt Groys (S. 86-87), dass der Film "die Amerikaner als Opfer der Globalisierung" zeige, weil diese sich so verhalten wollten und so geschickt sein wollten wie Japaner und Chinesen: "Ihr ehrliches Bemühen, mit dem Schwert richtig umzugehen, mit einer leichten Handbewegung jemanden leicht zu töten, gelingt aber nicht ganz. Denn ihre Körper und ihre Haltung passen nicht ganz ins gewünschte Bild." Hhm. Uma Thurman spielt vermutlich keine Amerikanerin, und sie metzelt auch nicht 100 Asiaten nieder in Teil 1. Groys findet auch, dass dieses Misslingen dieselbe "Atmosphäre der Peinlichkeit" erzeugt, die er schon aus früheren Tarantino-Filmen kennt, wo "provinzielle Gangster sich übermäßig anstrengen, so cool wie nur möglich auszusehen". Groys meint auch, dass man heutzutage nicht mehr als Held geboren werde, wie z.B. noch Batman(!). "Stattdessen geht man in die lange und mühsame Lehre, um die Dinge zu lernen, die man braucht, um seine Heldentaten zu vollbringen. Ein solcher Lernprozess ist nicht individualistisch-amerikanisch, sondern östlich-bürokratisch." Ja, es stimmt: der Lernprozess ist ein Klischee des Karatefilms. Aber der klassische Karatefilm à la Karate-Kid ist ur-amerikanisch-individualistisch, weil er zugleich sagt, dass man alles werden kann, was man will.
Ach ja. Groys hat ganz andere Filme gesehen. Aber sein Buch mit den vielen Fotos von ihm zeigt ohnehin nur, was sein Titel auch sagt, dass er nämlich in allem und jedem nur sich selbst sieht.
Über Die another day (S. 26-27) wundert sich Groys, dass im Hollywood-Kino nie Arbeit zu sehen ist. Groys charakterisiert den üblichen Bond-Showdown als Eindringen des "vorbildlichen Konsumenten" Bond in den Ort des Verbrechens, "und das sind in der Regel riesige Fabriken, wo Menschen konzentriert und systematisch arbeiten, wirklich beschäftigt sind". Und die macht er natürlich kaputt, womit er die Arbeit quasi aus der Welt des Films exorziert.
Nach meinem Verständnis von Arbeit ist Arbeit das, was man beruflich tut. Bond ist Geheimagent, also rettet er beruflich die Welt. Der ganze Film zeigt ihn bei der Arbeit. Bond ist ein prototypischer Kapitalist, indem sich bei ihm die Arbeit schlecht vom Privatleben trennen lässt (was man ja auch daran sieht, dass er oft dienstlich mit Frauen ins Bett geht).
Über Delicatessen (S. 44-45) ist Groys fasziniert von der Frau, die groteske Machinationen aufbaut für ihren Selbstmord. "Im Endeffekt haben alle diese Maschinen nicht richtig funktioniert, und sie bleibt am Leben". Groys meint, dass die Maschinen die Metapher für die moderne Welt sind, und dass wir von Maschinen umgeben sind, die uns am Leben erhalten, aber keine haben, die uns den Tod bringt.
Da geht das Theoriepferd mit ihm durch, auch wenn Groys hier den individuellen im Unterschied zum Massentod etwa im Krieg meint. Abgesehen davon, dass diese Aussage über den Film nicht stimmt: der letzte Selbstmordversuch führt zum Erfolg. (Das Klingeln ihres Mannes erzeugt einen Funken, der das Gas entzündet, welches das ganze Stockwerk in die Luft jagt.)
Über Kill Bill schreibt Groys (S. 86-87), dass der Film "die Amerikaner als Opfer der Globalisierung" zeige, weil diese sich so verhalten wollten und so geschickt sein wollten wie Japaner und Chinesen: "Ihr ehrliches Bemühen, mit dem Schwert richtig umzugehen, mit einer leichten Handbewegung jemanden leicht zu töten, gelingt aber nicht ganz. Denn ihre Körper und ihre Haltung passen nicht ganz ins gewünschte Bild." Hhm. Uma Thurman spielt vermutlich keine Amerikanerin, und sie metzelt auch nicht 100 Asiaten nieder in Teil 1. Groys findet auch, dass dieses Misslingen dieselbe "Atmosphäre der Peinlichkeit" erzeugt, die er schon aus früheren Tarantino-Filmen kennt, wo "provinzielle Gangster sich übermäßig anstrengen, so cool wie nur möglich auszusehen". Groys meint auch, dass man heutzutage nicht mehr als Held geboren werde, wie z.B. noch Batman(!). "Stattdessen geht man in die lange und mühsame Lehre, um die Dinge zu lernen, die man braucht, um seine Heldentaten zu vollbringen. Ein solcher Lernprozess ist nicht individualistisch-amerikanisch, sondern östlich-bürokratisch." Ja, es stimmt: der Lernprozess ist ein Klischee des Karatefilms. Aber der klassische Karatefilm à la Karate-Kid ist ur-amerikanisch-individualistisch, weil er zugleich sagt, dass man alles werden kann, was man will.
Ach ja. Groys hat ganz andere Filme gesehen. Aber sein Buch mit den vielen Fotos von ihm zeigt ohnehin nur, was sein Titel auch sagt, dass er nämlich in allem und jedem nur sich selbst sieht.
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Film
26 September 2007
Warum Craig Venter mit Blade Runner nix anfangen kann
Blade Runner gehört zu den Science-Fiction-Filmen, die in der Philosophie gern für bestimmte Fragen als Illustration herangezogen werden. Was das Menschliche ausmacht, z.B. Die Fragen sind recht unberührt von den verschiedenen Fassungen: der ursprünglichen Kinofassung, dem Director's Cut aus den 90ern und dem Final Cut, der gerade von Ridley Scott fertiggestellt wurde. Wired hat Scott dazu interviewt. Das ist für sich schon interessant genug, finde ich, aber sie haben außerdem noch ein paar prominente Stimmen zum Film eingefangen. Da ist dann auch Craig Venter zitiert, der dafür berüchtigt ist, mit seiner Firma als erster das menschliche Genom 'entschlüsselt' zu haben. Venter gilt nicht unbedingt als moralische Leuchte, denn der Schritt von der Entschlüsselung der Gene zur Eugenik oder zur wirtschaftlichen Verwertung des Wissens scheint klein. Darum finde ich es umso bemerkenswerter, warum er mit Blade Runner nichts anfangen kann:
The movie has an underlying assumption that I just don't relate to: that people want a slave class. As I imagine the potential of engineering the human genome, I think, wouldn't it be nice if we could have 10 times the cognitive capabilities we do have? But people ask me whether I could engineer a stupid person to work as a servant. I've gotten letters from guys in prison asking me to engineer women they could keep in their cell. I don't see us, as a society, doing that.
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Film,
Genetik,
Gesellschaft
16 August 2007
Matrix analysiert
In der Philosophie ist es wie überall: man versteht die Phänomene nicht unbedingt besser, wenn man mehr Bücher darüber liest. Insofern ist dieses Blog ein paradoxes Unterfangen. Auf der anderen Seite lässt sich aber die Sammel- und Findelust voll ausleben, die mich auch dazu bringt, ein niederländisches Buch über den Film Die Matrix hier zu notieren: Bart Cusveller, Maarten Verkerk, Marc de Vries: De Matrix Code : Sciencefictionfilms als spiegel van de technologische cultuur. - Amsterdam : Buijten & Schipperheijn, 2007. Ich muss mich immer zusammenreißen, das Gesagte nicht schon deswegen niedlich zu finden, bloß weil es so niedlich klingt:
Dass man sich diesen Fragen aus christlicher Perspektive widmet, ist wohl nicht verwunderlich angesichts der Erlösungsmythologie, die in der Matrix-Trilogie, in Star Wars etc. steckt (und natürlich auch in Harry Potter: aber die beschränken sich wirklich auf Science fiction).
Scienceficion is een bijzonder geschikt genre om een aantrekkelijke en spannende film te maken. Maar in deze films schuilt ook een diepe waarheid over de mens: ons leven wordt gekenmerkt door een technische cultuur. Techniek wordt in steeds meer opzichten van belang en roept tegelijk steeds meer vragen op over de invloed van de techniek op ons bestaan.
Dass man sich diesen Fragen aus christlicher Perspektive widmet, ist wohl nicht verwunderlich angesichts der Erlösungsmythologie, die in der Matrix-Trilogie, in Star Wars etc. steckt (und natürlich auch in Harry Potter: aber die beschränken sich wirklich auf Science fiction).
Tags:
Film
13 Februar 2007
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