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08 Februar 2009

10 September 2008

Darf man Wikipedia zitieren?

Natürlich darf man, auch als Wissenschaftler/in. Die Frage ist a), was man damit sagen will und b), ob man richtig zitiert. B) lasse ich hier mal weg; dass es Versionen von Artikeln gibt, gilt ja auch für die Stanford Encyclopedia. Und für die Frage a) weise ich auf Lisa Spiros Untersuchung, wo wie oft Wikipedia tatsächlich zitiert wird.

12 August 2008

Achte Auflage des "Lexikon der Ethik"

Höffes Lexikon habe ich selbst noch nie gebraucht. Aber nun liegt hier die 8. Auflage 2008, wieder erweitert und aktualisiert. Ich habe zum ersten Mal bemerkt, dass das Lexikon nicht nur von Höffe in Zusammenarbeit mit Forschner, Horn und Vossenkuhl herausgegeben, sondern auch geschrieben ist; d.h. diese 4 haben alle Inhalte besorgt. Ich teste ein solches Lexikon gern an ein paar Begriffen; bei der Ethik liegen mir "Supervenienz" und "Supererogation" nahe. Für Supererogation wird auf "Verdienstlichkeit" verwiesen und dort einigermaßen ausführlich erläutert; die Supervenienz findet im Lexikon nicht statt.
Es gibt leider -- aber das würde das Lexikon auch zu sehr aufblähen -- keine Personeneinträge; Ausnahmen sind adjektivierte Personennamen: z.B. die Kantische Ethik. Kurz nachgesehen: natürlich, in einem Höffe-Buch, auch die Aristotelische Ethik. Nützlich finde ich die Listen am Ende über "Quellen", d.h. klassische Werke der Ethik, Nachschlagewerke und "Sammelbände". Allerdings scheinen die Autoren von den Blackwell Philosophy Companions nicht allzuviel zu halten, denn diese generell recht nützlichen Bände erscheinen weder bei den "Nachschlagewerken" noch bei den Sammelbänden noch, z.B. Beim Blackwell Companion to christian ethics, bei den Literaturangaben zum Artikel Christliche Ethik.

Wer die Vorauflagen kennt oder besitzt: Höffe schreibt im Vorwort, was neu ist. Die 6. Auflage war von 2002, seitdem wurden Artikel überarbeitet und die Literaturangaben ergänzt sowie einige Verweisungen neu aufgenommen, um sich an die wandelnde Terminologie anzupassen bzw. um neue Inhalte in älteren Artikeln unterzubringen, z.B. das "Gefangenendilemma" im Artikel "Entscheidungstheorie". Ganz neue Einträge sind, unter anderen, "Angewandte Ethik", "Bürgertugenden", "Intergenerationelle Gerechtigkeit", "Unternehmensethik".

13 Februar 2008

Kröners Philosophie der Gegenwart

1991 kam es zum ersten Mal raus, das Nachschlagewerk 'Philosophie der Gegenwart in Einzeldarstellungen' im handlichen Kröner-Lexikonformat. Ich konnte es damals über den Mitherausgeber Nida-Rümelin mit Hörerschein beziehen, Mitte der 90er, und scherte mich darum nicht um die zweite Auflage. Ich habe das immer gern benutzt als raschen Überblick; ich hatte dabei stets den Eindruck, dass da Leute geschrieben haben, die sich auskennen.
2007 ist eine dritte Auflage erschienen, und da haben Nida-Rümelin und die neue Mitherausgeberin Elif Özmen ausgemistet, indem sie sich darauf besannen, was "Gegenwart" eigentlich bedeutet. Auf die "klassischen" Autoren des 20. Jahrhunderts wollten sie nicht verzichten, also haben sie 34 Artikel verschoben in das Bändchen "Klassiker der Philosophie des 20. Jahrhunderts". Dort findet man Adorno, Arendt, Austin, Bloch, Carnap, Cassirer, Davidson ... scheint, dass die alle tot sind. Aber nein, mit Habermas und Putnam sind dort mindestens zwei lebende verzeichnet. Ob das bedeutet, dass Nida-Rümelin und Özmen von denen nicht mehr viel erwarten?
Die Lösung: Es gibt Überschneidungen. Die dritte 'ausgemistete' Auflage der Philosophie der Gegenwart mit 120 Philosophen (Inhalt, pdf) aus den letzten 40 Jahren ist wunderbar ausführlich, aber sie enthält, natürlich, auch Artikel über Davidson, Derrida, Foucault, Gadamer, Habermas, Kuhn, Levinas, Putnam, Quine, Rawls, Strawson, wie der Klassiker-Band. Und zwar dieselben Artikel. Von den 34 Artikeln der Klassiker sind also ein Drittel in dem Gegenwarts-Band: das hätte Kröner doch besser lösen können! Mir persönlich wären statt der Redundanzen lieber gewesen, die Herausgeber hätten noch ein paar mehr Klassiker aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts ausgegraben, z.B. Josiah Royce oder William James, Neurath, Natorp oder Cohen, Windelband oder Rickert, oder Bergson. Um nur die zu nennen, die mir jetzt gerade mal so einfallen.

10 Februar 2008

Gedankenexperimente-Lexikon überarbeitet

Die URL für die Startseite ist dieselbe wie bisher: http://www.jg-eberhardt.de/philo_exp/index.html
Neu ist, dass das Layout angepasst wurde, die Navigation verbessert und einige neue Inhalte eingefügt. Vor habe ich noch:
- Ergänzung um weitere Experimente
- Originaltext der Quellen, sofern urheberrechtsfrei,
- gründlichere Anmerkungen,
- Einarbeiten der Bibliographie (die in ihrer kumulierten Form mir nicht sehr sinnvoll erschien und daher von der Homepage wieder verschwunden ist).

Ich würde mich freuen, die eine oder andere Rückmeldung hier zu lesen. Oder Vorschläge für weitere Einträge.

15 Januar 2007

Auf der Suche nach einem spanischen Philosophen des 18. Jahrhunderts

Wer mehr Sprachen kann, lebt besser: auf die Gefahr hin, den Kennern nichts Neues zu sagen, möchte ich das Scholasticon als großartige philosophische Netzressource angeben. Gerade war ich auf der Suche nach Informationen über den spanischen Philosophen Juan de Nájera, den Brockhaus, Meyer und Wikipedia nicht kennen, von dem ich nichts weiß, außer dass er so heißt, wie er heißt. Das Scholasticon, eine französische Webseite, die an der freien Universität Brüssel erstellt wurde, kennt immerhin eines der Werke von Nájera und dessen Erscheinungsdatum: 1720 und Ort, so dass ich ihn zeitlich etwas eingrenzen kann. Die spanische Nationalbibliothek kennt den Namen auch und weitere Veröffentlichungen:
Desengaños filosoficos (Sevilla 1737). Maignanus redivivus (1720).

Wo erfährt man mehr? In einer Geschichte der spanischen Philosophie, sicher, wenn man eine zur Hand hat. Vielleicht im World Biographical Information System (Saur / Thomson Gale), das dank der DFG in jeder deutschen wissenschaftlichen Bibliothek zur Verfügung steht. Dort findet man einen Juan Jacint0 de Nájera, von dem der Eintrag weiß, dass es ein Sevillanischer Schriftsteller gewesen sei, mit einem Werktitel von 1728 (der Eintrag stammt aus einem Lexikon spanischer Schriftsteller von 1923). Schließlich führt Google auf die Online-Diss (pdf) eines Julián López Chruchet von 2001, die sich Nájera widmet und in deren Literaturverzeichnis man weitere Angaben zur Primärliteratur findet: und keine Reprints. Lebensdaten haben wir damit nicht, aber auf dem Wege noch erfahren, dass er wohl Franziskaner war.

Nicht viel: aber besser als nix.

25 Oktober 2006

Was ist Methodischer Kulturalismus?

Alles darüber im soeben ausgezeichneten Wikipedia-Artikel! Schnell lesen, bevor der verändert wird...