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09 Februar 2009

Die bereuende Magdalena

Maria Maistrini hat einen Aufsatzband veröffentlicht, Filosofia, verità, felicità (Rom: Aracne, 2008). Besonders gefällt mir das ausgesuchte Titelbild:

Mit welcher Gedankenverlorenheit das Mädchen den Schädel auf dem Schoß hält und sinnend in die Kerze blickt!

Der Umschlag sagt, dass dies ein Bild von Georges de la Tour ist, "Maddalena penitente", die büßende Magdalena. Spannend finde ich, dass der Maler dasselbe Motiv noch mindestens zweimal gemalt hat:


Schade, dass ich nicht weiß, in welcher Reihenfolge, die Bilder entstanden sind. Mir gefällt es zu denken, dass für den Maler das Motiv immer dunkler wurde.

Zeigt das Bild "Philosophie, Wahrheit, Glück"? Da der Titel des Bildes sagt, dass wir hier Buße sehen, lässt das wohl darauf schließen, dass der Weg zum Glück und zur Wahrheit über die Buße führt...

16 August 2008

Kunst und Moral

Dass es moralische Gesichtspunkte für die Beurteilung von Kunst (Malerei, Literatur, Film etc.) gibt, scheint mir kaum bestreitbar. Und dabei braucht man nicht mal die Verletzung religiöser Empfindlichkeiten heranzuziehen, für die regelmäßig Rücksichtsnahme eingefordert wahlweise die Freiheit der Kunst in den Ring geworfen wird. Aber muss man mit solchen Meldungen nur rechnen, wo Kunst zugleich politisch sein will (Karikaturenstreit) oder die historische "Wahrheit" im Blick hat (Wilkomirski-Fall)? Meine Argumentation würde ungefähr so laufen: Kunstwerke sind kommunikative Akte. Wie jeder weiß, hat Kommunikation neben anderen Funktionen auch eine Appell-Funktion, die in jedem Akt vorhanden und mehr oder weniger ausgeprägt ist. Dieses Appellative kann jederzeit dem moralischen Urteil unterworfen werden. Und da es im Auge des Betrachters liegt, wie stark der Appell wirkt, hängt es auch von ihm ab, wie stark er urteilt. So könnte, wer will, auch noch einem meditativen Mondrian vorwerfen, dass er eben welt-fremd ist, statt sich zu engagieren.

Der neue Sammelband Art and ethical criticism (hg. von Gerry L. Hagberry, Blackwell 2008) untersucht den Zusammenhang von Kunst und Moral. Ein Teil der Beiträge beschäftigt sich damit, wie Kunst moralische Inhalte vermitteln kann. Das ist natürlich auch ein Aspekt der Frage der moralischen Beurteilung von Kunst, denn immer lässt sich fragen, ob die Kunst denn diesen oder jenen Inhalt vermitteln sollte. Interessanter finde ich aber die paar Beiträge über die "ethical dimensions of photography" (David Davies) oder "Ethical judgements in museums" (Ivan Gaskell).

03 Mai 2008

Schön!

In dem Buch Seeing things fand ich ein Foto des Stuhls namens "Oops" (Bild hier, zusammen mit anderen aus der Serie "Belebte Möbel"), den Jake Cress gefertigt hat. Die Originalität der Idee erinnerte mich an die Galerie der Papierkunst von Peter Callesen, auf die neulich in einem Blog hingewiesen wurde, hab vergessen wo.