Wer ist Guido Bonatti? Die Zeitschrift Nuova civiltà delle macchine hat die No 3 / 2007 diesem Guido Bonatti gewidmet. Was sagt Google dazu? Der erste Treffer führt auf eine Seite "Magier des Mittelalters", wobei die einleitenden Zeilen dort auf Dantes Göttliche Tragödie verweisen. Bonatti, um 1300, Magier und Astrologe. Eine Seite mit dem seltsamen Titel "Sphinx-Suche" behauptet, Bonatti, Franziskanermönch, sei auch Alchimist gewesen, "versagte aber als Rosenkreuzer-Adept". Ist das nicht traurig, wenn die Nachwelt nichts weiter über einen behält? Und woher weiß das dieses "Institut für Traumanalysen"? Und Benjamin Dykes, "a leading medieval astrologer", hat auch was zu Bonatti geschrieben, was wunderbar seriös aussieht.
Wikipedia hält einen Stub bereit. Der kürzeste Weg zu fundierter Info ist wohl doch die Zeitschrift :-).
31 März 2008
Warum moralisch sein?
Kann man zum Thema noch was neues sagen? Nachdem Kurt Bayertz bei UTB einen Sammelband mit klassischen Positionen herausgegeben und selbst eine Monographie geschrieben hat, die bei Beck erschien, habe ich hier nichts mehr zum Thema erscheinen sehen. Das Dilemma der Frage ist das folgende: Jeder außermoralische Grund für das Moralischsein verweist auf die höhere Autorität anderer Werte (Religion ist die klassischste Variante); jeder moralische Grund für das Moralischsein setzt die Anerkennung der Moral voraus.
Die meisten derjenigen, die eine Antwort versuchen, probieren heute den ersten Weg, weil das Moralische nicht mehr die gleiche Selbstverständlichkeit besitzt wie noch vor 100 Jahren. Die zweitklassischste Position nach dem Verweis auf göttliche Gebote zur Begründung von moralischem Handeln ist der Eigennutz. Ich entsinne mich eines Seminars in Göttingen, bei dem Dietmar von der Pfordten als Seminarleiter die von ihm provokativ gedachte These vertrat, alles Handeln sei letztlich eigennützig, das sei psychologisch gar nicht anders möglich. Auch altruistisches Handeln sei eigennützig wegen dem Gefühl der Befriedigung, dass es dem Handelnden verschaffe. (Man denke sich Mutter Theresa im moralischen Orgasmus.)
Dass dabei der Begriff des Eigennutzes entweder inhaltsleer wird oder einer empirischen Überprüfung zugänglich (wie lässt sich denn das Gefühl der Befriedigung messen?), schien ihn nicht zu stören.
Jetzt ist gerade ein Buch erschienen, dass Paul Bloomfield herausgegeben hat: Morality and Self-Interest (Oxford : Oxford University Press, 2008). Anders als der Titel vermuten lässt, geht es in der Hälfte der Aufsätze um "Morality without self-interest". Mir scheint jedenfalls, dass dies die Kernfrage des Problems "Warum moralisch sein?" ist: wie man sich zum Eigennutz verhält.
Die meisten derjenigen, die eine Antwort versuchen, probieren heute den ersten Weg, weil das Moralische nicht mehr die gleiche Selbstverständlichkeit besitzt wie noch vor 100 Jahren. Die zweitklassischste Position nach dem Verweis auf göttliche Gebote zur Begründung von moralischem Handeln ist der Eigennutz. Ich entsinne mich eines Seminars in Göttingen, bei dem Dietmar von der Pfordten als Seminarleiter die von ihm provokativ gedachte These vertrat, alles Handeln sei letztlich eigennützig, das sei psychologisch gar nicht anders möglich. Auch altruistisches Handeln sei eigennützig wegen dem Gefühl der Befriedigung, dass es dem Handelnden verschaffe. (Man denke sich Mutter Theresa im moralischen Orgasmus.)
Dass dabei der Begriff des Eigennutzes entweder inhaltsleer wird oder einer empirischen Überprüfung zugänglich (wie lässt sich denn das Gefühl der Befriedigung messen?), schien ihn nicht zu stören.
Jetzt ist gerade ein Buch erschienen, dass Paul Bloomfield herausgegeben hat: Morality and Self-Interest (Oxford : Oxford University Press, 2008). Anders als der Titel vermuten lässt, geht es in der Hälfte der Aufsätze um "Morality without self-interest". Mir scheint jedenfalls, dass dies die Kernfrage des Problems "Warum moralisch sein?" ist: wie man sich zum Eigennutz verhält.
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Ethik,
Warum moralisch sein?
17 März 2008
How is it like to be an animal?
David McFarland weiß das natürlich auch nicht. In Guilty robots, happy dogs (Oxford : OUP, 2008) analysiert er, was wir über "alien" minds denken: Wesen, denen wir Intetionen und andere mentale Zustände zuschreiben, bei denen wir aber nicht wissen, wie es sich anfühlt, sie zu sein: Tiere und Roboter sind seine ersten Kandidaten. McFarland geht in diesem Buch einer Reihe von Fragen nach, in kleinen Schritten, um am Ende dort anzukommen, wo man ihn ohnehin vermutet hatte: Subjektivität und Rationalität mögen Bedingungen für die Zuschreibung von Bewusstsein sein, aber wir können eben nicht beurteilen, ob ein Tier, ein Roboter oder ein Alien subjektive mentale Zustände hat. Subjektivität ist "wie es sich anfühlt", Rationalität ist "wie man sich verhält", und nur letzteres kann man von außen beobachten. Aber der argumentative Weg dahin ist natürlich eine ganze Ecke interessanter als diese Schlussfolgerung...
Sind Gefühle modular aufgebaut?
Und was bedeutet das?
Das Supplementary Volume 32 zum Canadian Journal of Philosophy trägt den Titel The modularity of emotions (Calgary : University of Calgary Press, 2008), herausgegeben von Luc Faucher und Christine Tappolet. Die Beiträge des Bandes gehen der "meistdiskutierten" Frage in der Gefühlstheorie nach, ob Gefühle nämlich "modular" seien. Dazu werden anfangs verschiedene Konzeptionen von Modularität vorgestellt, unter anderem von Chomsky, von Fodor. Im Fodorschen Sinne scheint erst einmal nicht gemeint, dass Gefühle zueinander modular sind, also dass mehrere Basismodule Gefühle sich zu einem aktuell gefühlten Gefühlsmischmasch zusammensetzen lassen, sondern dass die Module bestimmte voneinander unterscheidbare Eigenschaften und Funktionen haben. Fodor als Funktionalist meinte außerdem (fassen die Herausgeber zusammen), dass sich diese Module unterschiedlich in der Hardware Gehirn wiederfinden, so dass z.B. ein Gehirnschaden nur die Gefühlsmodule beeinträchtigen würde, die in der beschädigten Region liegen. -- Anscheinend gibt es auch ein evolutionstheoretisch geprägtes Verständnis von Modularität, dass Einheiten unterscheidet, deren Herausbildung einzeln mit evolutionären Vorteilen erklärt werden kann.
Abhängig davon, wie Modularität überhaupt verstanden wird, geht es den Autoren dann um die Standardfragen, also z.B. die, ob Gefühle irrational sind oder nicht. -- Der Verlag hat's leider nicht fertig gebracht, das Inhaltsverzeichnis auf seiner Homepage anzuzeigen, und die Umschlaggestaltung ist auch nicht das Gelbe vom Ei.
Das Supplementary Volume 32 zum Canadian Journal of Philosophy trägt den Titel The modularity of emotions (Calgary : University of Calgary Press, 2008), herausgegeben von Luc Faucher und Christine Tappolet. Die Beiträge des Bandes gehen der "meistdiskutierten" Frage in der Gefühlstheorie nach, ob Gefühle nämlich "modular" seien. Dazu werden anfangs verschiedene Konzeptionen von Modularität vorgestellt, unter anderem von Chomsky, von Fodor. Im Fodorschen Sinne scheint erst einmal nicht gemeint, dass Gefühle zueinander modular sind, also dass mehrere Basismodule Gefühle sich zu einem aktuell gefühlten Gefühlsmischmasch zusammensetzen lassen, sondern dass die Module bestimmte voneinander unterscheidbare Eigenschaften und Funktionen haben. Fodor als Funktionalist meinte außerdem (fassen die Herausgeber zusammen), dass sich diese Module unterschiedlich in der Hardware Gehirn wiederfinden, so dass z.B. ein Gehirnschaden nur die Gefühlsmodule beeinträchtigen würde, die in der beschädigten Region liegen. -- Anscheinend gibt es auch ein evolutionstheoretisch geprägtes Verständnis von Modularität, dass Einheiten unterscheidet, deren Herausbildung einzeln mit evolutionären Vorteilen erklärt werden kann.
Abhängig davon, wie Modularität überhaupt verstanden wird, geht es den Autoren dann um die Standardfragen, also z.B. die, ob Gefühle irrational sind oder nicht. -- Der Verlag hat's leider nicht fertig gebracht, das Inhaltsverzeichnis auf seiner Homepage anzuzeigen, und die Umschlaggestaltung ist auch nicht das Gelbe vom Ei.
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Gefühl
16 März 2008
Alter Text von mir
Ich habe meine literaturwissenschaftliche Magisterarbeit digitalisiert und auf den Erlanger Hochschulschriftenserver gelegt:
<http://www.opus.ub.uni-erlangen.de/opus/volltexte/2008/845/>. Die Arbeit entstand 1996 an der Uni Göttingen und heißt "Ich-Konzepte". Es geht um das Selbstverständnis von Figuren, vor allem von Ich-Erzählern, und wie die Sprache des Erzählens Aufschluss gibt darüber, ob das ausgesagte Ich-Konzept stimmt. Also über das, wittgensteinsch ausgedrückt, Verhältnis von Sagen und Zeigen in der Analyse von Figuren. Hauptsächlich habe ich Thomas Bernhards Auslöschung. Ein Zerfall, Peter Roseis Persona und Peter Handkes Mein Jahr in der Niemandsbucht untersucht. Zu Rosei gibt es ohnehin nicht so viel Forschungsliteratur, da ist es nicht schwer, etwas Substantielles beizutragen. Für Handke und Bernhard, die sicher meistbesprochenen Gegenwartsautoren Österreichs, ist das schwieriger. Trotzdem, denke ich, entwickelt die Studie eine originelle und begründete Interpretation der Auslöschung, indem sie die (typisch Bernhardsche) Monomanie des Erzählers als Ausweis seiner psychischen Beschädigung begreift, als unwillkürliches Zeigen eines Ichs, das vom erzählten Ich-Konzept entlarvend abweicht.
Zu Handkes Text gab es 1996 auch noch keine Literatur, das hat sich vermutlich inzwischen geändert. Trotzdem bin ich sicher der erste, dem aufgefallen ist, dass die erzählte Zeitlinie der Ereignisse in dieser Erzählung nicht stimmt (was die Rekonstruktion der Ereignisse für den Interpreten etwas erschwert :-)), vgl. die Tabelle im Text. -- Das Handke-Kapitel bietet nicht nur eine Interpretation des Textes für sich, sondern geht auch den autointertextuellen Bezügen auf andere Werke Handkes nach, auf Die Stunde der wahren Empfindung, Die Wiederholung und Langsame Heimkehr. Da mich immer eher die Unterschiede eines Textes zu anderen desselben Autors interessieren, habe ich bei der Handke- wie bei der Bernhard-Analyse die interpretierten Texte nicht als Fortsetzung eines Bernhardschen oder Handkeschen Gesamterzählprojekts gesehen, und dementsprechend auch Züge, die andere als stilistische Marotten der Autoren interpretieren würden, als stilistische Marotten der Ich-Erzähler analysiert. Was mir die Texte stärker zu öffnen scheint...
<http://www.opus.ub.uni-erlangen.de/opus/volltexte/2008/845/>. Die Arbeit entstand 1996 an der Uni Göttingen und heißt "Ich-Konzepte". Es geht um das Selbstverständnis von Figuren, vor allem von Ich-Erzählern, und wie die Sprache des Erzählens Aufschluss gibt darüber, ob das ausgesagte Ich-Konzept stimmt. Also über das, wittgensteinsch ausgedrückt, Verhältnis von Sagen und Zeigen in der Analyse von Figuren. Hauptsächlich habe ich Thomas Bernhards Auslöschung. Ein Zerfall, Peter Roseis Persona und Peter Handkes Mein Jahr in der Niemandsbucht untersucht. Zu Rosei gibt es ohnehin nicht so viel Forschungsliteratur, da ist es nicht schwer, etwas Substantielles beizutragen. Für Handke und Bernhard, die sicher meistbesprochenen Gegenwartsautoren Österreichs, ist das schwieriger. Trotzdem, denke ich, entwickelt die Studie eine originelle und begründete Interpretation der Auslöschung, indem sie die (typisch Bernhardsche) Monomanie des Erzählers als Ausweis seiner psychischen Beschädigung begreift, als unwillkürliches Zeigen eines Ichs, das vom erzählten Ich-Konzept entlarvend abweicht.
Zu Handkes Text gab es 1996 auch noch keine Literatur, das hat sich vermutlich inzwischen geändert. Trotzdem bin ich sicher der erste, dem aufgefallen ist, dass die erzählte Zeitlinie der Ereignisse in dieser Erzählung nicht stimmt (was die Rekonstruktion der Ereignisse für den Interpreten etwas erschwert :-)), vgl. die Tabelle im Text. -- Das Handke-Kapitel bietet nicht nur eine Interpretation des Textes für sich, sondern geht auch den autointertextuellen Bezügen auf andere Werke Handkes nach, auf Die Stunde der wahren Empfindung, Die Wiederholung und Langsame Heimkehr. Da mich immer eher die Unterschiede eines Textes zu anderen desselben Autors interessieren, habe ich bei der Handke- wie bei der Bernhard-Analyse die interpretierten Texte nicht als Fortsetzung eines Bernhardschen oder Handkeschen Gesamterzählprojekts gesehen, und dementsprechend auch Züge, die andere als stilistische Marotten der Autoren interpretieren würden, als stilistische Marotten der Ich-Erzähler analysiert. Was mir die Texte stärker zu öffnen scheint...
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Literaturwissenschaft
12 März 2008
Neue Texte von Unamuno
Wenn einer schon gut 80 Jahre tot ist, dann kann da eigentlich nicht mehr allzuviel neues aufzutreiben sein? Miguel de Unamuno hat bis 1936 gelebt, und jetzt erscheint mit Miguel de Unamuno desconocido, hg. von Manuel M.a Urrutia León (Salamanca, 2007), ein Buch mit "58 nuevos textos de Unamuno". Es scheinen, soweit ich das mit meinem nicht vorhandenen Spanisch beurteilen kann, vor allem Leserbriefe zu sein, die Urrutia León da gefunden und auf etwa 200 Seiten wiederabgedruckt hat, sie in seinem Kommentar einbettend in ihren historischen und intellektuellen Kontext. Das Buch ist Band 32 der Biblioteca Unamuno.
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Unamuno
10 März 2008
Wozu Philosophie?
Ich frage mich das eigentlich nie. Aber die Antworten von anderen interessieren mich schon. Hans Jörg Sandkühler hat soeben ein Suhrkamp-Taschenbuch mit neckisch invertiertem Titel Philosophie, wozu? herausgegeben. In seinem Vorwort macht er "exogene" und "endogene" Fragegründe aus. Exogen heißt, dass z.B. die Bildungspolitik daher kommt und fragt: Wozu brauchen wir Euch Philosophen eigentlich? Endogen heißt, dass die Philosophen darauf mit der Frage antworten: "Ja wozu?"
"Neu ist", meint Sandkühler, "der Außendruck, der aus der Fixierung auf vereinseitigt ökonomische Nützlichkeitsparameter entsteht". Es geht also gar nicht um die Philosophie als Tätigkeit, sondern um die Philosophie als Institution einer Gesellschaft, welche für ihren Erhalt auch der Unterstützung der Gesellschaft bedarf und daher sich im Rechtfertigungszwang sieht.
Ich habe gerade nur in den ersten Beitrag von Günter Abel reingelesen. Der scheint mir allerdings etwas vom Wunschdenken bestimmt. Er meint, dass die Philosophie eine bestimmte Aufgabe wahrnehmen muss und dass die Wahrnehmung dieser Aufgabe institutionalisiert werden muss: "[Die Philosophie] muss im öffentlichen Raum deutlich machen, dass genuin philosophische Tugenden wie konsistentes Argumentieren, Reflexionsvermögen, Kommunikations- und Diskurskompetenzen nicht nur für alle Wissenschaften, sondern für zukunftsfähige Gesellschaften grundlegend sind". Sind das nicht selbstverständliche wissenschaftliche Tugenden, sei man nun Philosoph oder nicht? Doch, meint auch Abel: "Für die besten Köpfe der universitären Lehr- und Forschungsaktivitäten ist dies ohnehin eine intellektuelle Selbstverständlichkeit".
Naja, lassen wir den Bereich soft skills. Abel meint auch, der Philosophie dankbar sein zu müssen, dass sie "lebens-, überlebens-wichtige" Fragen bearbeitet. Welche könnten das sein? Zum Beispiel: "Wie ist es zu denken, dass organische Lebewesen, wie wir es sind, über geistige Fähigkeiten, über Bewusstsein, Selbstbewusstsein, eine Innenwelt und ein subjektives Erleben verfügen? Was meinen wir mit und worin bestehen Freiheit, Rationalität, Vernunft, Gerechtigkeit? Wie kann ich 'richtig' leben? Was bedeutet und wie stellen wir uns als endliche Geister zu Tod und Sterben?"
Wenn ich diese kleine Fragensammlung so lese (Abel hat noch ein paar mehr), legen sich mir zwei Bemerkungen unausweichlich nahe: 1. Worauf bezieht sich die Kategorie "überleben"? Damit kann Abel nicht den Einzelnen meinen, dem für sein Überleben sicher herzlich egal ist, wie Bewusstsein zu denken ist. Aber ist das nicht auch der Gesellschaft egal?
2. Eine Disziplin, die davon lebt oder gar sich selbst so versteht, dass sie zu keinen endgültigen Antworten kommt, braucht vielleicht noch etwas mehr zu ihrer Rechtfertigung als die Tatsache, dass sie überhaupt bestimmte Fragen stellt. Sie muss auch deutlich machen, worin ihre vorläufigen Antworten wichtig sind. Ich sehe nämlich nicht auf Anhieb, wie eine philosophische Reflexion z.B. von Rationalität mir dabei hilft, mich in diesem oder jenem konkreten Fall zu handeln bzw. mich zu entscheiden. Oder wie irgendeine Antwort auf die Frage, wie "wir" uns als "endliche Geister" zum Sterben stellen, beim Leben hilft.
Philosophie ist für den Einzelnen vielleicht Leidenschaft, für eine Gesellschaft ist sie Luxus: nämlich das Infragestellen und Reflektieren des Bestehenden. Das ist wie mit der Ethik: deren Funktion ja eigentlich das Verbieten von Handlungen ist, für die man hinreichend durch außermoralische Gründe motiviert wäre. Eine Gesellschaft leistet sich erst dann Ethikkommissionen (und hört auf sie), wenn sie sich das Zaudern und die moralischen Skrupel ebenfalls leisten kann, nicht weil sie überhaupt eine moralische ist, sondern weil sie, genau wie reiche Leute großzügig sein können, nicht überall auf die Effizienz sehen muss.
"Neu ist", meint Sandkühler, "der Außendruck, der aus der Fixierung auf vereinseitigt ökonomische Nützlichkeitsparameter entsteht". Es geht also gar nicht um die Philosophie als Tätigkeit, sondern um die Philosophie als Institution einer Gesellschaft, welche für ihren Erhalt auch der Unterstützung der Gesellschaft bedarf und daher sich im Rechtfertigungszwang sieht.
Ich habe gerade nur in den ersten Beitrag von Günter Abel reingelesen. Der scheint mir allerdings etwas vom Wunschdenken bestimmt. Er meint, dass die Philosophie eine bestimmte Aufgabe wahrnehmen muss und dass die Wahrnehmung dieser Aufgabe institutionalisiert werden muss: "[Die Philosophie] muss im öffentlichen Raum deutlich machen, dass genuin philosophische Tugenden wie konsistentes Argumentieren, Reflexionsvermögen, Kommunikations- und Diskurskompetenzen nicht nur für alle Wissenschaften, sondern für zukunftsfähige Gesellschaften grundlegend sind". Sind das nicht selbstverständliche wissenschaftliche Tugenden, sei man nun Philosoph oder nicht? Doch, meint auch Abel: "Für die besten Köpfe der universitären Lehr- und Forschungsaktivitäten ist dies ohnehin eine intellektuelle Selbstverständlichkeit".
Naja, lassen wir den Bereich soft skills. Abel meint auch, der Philosophie dankbar sein zu müssen, dass sie "lebens-, überlebens-wichtige" Fragen bearbeitet. Welche könnten das sein? Zum Beispiel: "Wie ist es zu denken, dass organische Lebewesen, wie wir es sind, über geistige Fähigkeiten, über Bewusstsein, Selbstbewusstsein, eine Innenwelt und ein subjektives Erleben verfügen? Was meinen wir mit und worin bestehen Freiheit, Rationalität, Vernunft, Gerechtigkeit? Wie kann ich 'richtig' leben? Was bedeutet und wie stellen wir uns als endliche Geister zu Tod und Sterben?"
Wenn ich diese kleine Fragensammlung so lese (Abel hat noch ein paar mehr), legen sich mir zwei Bemerkungen unausweichlich nahe: 1. Worauf bezieht sich die Kategorie "überleben"? Damit kann Abel nicht den Einzelnen meinen, dem für sein Überleben sicher herzlich egal ist, wie Bewusstsein zu denken ist. Aber ist das nicht auch der Gesellschaft egal?
2. Eine Disziplin, die davon lebt oder gar sich selbst so versteht, dass sie zu keinen endgültigen Antworten kommt, braucht vielleicht noch etwas mehr zu ihrer Rechtfertigung als die Tatsache, dass sie überhaupt bestimmte Fragen stellt. Sie muss auch deutlich machen, worin ihre vorläufigen Antworten wichtig sind. Ich sehe nämlich nicht auf Anhieb, wie eine philosophische Reflexion z.B. von Rationalität mir dabei hilft, mich in diesem oder jenem konkreten Fall zu handeln bzw. mich zu entscheiden. Oder wie irgendeine Antwort auf die Frage, wie "wir" uns als "endliche Geister" zum Sterben stellen, beim Leben hilft.
Philosophie ist für den Einzelnen vielleicht Leidenschaft, für eine Gesellschaft ist sie Luxus: nämlich das Infragestellen und Reflektieren des Bestehenden. Das ist wie mit der Ethik: deren Funktion ja eigentlich das Verbieten von Handlungen ist, für die man hinreichend durch außermoralische Gründe motiviert wäre. Eine Gesellschaft leistet sich erst dann Ethikkommissionen (und hört auf sie), wenn sie sich das Zaudern und die moralischen Skrupel ebenfalls leisten kann, nicht weil sie überhaupt eine moralische ist, sondern weil sie, genau wie reiche Leute großzügig sein können, nicht überall auf die Effizienz sehen muss.
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Gesellschaft,
Philosophie
02 März 2008
Logikrätsel
Das schwerste Logikrätsel überhaupt finden Sie hier:
http://philosophy.hku.hk/think/logic/hardest.php
Lösungsvorschläge?
http://philosophy.hku.hk/think/logic/hardest.php
Lösungsvorschläge?
19 Februar 2008
(Keine Philosophie) Kochen wie im Mittelalter
Fehlen nur die Rezepte?
Thomas Gloning von der Uni Gießen sammelt Texte historischer Kochbücher und macht sie digital verfügbar: http://www.uni-giessen.de/gloning/kobu.htm. Nicht nur Mittelalter, aber auch. Um eine Hirschleber (?) anzurichten, müsste man aber erst übersetzen:
Von einer hirz lebern.
Ein hirzes lebern sol man braten vf eime roste, die man lange behalten
wil, vnd sol die duenne schniden zvo schiben. vnd nim einen reinen
honicsaum, den suede. vnd nim denne yngeber vnd galgan vnd
negelin, die stozze vnder ein ander vnd wirfe sie dar in. vnd nim
denne ein faz oder eine schaf, dor in du ez wilt tuon, vnd waschez
gar rein vnd guoz dor in ein schiht honiges vnd lege denne ein
schiht lebern vnd also fuerbaz. vnd legez faste vf ein ander vnd
setze daz hin.
(Quelle: Das Buch von guter Speise (um 1350), auf Glonings Seite an erster Stelle)
Thomas Gloning von der Uni Gießen sammelt Texte historischer Kochbücher und macht sie digital verfügbar: http://www.uni-giessen.de/gloning/kobu.htm. Nicht nur Mittelalter, aber auch. Um eine Hirschleber (?) anzurichten, müsste man aber erst übersetzen:
Von einer hirz lebern.
Ein hirzes lebern sol man braten vf eime roste, die man lange behalten
wil, vnd sol die duenne schniden zvo schiben. vnd nim einen reinen
honicsaum, den suede. vnd nim denne yngeber vnd galgan vnd
negelin, die stozze vnder ein ander vnd wirfe sie dar in. vnd nim
denne ein faz oder eine schaf, dor in du ez wilt tuon, vnd waschez
gar rein vnd guoz dor in ein schiht honiges vnd lege denne ein
schiht lebern vnd also fuerbaz. vnd legez faste vf ein ander vnd
setze daz hin.
(Quelle: Das Buch von guter Speise (um 1350), auf Glonings Seite an erster Stelle)
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Nicht Philosophie
16 Februar 2008
Hobby-Philosophie
Als ich zur Schule ging, gabs Pirsigs Zen oder die Kunst, ein Motorrad zu warten. Nun gibts: Craig Bourne: Philosophical ridings : motorcycles and the meaning of life (Oxford : Oneworld, 2007). Klappentext: "To be a biker is to be on the road to the meaning of life". "From ethics to existentialism, motorcycling raises some of life's biggest questions. What should our attitutde be towards danger and death? Does riding shed any light on the nature of reality?"
Während mir in der Tat scheint, dass die erste Frage einem schon manchmal beim Fahrradfahren durch den Kopf gehen kann, sehe ich nicht so recht, wie das Fahren die zweite Frage motiviert. Ist aber auch egal, warum man eine Frage stellt: vielleicht kommt man ja damit immerhin der Frage näher.
Der Autor lehrt als Lecturer für Philosophie an der Uni Cambridge und fährt eine Ducati. Ride on!
Während mir in der Tat scheint, dass die erste Frage einem schon manchmal beim Fahrradfahren durch den Kopf gehen kann, sehe ich nicht so recht, wie das Fahren die zweite Frage motiviert. Ist aber auch egal, warum man eine Frage stellt: vielleicht kommt man ja damit immerhin der Frage näher.
Der Autor lehrt als Lecturer für Philosophie an der Uni Cambridge und fährt eine Ducati. Ride on!
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Motorrad,
Philosophie
Max Adler u.a. bei Literatur-Agentur Danowski
Ich habe ja schon mal vor dieser Literatur-Agentur gewarnt. Auch jetzt sehe ich gerade wieder einen ungekennzeichneten Reprint angezeigt: aus den 44 Seiten der 1919 erschienen Würdigung Georg Simmels von Max Adler (Georg Simmels Bedeutung für die Geistesgeschichte. Wien) macht die Agentur 88 Blatt, die "geh." sind: ein einseitig kopierter Reprint also, zusammengeheftet. Die Deutsche Nationalbibliographie macht keine Preisangabe des Danowski-Reprints, aber antiquarisch kann man das Werk noch für 20,- € kaufen. Das dürfte in jedem Fall billiger sein! Wenn man nicht auf Google Books warten möchte...
Danowski bietet auch 79 Blatt "Philosophen-Porträtaufnahmen" an. Entweder handelt es sich darin um gemeinfreie Bilder: dann sinds vermutlich nur Porträtaufnahmen in dem Sinne, dass es Aufnahmen von Porträts sind. Oder es handelt sich um Fotografien von Personen: dann steht zu befürchten, dass Danowski sich hier einfach irgendwo bedient hat (was man ja nicht darf). Zu schade, dass es im Web keine weiteren Informationen gibt: weder über den Preis noch über sonstige Merkmale des Inhalts. So ganz professionell funktioniert der Vertrieb der Literatur-Agentur offenbar nicht...
Danowski bietet auch 79 Blatt "Philosophen-Porträtaufnahmen" an. Entweder handelt es sich darin um gemeinfreie Bilder: dann sinds vermutlich nur Porträtaufnahmen in dem Sinne, dass es Aufnahmen von Porträts sind. Oder es handelt sich um Fotografien von Personen: dann steht zu befürchten, dass Danowski sich hier einfach irgendwo bedient hat (was man ja nicht darf). Zu schade, dass es im Web keine weiteren Informationen gibt: weder über den Preis noch über sonstige Merkmale des Inhalts. So ganz professionell funktioniert der Vertrieb der Literatur-Agentur offenbar nicht...
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Literatur Agentur Danowski,
Reprint,
Warnung
15 Februar 2008
Gewalt bei Demonstrationen
Eben hörte ich im Deutschlandfunk eine Sendung über die Proteste zum G8-Gipfel in Heiligendamm im letzten Jahr. Die Zeugnisse über wenig oder gar nicht motivierte Polizeiübergriffe auf friedliche Demonstranten sind schon bedrückend. Mein Nachdenken kommt aber jetzt von etwas anderem. Da war nämlich eine Anwältin im O-Ton zu vernehmen, die sich mit Bürgerrechten beschäftigte; ihren Namen habe ich vergessen. Die sagte so etwa:
Worauf ich hier also hinaus möchte, ist diese Asymmetrie, welche die Anwältin hervorhob. Und die ich nicht sehe. Dabei sehe ich jetzt von den konkreten Ereignissen ab, und will auch nicht verschiedene Gewalttaten gegeneinander aufrechnen. Ich würde nur sagen, dass die Gewalt eines Demonstranten gegen einen Polizisten (sofern sie Aggression und nicht Notwehr ist), auch ein Angriff auf den Staat ist, weil sie das Gewaltmonopol des Staates gleichermaßen nicht anerkennt. Oder nicht?
"Wenn ein Demonstrant auf einen Polizisten einen Stein wirft oder diesen schlägt, dann ist das ein Angriff auf diesen Menschen und die Humanität. Aber wenn ein Polizist einen Demonstranten schlägt, ist das nicht nur ein Angriff auf diesen und die Humanität, sondern auch auf unseren Staat, denn die Polizisten haben das Gewaltmonopol des Staates, das sie vertreten, vom Volk geliehen bekommen."
Worauf ich hier also hinaus möchte, ist diese Asymmetrie, welche die Anwältin hervorhob. Und die ich nicht sehe. Dabei sehe ich jetzt von den konkreten Ereignissen ab, und will auch nicht verschiedene Gewalttaten gegeneinander aufrechnen. Ich würde nur sagen, dass die Gewalt eines Demonstranten gegen einen Polizisten (sofern sie Aggression und nicht Notwehr ist), auch ein Angriff auf den Staat ist, weil sie das Gewaltmonopol des Staates gleichermaßen nicht anerkennt. Oder nicht?
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Gewalt
13 Februar 2008
Kröners Philosophie der Gegenwart
1991 kam es zum ersten Mal raus, das Nachschlagewerk 'Philosophie der Gegenwart in Einzeldarstellungen' im handlichen Kröner-Lexikonformat. Ich konnte es damals über den Mitherausgeber Nida-Rümelin mit Hörerschein beziehen, Mitte der 90er, und scherte mich darum nicht um die zweite Auflage. Ich habe das immer gern benutzt als raschen Überblick; ich hatte dabei stets den Eindruck, dass da Leute geschrieben haben, die sich auskennen.
2007 ist eine dritte Auflage erschienen, und da haben Nida-Rümelin und die neue Mitherausgeberin Elif Özmen ausgemistet, indem sie sich darauf besannen, was "Gegenwart" eigentlich bedeutet. Auf die "klassischen" Autoren des 20. Jahrhunderts wollten sie nicht verzichten, also haben sie 34 Artikel verschoben in das Bändchen "Klassiker der Philosophie des 20. Jahrhunderts". Dort findet man Adorno, Arendt, Austin, Bloch, Carnap, Cassirer, Davidson ... scheint, dass die alle tot sind. Aber nein, mit Habermas und Putnam sind dort mindestens zwei lebende verzeichnet. Ob das bedeutet, dass Nida-Rümelin und Özmen von denen nicht mehr viel erwarten?
Die Lösung: Es gibt Überschneidungen. Die dritte 'ausgemistete' Auflage der Philosophie der Gegenwart mit 120 Philosophen (Inhalt, pdf) aus den letzten 40 Jahren ist wunderbar ausführlich, aber sie enthält, natürlich, auch Artikel über Davidson, Derrida, Foucault, Gadamer, Habermas, Kuhn, Levinas, Putnam, Quine, Rawls, Strawson, wie der Klassiker-Band. Und zwar dieselben Artikel. Von den 34 Artikeln der Klassiker sind also ein Drittel in dem Gegenwarts-Band: das hätte Kröner doch besser lösen können! Mir persönlich wären statt der Redundanzen lieber gewesen, die Herausgeber hätten noch ein paar mehr Klassiker aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts ausgegraben, z.B. Josiah Royce oder William James, Neurath, Natorp oder Cohen, Windelband oder Rickert, oder Bergson. Um nur die zu nennen, die mir jetzt gerade mal so einfallen.
2007 ist eine dritte Auflage erschienen, und da haben Nida-Rümelin und die neue Mitherausgeberin Elif Özmen ausgemistet, indem sie sich darauf besannen, was "Gegenwart" eigentlich bedeutet. Auf die "klassischen" Autoren des 20. Jahrhunderts wollten sie nicht verzichten, also haben sie 34 Artikel verschoben in das Bändchen "Klassiker der Philosophie des 20. Jahrhunderts". Dort findet man Adorno, Arendt, Austin, Bloch, Carnap, Cassirer, Davidson ... scheint, dass die alle tot sind. Aber nein, mit Habermas und Putnam sind dort mindestens zwei lebende verzeichnet. Ob das bedeutet, dass Nida-Rümelin und Özmen von denen nicht mehr viel erwarten?
Die Lösung: Es gibt Überschneidungen. Die dritte 'ausgemistete' Auflage der Philosophie der Gegenwart mit 120 Philosophen (Inhalt, pdf) aus den letzten 40 Jahren ist wunderbar ausführlich, aber sie enthält, natürlich, auch Artikel über Davidson, Derrida, Foucault, Gadamer, Habermas, Kuhn, Levinas, Putnam, Quine, Rawls, Strawson, wie der Klassiker-Band. Und zwar dieselben Artikel. Von den 34 Artikeln der Klassiker sind also ein Drittel in dem Gegenwarts-Band: das hätte Kröner doch besser lösen können! Mir persönlich wären statt der Redundanzen lieber gewesen, die Herausgeber hätten noch ein paar mehr Klassiker aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts ausgegraben, z.B. Josiah Royce oder William James, Neurath, Natorp oder Cohen, Windelband oder Rickert, oder Bergson. Um nur die zu nennen, die mir jetzt gerade mal so einfallen.
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20. Jahrhundert,
Nachschlagen
11 Februar 2008
Was hielt Ernst Bloch von Karl May?
Er mochte ihn. In seiner Rezension der "Gesammelten Werke" 1929 lässt er sich gar dazu hinreißen, ihn einen "der besten deutschen Erzähler, und er wäre vielleicht der beste schlechthin" zu nennen.
Nachzulesen in dem von Ralf Becker bei Suhrkamp (2007) herausgegebenen Band Der unbemerkte Augenblick : Feuilletons für die Frankfurter Zeitung, S. 134.
Nachzulesen in dem von Ralf Becker bei Suhrkamp (2007) herausgegebenen Band Der unbemerkte Augenblick : Feuilletons für die Frankfurter Zeitung, S. 134.
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Bloch
10 Februar 2008
Gedankenexperimente-Lexikon überarbeitet
Die URL für die Startseite ist dieselbe wie bisher: http://www.jg-eberhardt.de/philo_exp/index.html
Neu ist, dass das Layout angepasst wurde, die Navigation verbessert und einige neue Inhalte eingefügt. Vor habe ich noch:
- Ergänzung um weitere Experimente
- Originaltext der Quellen, sofern urheberrechtsfrei,
- gründlichere Anmerkungen,
- Einarbeiten der Bibliographie (die in ihrer kumulierten Form mir nicht sehr sinnvoll erschien und daher von der Homepage wieder verschwunden ist).
Ich würde mich freuen, die eine oder andere Rückmeldung hier zu lesen. Oder Vorschläge für weitere Einträge.
Neu ist, dass das Layout angepasst wurde, die Navigation verbessert und einige neue Inhalte eingefügt. Vor habe ich noch:
- Ergänzung um weitere Experimente
- Originaltext der Quellen, sofern urheberrechtsfrei,
- gründlichere Anmerkungen,
- Einarbeiten der Bibliographie (die in ihrer kumulierten Form mir nicht sehr sinnvoll erschien und daher von der Homepage wieder verschwunden ist).
Ich würde mich freuen, die eine oder andere Rückmeldung hier zu lesen. Oder Vorschläge für weitere Einträge.
Tags:
Gedankenexperiment,
Nachschlagen
06 Februar 2008
Zufall
Wie sich der Zufall mit dem Satz vom zureichenden Grunde verträgt -- weiß vielleicht Fabian Geier: Die Irrelevanz des Wirklichen. Oder: Zufall als Individuationsproblem. Freiburg : Alber, 2007.
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Metaphysik,
Zufall
04 Februar 2008
Gedankenexperimente, haufenweise
Mireille Staschok hat bei Logos (Berlin, 2007) ein knapp 100 Seiten starkes Bändchen rausgebracht, dass Abstrakt, Exakt, Obskur : philosophische Gedankenexperimente und Kunst heißt. Und gerade habe ich gesehen, dass es zu der Kunst dazu auch eine Webseite gibt.
Das Buch enthält 20 Gedankenexperimente als Szenario, dann einen kurzen Kommentar mit der Einordnung des philosophischen Problems, und ein paar Titeln aus der Literatur, die in die vom Gedankenexperiment behandelte Thematik einführen. Außerdem gibt es zu jedem Experiment eine künstlerische Umsetzung, der meist ganz witzig geraten ist, etwa wenn Nagels Fledermaus mit Batman illustriert wird. Die Einleitung stammt von Sören Häggquist und Daniel Cohnitz, zwei ausgewiesenen Kennern der Materie.
In Amazon-Rezensionen habe ich gelesen, dass man hier 20 "der bekanntesten" Gedankenexperimente finde; ich würde eher sagen, dass mit Haydn oder Auster und Goldmans Buch des Lebens auch ein paar weniger bekannte Szenarien augenommen wurden. Beim
Höhlengleichnis, das hier den Anfang macht, bin ich mir nicht sicher, ob es sich überhaupt um ein Gedankenexperiment handelt. Na, was solls. Ein nettes Büchlein; lange nicht so umfangreich wie Tittles Sammlung, dafür aber witziger (wegen der Kunst).
Das Buch enthält 20 Gedankenexperimente als Szenario, dann einen kurzen Kommentar mit der Einordnung des philosophischen Problems, und ein paar Titeln aus der Literatur, die in die vom Gedankenexperiment behandelte Thematik einführen. Außerdem gibt es zu jedem Experiment eine künstlerische Umsetzung, der meist ganz witzig geraten ist, etwa wenn Nagels Fledermaus mit Batman illustriert wird. Die Einleitung stammt von Sören Häggquist und Daniel Cohnitz, zwei ausgewiesenen Kennern der Materie.
In Amazon-Rezensionen habe ich gelesen, dass man hier 20 "der bekanntesten" Gedankenexperimente finde; ich würde eher sagen, dass mit Haydn oder Auster und Goldmans Buch des Lebens auch ein paar weniger bekannte Szenarien augenommen wurden. Beim
Höhlengleichnis, das hier den Anfang macht, bin ich mir nicht sicher, ob es sich überhaupt um ein Gedankenexperiment handelt. Na, was solls. Ein nettes Büchlein; lange nicht so umfangreich wie Tittles Sammlung, dafür aber witziger (wegen der Kunst).
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Gedankenexperiment
02 Februar 2008
Das Leib-Seele-Problem im Mittelalter
hat es nicht gegeben. Schreibt Peter King in einem im Sammelband Forming the mind : essays on the internal senses and the mind/body problem from Avicenna to the medical enlightenment (hg. von Henrik Lagerlund. - Dordrecht : Springer, 2007) abgedruckten Aufsatz (187-205). Er meint, das liege daran, dass die so erfolgreiche Unterscheidung zwischen primären und sekundären Qualitäten erst später eingeschlagen sei. Und erst das Konzept der sekundären Qualitäten habe die Frage aufgeworfen, wo denn eigentlich diese Eigenschaften beheimatet seien, wenn nicht in den Dingen selbst. Und auch 'Schmerz' als Standardfall der 'Sensation' wurde im Mittelalter nicht als rein mentales Geschehen betrachtet, sondern als Anzeichen eines beschädigten oder überlasteten Sinnesorgans. Damit ist Schmerz genauso rätselhaft wie die übrigen Sinnesdaten und wirft dieselben Fragen auf.
28 Januar 2008
Wer ein Thema beherrscht...
sollte mehr als einen Aufsatz daraus machen. Das beherzigt Henry R. West, Philosophieprof. in Minnesota, Macalester College, der für die Encyclopedia Britannica den Artikel Utilitarismus schrieb. Er veröffentlichte 2004 An introduction to Mill's utilitarian ethics bei der Cambridge University Press, 2007 A readers guide to Mill's 'Utilitarianism' bei Blackwell. Und gab zwischendurch (2006) noch eine Aufsatzsammlung zum Thema raus.
Nein, ich habe nichts dagegen, wenn einer mehrere Bücher über dasselbe Thema schreibt. Aber ich wundere mich schon, wenn jemand mehrere Einführungen schreibt. Wests eigene "selected publications"-Liste ist noch einseitiger.
Nein, ich habe nichts dagegen, wenn einer mehrere Bücher über dasselbe Thema schreibt. Aber ich wundere mich schon, wenn jemand mehrere Einführungen schreibt. Wests eigene "selected publications"-Liste ist noch einseitiger.
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john stuart mill
VDM Reprint, x
Man kann sich schon an den kleinen Dingen freuen, so z.B., dass VDM es gelungen ist, seinen Reprint von Bartholomäus von Carneris Entwicklung und Glückseligkeit in einer etwas besseren Qualität herzustellen als die andern bisher von mir gesehenen "Edition Classic"-Bände: keine Kopierstreifen am Rand, das als Vorlage benutzte Exemplar hat auch keine Bleistiftanstreichungen. Die Seiten hängen nur minimal schief. Erstaunlich finde ich immer noch die Scanqualität: die könnten sicher mit einer höheren Auflösung arbeiten und bräuchten keine pixeligen Buchstaben anzubieten.
Ärgerlich auch hier, dass die Titelseite des Originals bearbeitet beigegeben wurde (Druckort und -jahr entfernt), so dass man recherchieren muss, um festzustellen, dass dieses 1886 in Stuttgart im Verlag Schweizerbart erschienen ist. Und dass damit natürlich die Copyright-Bemerkung des Verlags falsch ist. Das Buch ist hergestellt bei Books on Demand in Nordersted: wieso muss es dann 49,- € kosten? Diesmal konnte ich allerdings kein antiquarisches Angebot ausmachen. Trotzdem würde ich jedem, der Geduld hat, vom Kauf abraten: die Bayerische Staatsbibliothek besitzt ein Exemplar von 1886, und das wird durch den BSB-Google-Deal irgendwann online sein.
Ärgerlich auch hier, dass die Titelseite des Originals bearbeitet beigegeben wurde (Druckort und -jahr entfernt), so dass man recherchieren muss, um festzustellen, dass dieses 1886 in Stuttgart im Verlag Schweizerbart erschienen ist. Und dass damit natürlich die Copyright-Bemerkung des Verlags falsch ist. Das Buch ist hergestellt bei Books on Demand in Nordersted: wieso muss es dann 49,- € kosten? Diesmal konnte ich allerdings kein antiquarisches Angebot ausmachen. Trotzdem würde ich jedem, der Geduld hat, vom Kauf abraten: die Bayerische Staatsbibliothek besitzt ein Exemplar von 1886, und das wird durch den BSB-Google-Deal irgendwann online sein.
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