Lyman, Peter and Hal R. Varian, "How Much Information", 2003. Retrieved from http://www.sims.berkeley.edu/how-much-info-2003 on [10.1.2006].
Der Zusammenfassung kann man entnehmen, dass pro Jahr 5 Exabyte oder 37.000 mal die Library of Congress (die 20 Mio Bücher enthält) an "Information" "kreiert" wird.
Was ist Information? Heißt das einfach, dass, wollte man die Medien der Library of Congress in einem bestimmten Datenformat abspeichern, man das 37.000 mal tun müsste, damit man den Speicherplatz verbraucht, den die übrigen wie immer gearteten Daten verbrauchen, die jedes Jahr neu geschaffen werden? Der Vergleich mit der LoC sorgt eher dafür, dass es klingt, als würde jedes Jahr 37.000 mal so viel Wissen produziert wie in den Büchern der LoC gespeichert ist. Aber der Gedanke natürlich quatsch. Schließlich lässt sich die Menge an Daten (= "Information") nicht in die Menge an Wissen etc. (= Sinn der Daten) übersetzen. Wieviel Wissen in so verstandenen Informationen steckt, kann man diesen gar nicht ansehen. Dieser Text hier z.B. würde eine unterschiedliche Menge an Information sein, je nachdem, ob ich ihn als .txt, als .rtf, als .doc oder als .pdf ablege. Was die Informationswissenschaftler als "Information" dabei mitrechnen, sind solche Dinge wie Schriftformatierung und die automatisch erzeugten Metadaten, welche die Programme dem Text mitgeben. Dabei reden wir aber kontinuierlich vom selben Text (was für eine Art von Identität ist das?), entsprechend vom selben Wissen, das er transportiert.
Der Vorteil des engen Informationsbegriffs der Studie ist natürlich, dass sich Information so messen lässt. Das scheint mir aber auch der einzige zu sein...

