... some are otherwise.
so zitiert Ingmar Persson John Stuart Mill, der diese Weisheit aus einer Zeitung hat. Gefunden als Motto der Introduction in Perssons neuem Buch The retreat of reason : a dilemma in the philosophy of life (Oxford : Clarendon, 2005). Ziel des Buches ist eine "praktische Philosophie des Lebens", die den metaphysischen Hintergrund liefern kann für Prinzipien wie Gerechtigkeit oder Nützlichkeit. Ein Hauptgegenstand ist der Gegensatz zwischen Rationalität einerseits, Erfüllung bzw. gutes Leben andererseits -- ein Gegensatz, der sich auftut, wenn man Rationalität so interpretiert, dass sie das gute Leben der anderen als Ziel einschließt. Dieses hoch zu bewerten kann dazu führen, dass es rational ist, das eigene gute Leben links liegen zu lassen. Ein Widerspruch also, den, wie Persson hervorhebt, die alten Griechen noch nicht kannten. Für Aristoteles führt rationales Verhalten zur Eudaimonie. Aber natürlich ist das alles komplizierter, und Persson verwendet knapp 500 Seiten auf diese Komplexität.
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22 Juni 2006
13 November 2005
Heideggers Irrationalismus ...
mspro hat in seinem Blog Mymspro einen lesenswerten Kommentar geschrieben zur Frage. Ich denke wie er, dass Faye nicht richtigherum fragt. Weil Nazismus (auch) eine moralisch wertende Kategorie ist, wirft Fayes These eigentlich die Frage auf, wie wir mit dem bösen Heidegger weiter umgehen. Ob sich die philosophische Seele beschmutzt, wer Heidegger liest.
Aber vielleicht ist es eher umgekehrt mit Heidegger und den Nazis. Vielleicht hat Heideggers etwas verschwiemeltes Denken, mehr auf Tiefe denn auf Klarheit zielend, in seiner Sorglosigkeit einen Denkstil des Raunens salonfähig gemacht, der sich leicht missbrauchen ließ. Vielleicht trägt Heideggers Irrationalismus zur Hochzeit des Irrationalen in den dreißiger Jahren bei. (Dieser Gedanke geht auf mehrere Äußerungen Ingeborg Bachmanns zurück, die das ein wenig schärfer formuliert.)
Gerechtigkeitshalber muss man feststellen, wie wenig 'Rationalität' vor politischer Dummheit (und schließlich Unmoral) schützt. Dass der Urvater der Analytischen Philosophie, Gottlob Frege, auch Sympathien für Hitler und die Nazis gehabt hat, weiß man seit 1994 (Jg. 42 der Deutschen Zeitschrift für Philosophie), als sein "politisches Tagebuch" aus den zwanziger Jahren bekannt wurde.
Aber vielleicht ist es eher umgekehrt mit Heidegger und den Nazis. Vielleicht hat Heideggers etwas verschwiemeltes Denken, mehr auf Tiefe denn auf Klarheit zielend, in seiner Sorglosigkeit einen Denkstil des Raunens salonfähig gemacht, der sich leicht missbrauchen ließ. Vielleicht trägt Heideggers Irrationalismus zur Hochzeit des Irrationalen in den dreißiger Jahren bei. (Dieser Gedanke geht auf mehrere Äußerungen Ingeborg Bachmanns zurück, die das ein wenig schärfer formuliert.)
Gerechtigkeitshalber muss man feststellen, wie wenig 'Rationalität' vor politischer Dummheit (und schließlich Unmoral) schützt. Dass der Urvater der Analytischen Philosophie, Gottlob Frege, auch Sympathien für Hitler und die Nazis gehabt hat, weiß man seit 1994 (Jg. 42 der Deutschen Zeitschrift für Philosophie), als sein "politisches Tagebuch" aus den zwanziger Jahren bekannt wurde.
Tags:
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Rationalität
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