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11 April 2007

Das Leben als Übel

David Benatar verteidigt in seinem Buch Better never to have been : the harm of coming into existence (Oxford : Clarendon, 2006) die These, es sei stets besser, nicht gelebt zu haben. Entsprechend ist es auch besser, keine Kinder ins Leben zu bringen. Für alle die, die der Meinung sind, dass ihr eigenes Leben jedenfalls nicht so schlecht sei, hat er eine schlagende Antwort: Sie irren sich einfach darin, und die Selbstbeurteilung der eigenen Lebensqualität ist sowieso nicht verlässlich.
Klingt ganz nach einem Philosophiebuch für Deprimierte. Benatar trägt dies alles aber sorgfältig argumentierend vor, und ist sich natürlich im Klaren darüber, dass er mit empörten Widerspruch zu rechnen haben wird. Übrigens stellt er auch die Frage, wie es dann mit dem Selbstmord zu halten sei: und stellt fest, dass seine These über die Schlechtigkeit des Lebens nicht impliziert, dass das Leben fortzuführen schlechter sei als es zu beenden. Dafür braucht man andere Gründe.
In allem: schon um sich darüber klar zu werden, an welcher Stelle man ihm widersprechen möchte, ist Benatars Buch eine spannende Lektüre!

1 Kommentar:

  1. nerone23/4/07

    Wenn es denn besser sei nicht gelebt zu haben, ist es doch in der Verlängerung des Argumentes auch logisch, besser nicht gestorben worden zu sein. Demnach ist also Selbstmord sowieso eine gänzlich unerwachsene und unlogische, ja sogar falsche Handlung. Oder?

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