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07 Januar 2009
Kann ein Telefon den Geist erweitern?
David Chalmers bekennt im Vorwort zu Andy Clarks Supersizing the mind (Oxford : OUP, 2008), er habe ein Iphone gekauft und benutze es regelmäßig; es habe bereits einige zentrale Funktionen seines Gehirns übernommen! "My iPhone is not my tool, or at least it is not wholly my tool. Parts of it have become parts of me." (S. X). Darin vertritt Chalmers die These des Erweiterten Geistes (extended mind): "When parts of the environment are coupled to the brain in the right way, they become parts of the mind". Clarks Buch stellt dar, was das bedeutet, und argumentiert für diese Betrachtungsweise des Geistes. Gegenargumente sollte man wohl erst formulieren, wenn man Clarks Argumente gelesen hat...
Tags:
Chalmers,
Gehirn,
Philosophie des Geistes
14 August 2008
Gehirn und Moral
Dass es einen Sitz des moralischen Empfindens im Gehirn gäbe, haben wohl die Theoretiker gedacht, seit bekannt ist, dass im Gehirn überhaupt etwas an Empfindungen sitzt. Was wann darüber gedacht wurde, erzählt Jan Verplaetse in Het morele brein : een geschiedenis over de plaats van de moraal in onze hersenen (Antwerpen : Garant, 2006). Habe gerade entdeckt, dass es zum Thema auch eine Webseite und ein Weblog gibt -- und beide auf englisch. Ah, und aus der Liste der Publikationen geht hervor, dass das Buch von Verplaetse wohl auch auf Englisch erscheint, bei Springer, 2008.
15 Mai 2008
Neues zu Mitleid und Mitgefühl
Nina Gülcher und Irmela von der Lühe haben zusammen einen Aufsatzband herausgegeben: Ethik und Ästhetik des Mitleids. - Freiburg : Rombach, 2007. Frau von der Lühe mag ich sehr gern, seit ich sie in Göttingen kennengelernt habe, und das einzige, was mir von ihr fehlt, ist eigentlich mal wieder ein Buch. Aber es scheint, als ließe sich ihre Forschung nicht so monographisch zusammenfassen.
Das hier genannte Buch ist jedenfalls auch als Hinweis auf Käte Hamburgers Werk Das Mitleid zu verstehen, und tut damit mir den weiteren Dienst, mich an Hamburger zu erinnern. Von der habe ich nach der Logik der Dichtung nichts mehr gelesen.
Ist ein Zufall, dass das Buch gerade in der Woche auf meinem Schreibtisch liegt, da im ZEIT-Magazin ein Gespräch über die neurologischen Grundlagen von Mitleid und Mitgefühl zu lesen ist, unter anderem über die sogenannten Spiegelneuronen. Das sind Nervenzellen, die aktiv werden, wenn man eine Handlung beobachtet, und ihr Aktionsmuster gleicht dem des Selbertuns. Für Literaturtheoretiker ein gefundenes Fressen, denke ich, sofern sich zeigen ließe, dass es genügen würde, eine Handlung nur zu lesen (statt sie im Video zu sehen). Das würde eine der großen Fragen beantworten, das Hekuba-Problem.
Das hier genannte Buch ist jedenfalls auch als Hinweis auf Käte Hamburgers Werk Das Mitleid zu verstehen, und tut damit mir den weiteren Dienst, mich an Hamburger zu erinnern. Von der habe ich nach der Logik der Dichtung nichts mehr gelesen.
Ist ein Zufall, dass das Buch gerade in der Woche auf meinem Schreibtisch liegt, da im ZEIT-Magazin ein Gespräch über die neurologischen Grundlagen von Mitleid und Mitgefühl zu lesen ist, unter anderem über die sogenannten Spiegelneuronen. Das sind Nervenzellen, die aktiv werden, wenn man eine Handlung beobachtet, und ihr Aktionsmuster gleicht dem des Selbertuns. Für Literaturtheoretiker ein gefundenes Fressen, denke ich, sofern sich zeigen ließe, dass es genügen würde, eine Handlung nur zu lesen (statt sie im Video zu sehen). Das würde eine der großen Fragen beantworten, das Hekuba-Problem.
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