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16 Juni 2009

Mittelalterliche Modallogik

Von vielen der ILLC-Veröffentlichungen verstehe ich nur Bahnhof. Das ILLC ist das Institute for Logic, Language and Computation der Universität Amsterdam, und es entfaltet eine rege Publikationstätigkeit, unter anderem mit einer Preprint-Serie, die wir gedruckt bekommen, die aber auch komplett online verfügbar hier ist: http://www.illc.uva.nl/Publications/reportlist.php?Series=PP. Da gibt es Aufsätze wie "Interpretability in PRA" (pdf), bei dem man als Laie nur raten kann, was PRA wohl bedeutet, da die Autoren Leser voraussetzen, die das wissen. Und die dann mit der Bemerkung was anfangen können, IL(PRA) sei weder ILM noch ILP.
Die Erschließung von solchen Sachen ist eine pain in the ass.

Andererseits findet man aber auch Aufsätze, die schon mit einem allgemeinverständlichen Titel glänzen, wie Sara Uckelmans "Three 13th-century views of quantified modal logic" (pdf). Wikipedia hat übrigens einen lesenswerten Artikel zur Modallogik, der auch ein paar Bemerkungen zur Geschichte macht: im Mittelalter habe sich Duns Scotus mit modallogischen Begriffen beschäftigt. Uckelman untersucht 3 mittelalterliche Texte und kommt zu dem Ergebnis, dass darin die Quantifizierung modallogischer Ausdrücke (die in der gegenwärtigen Logik für unfruchtbar erachtet wird laut Uckelman) eine nachgerade folgerichtig fortschreitende und systematische Entwicklung war mit achtbaren Ergebnissen und, nach ihrem Urteil, sich konzeptuell natürlicher ergibt als die gegenwärtige Behandlung nichtquantifizierter Ausdrücke. Ah, ich merke, dass ich wieder beim Bahnhof angekommen bin...

14 Juni 2009

Wann genau hat Béla von Brandenstein gelebt?

Béla von Brandenstein ist ein in Budapest geborener Philosoph, der nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland, genauer: in Saarbrücken gelebt und gewirkt hat und dort auch gestorben ist. Es gibt eine mehrbändige Grundlegung der Philosophie von ihm und noch so allerhand. Bis zu einem eigenen Wikipedia-Artikel hat er's aber nicht gebracht; er wird nur im Eintrag zu einem Adelsgeschlecht der Brandensteins erwähnt.
Die SWD weiß, dass Brandenstein von 1901 bis 1989 gelebt hat. Geburtstag und Todestag fehlen aber. Da die Googelei nicht auf den ersten Seiten die gesuchte Information bringt, komme ich auf die Idee, die Google-Buchsuche zu benutzen, um damit vielleicht den einen oder anderen Nachruf aufzutun. Und voilà: Ich finde das Ungarn-Jahrbuch von 1989, in dem auf S. 313 der Todestag erwähnt ist: der 24. August. Leider konnte ich den Snippet auf der Seite nicht erkennen, aber ich fand über die Buchsuche noch einen zweiten Nachruf, nämlich in der Revue philosophique du Louvain von 1990, S. 450. Dort steht, dass Brandenstein am 17. März 1901 geboren wurde.

11 Juni 2009

Philosoph Volker Gerhardt gegen Open Access -- warum eigentlich?

via Ben Kadens Artikel im IBI-Weblog .

Der Philosoph Volker Gerhardt hat in der FAZ und einen Tag später bei FAZ online einen Text zum Thema Open Access veröffentlicht: "Die Folgen des Publizierzwangs". Er scheint dagegen zu sein. Warum eigentlich?

Gerhardt ist, das muss man neidlos anerkennen, mit den Wassern der Rhetorik gewaschen. Gleich anfangs entwirft er eine Vision des Open Access, die schon negativ gefärbt ist, bevor er überhaupt ein Wort zu ihrer Gestalt verloren hat. Die Idee "Open Access" habe "bezwingenden Charme", schreibt Gerhardt, und zwar besonders, wenn sie "von Organisationen stammt, die schon Unmögliches wie den Bologna-Prozess, die Exzellenz-Initiative, die Evaluationsexzesse und den Interdisziplinaritätsfuror zuwege gebracht haben".
Evaluationsexzess -- das ist negativ gefärbt.
Interdisziplinaritätsfuror -- das ist negativ gefärbt.
Wir können ja mal raten, ob Gerhardt Exzellenz-Initiative und Bologna-Prozess gut findet. Vielleicht mag Gerhardt die Exzellenz-Initiative nicht, weil es der Humboldt-Uni, an der er lehrt, nicht gelang, als exzellente Uni erkannt zu werden.

Hinter dieser negativen Färbung kann man schon beinahe nicht mehr lesen, worum es geht: "Was immer mit Steuergeldern unterstützt wird, soll im Ergebnis für jeden Steuerzahler kostenlos im Netz zu lesen sein." Ja, schön wär's! Und schwupps, hat Gerhardt dies in die Nähe des Sozialismus gerückt: "Die Idee ist berückend, nichtnur für jene, die schon immer der Meinung waren, dass die Wissenschaft der wichtigste Bundesgenosse auf dem Weg in den Sozialismus ist". Ist offensichtlich, dass Gerhardt sein "nicht nur" lediglich als Entschuldigung dafür nutzt, "Sozialismus" mit Open Access in einem Atemzug zu nennen. An der Humboldt-Uni kennt man sich ja ohnehin aus mit der wissenschaftlichen Unterstützung des Sozialismus, oder?

Erstaunlicherweise hat Gerhardt "nicht den geringsten Einwand gegen die Idee eines offenen Zugangs zu allen wissenschaftlichen Informationen". Ja dann! Was treibt ihn denn dann eigentlich um? Antwort: "Dass die Wissenschaft - und die Öffentlichkeit selber - dabei Schaden nimmt".

These: Wissenschaft und Öffentlichkeit nehmen durch Open Access Schaden.
Steile These. Für diese hat Gerhardt ein einziges Argument, nämlich: der "Imperativ des Open Access" verlange nach der Forschung die unverzügliche Publikation, "wenn es zu keinem Vergehen an der Gemeinnützigkeit der Wissenschaft kommen soll". Open Access ist demnach eine Forderung, die die Forschung dem Zwang der Geschwindigkeit und des "Publish or perish" unterwirft.
Daraus ergeben sich dann für Gerhardt notwendig weitere negative Folgen; er sieht eine Reihe von "Sinkstufen" zum gänzlichen Verfall der Wissenschaft.

Schon hier möchte man innehalten und fragen: Wie kommt Gerhardt darauf, dass Open Access bedeutet, Forschungsergebnisse müssten unverzüglich publiziert werden? Dies ist eine so seltsame Verzerrung, dass ich sie noch nirgendwo anders gelesen habe. "Open Access" ist keine Bewegung, die Einfluss darauf haben möchte, was veröffentlicht wird, sondern nur darauf, wie das geschieht. Und selbst wenn Gerhardt nicht die Open-Access-Bewegung als solche meint, sondern viel enger im Reuß-/Jochumschen Sinne befürchtet, nicht nur die Forschungsförderinstitutionen, sondern auch die Hochschulträger würden ihren Angestellten ein Open-Access-Mandat ins Stammbuch schreiben -- selbst wenn Gerhardt also ein Open-Access-Mandat für Hochschullehrer meinen sollte, folgt aus solchem ja nicht, dass diese damit Dinge publizieren müssten, die sie noch nicht für publikationswürdig halten!

Nebenbemerkung: Ein bisschen zynisch finde ich außerdem die implizite These, die Jungforscher müssten ja jetzt schon alles sofort veröffentlichen, aber mit der Open-Acess-Forderung würde dies "auf alle ausgeweitet". Was soll denn daran so schlimm sein, wenn die älteren Wissenschaftler(innen) denselben Forderungen unterliegen wie die jüngeren? Anders ausgedrückt: Wenn Gerhardt "Publish or perish" -- was immer er darunter versteht -- für unzumutbar hält, sollte er dann nicht darum kämpfen, dass auch die jungen Wissenschaftler davon befreit werden? Statt bloß zu klagen, das dürfe nicht "für alle" die Norm werden?

Zurück zum Hauptgedanken. Das ist ja eine bekannte Taktik der Open-Access-Gegner, dass sie der Bewegung deutlich stärkere Forderungen unterstellen, als sie vertritt, um dann anklagend den Finger zu heben: "seht Ihr, das ist unzumutbar!"
Natürlich verlangen Forschungsförderinstitutionen, wenn sie Geld ausgeben, dass die geförderten Projekte sich in Publikationen niederschlagen. Das ist aber keine neue Unzumutbarkeit, sondern war schon vorher und akzeptierterweise so (daher die vielen Aufsatzbände mit den Ergebnissen von Sonderforschungsbereichen und von geförderten Kongressen). Dazu Gerhardt "[Die Wissenschaft] leidet schon lange genug unter der Verwechslung von Quantität mit Qualität, mit der das Rating an die Stelle der Urteilskraft tritt". Das übersetzte ich in: Es wird schon jetzt zu viel publiziert, und mit Open Access wird das nur schlimmer. Die Antwort darauf ist: Ob mit Open Access weniger oder mehr publiziert wird als ohne, ist eine offene Frage. Ob weniger oder mehr oder gleich viel: es ist besser zugänglich. Dass man nicht einfach den Open-Access-Gedanken für wissenschaftspolitische Schwierigkeiten verantwortlich machen kann, zeigt ja Gerhardts "lange genug". Gemeint ist: schon vor Open Access.

Stil und Erkenntniswege
Auch Gerhardts Überlegungen zur "Bedeutung des Stils" und zur "Vielfalt der Erkenntniswege" haben nicht mehr mit Open Access zu tun als mit anderen Veröffentlichungswegen auch. Gerhardts Zerrbild ist: "jeder ist sein eigener Lektor". Das möchte er nicht. Aber dass a) eine Open-Access-Publikation einen Prozess der Begutachtung durchlaufen haben kann, ist genauso wahr wie dass b) eine gedruckte Publikation keinen Prozess der Begutachtung durchlaufen zu haben braucht. Wenn man sich fragt, was für eine Vorstellung von Open Access hinter Gerhardts Polemik steht, dann wird spätestens an dieser Stelle im Text die Antwort deutlich: Gerhardt denkt an die Selbstveröffentlichung auf der Homepage: da gibt es keinen Lektor, und da gilt auch, dass man einen Text "im Netz abgelagert" hat. Dass eine solche Veröffentlichung nicht gleichbedeutend mit "Rezeption" ist, ist klar. Aber dass bei Open-Access-Veröffentlichungen auf erprobten Kanälen durchaus höhere Zitationsraten erzielt werden als bei der reinen Print und Closed-Access-Veröffentlichung, lässt Gerhardt hier außen vor. Vermutlich weiß er es nicht. Wird daran liegen, dass es in Deutschland in der Philosophie keine konkurrenzfähige Open-Access-Zeitschrift gibt.

Open Access, Peer review und Querköpfe
Inwieweit Open Access die "Vielfalt individueller Arbeitsweisen" bedroht, bleibt Gerhardts Geheimnis. Inwiefern ein produktiver Querkopf davon profitiert, dass er durch die Mühlen der paradigmaverhafteten Peer review muss, ebenfalls. ("Peer review" kommt als Begriff bei Gerhardt nicht vor, aber ich führe das hier an als Mechanismus der Qualitätssicherung, der bei der Selbstveröffentlichung auf der Homepage nicht zum Zuge kommt.) Denn es ist ein Gemeinplatz der Wissenschaftstheorie ebenso wie der Peer-review-Forschung: Peer reviewing tendiert konservativ dazu, Beiträge höher zu bewerten, die im Konsens oder im lediglich wohldefinierten kurzen Abstand zum Mainstream liegen. Habe ich erst kürlich wieder irgendwo gelesen. Interessant auch die Feststellung, dass ein vollständig digitaler Workflow bei der Veröffentlichung von Zeitschriften dazu beiträgt, die Qualität des Peer Review zu erhöhen (siehe Nature (http://www.nature.com/nature/peerreview/debate/nature04996.html)). Nicht, dass ein vollständiger digitaler Workflow notwenig Bestandteil von Open Access wäre. Aber da die Gegner ja gerne Internet und Open Access in einen Topf werfen, möchte ich hier das auch mal tun... :-)

These: Die Wissenschaft wird "entliterarisiert"; die Schriftkultur ruiniert.
Das liegt daran, dass die Wissenschaftler bei Open Access ihre Texte selbst publizieren wollen und den Verlagen, so sie ihre Texte ihnen überlassen, keine Rechte mehr zugestehen wollen, meint Gerhardt. Also werden die Verlage nichts mehr bearbeiten wollen, weil sie keine Profite mehr damit machen können, also wird dies verfallen: wird es keine großen Editionen mehr geben, nur noch die "dilettantische Textbearbeitung durch die Editoren". Was im Netz steht, "kommt ohne kundige Bearbeitung durch professionelle Lektoren und Produzenten auf den Schirm".
Die Folge. Die Wissenschaftler müssten selbst tun, was die Verlage getan haben. "Die Etats der Wissenschaft [werden] mit Sicherheit nicht ausreichen, um alles das zu finanzieren, was derzeit noch die Verlage bieten". Hhm, seltsam. Von welchem Geld machen Wissenschaftsverlage eigentlich ihre Gewinne?

Natürlich wird das Lektorieren und Edieren teurer, wenn statt eines beim Verlag angestellten Lektors, der, sagen wir, wie ein wissenschaftlicher Angestellter bezahlt wird, ein Prof das selbst macht, der eben wie ein Prof bezahlt wird. Aber warum sollte das so sein? Für's Korrekturlesen setzen Profs ohnehin gern Assistenten und Hilfskräfte ein. Vor allem letztere sind deutlich billiger als ein wissenschaftlicher Angestellter. Wie es um die "Produzenten" steht, ist auch noch so eine Frage.

Welche Texte brauchen denn großartige Produktion? Natürlich, das Lieblingsbeispiel der Open-Access-Gegner, die großen kritischen Texteditionen. Die führt auch Gerhardt an: die "Akademie-Ausgaben der Werke von Leibniz, Kant oder Nietzsche, von Mozart, Brahms oder Schönberg". Beispielhafte Prüfung_
Die Kant-Ausgabe wird doch nicht vom Verlag bezahlt! (siehe http://web.uni-marburg.de/kant//webseitn/gt_home1.htm)
Die Leibniz-Ausgabe wird doch nicht vom Verlag bezahlt!
<http://www.leibniz-edition.de/Geschichte/>
Die Mozart-Ausgabe wird doch nicht vom Verlag bezahlt!
<http://www.adwmainz.de/index.php?id=134>

Die namhaften Akademie-Ausgaben werden eben von den Akademien und vom Staat finanziert. Die Leistung der "Layouter und Produzenten", wo sie notwendig ist, könnte bei einer Open-Access-Publikation doch weiter beauftragt und bezahlt werden. Wieso soll die verschwinden, wenn man Open Access und im Web publiziert? Wieso soll Open Access gleichbedeutend sein mit "unprofessionell"?

These: Was nur OA, das heißt: nur im Internet publiziert wird, ist von Datenverlust mehr bedroht als was in Buchform vorhanden ist.
Jaja. Schließlich ändern sich die Datenformate so schnell, dass einem schwindlig wird, oder nicht?
Es scheint keinem der Open-Access-Gegner auffallen zu wollen, dass sich der Wechsel der Datenformate und -Systeme in den letzten 10 Jahren deutlich verlangsamt hat. Es scheint Ihnen auch nicht in den Kopf zu wollen, dass das Internet in diesem Fall, nämlich als betriebssystemunabhängige Plattform, der große Gleichmacher auch der Datenformate ist. Denn Kompatibilität ist Trumpf. Da wird es nicht mehr vorkommen, dass ein Text im obskuren "cwk"-Format veröffentlicht wird.

Schließlich:
Die Gegner werfen immer Internet und Open Access in einen Topf. Wie schön wäre es, hätten wir überhaupt eine Internet-Version der kritischen Kant-, Leibniz-, Nietzsche-Ausgaben. (Für Kant gibt es das zum Teil.) Das würde doch der Forschung neue Möglichkeiten eröffnen! Und wäre dies Open Access, wäre das natürlich noch schöner. Was Mozart, Brahms und Schönberg angeht, bin ich derselben Meinung -- auch wenn die Instrumente zur Analyse elektronischer Notenausgaben meiner Kenntnis nach noch nicht so weit entwickelt sind wie die zur Analyse von Textausgaben. Aber toll wäre's trotzdem.

09 Juni 2009

Praktische Ethik in der Bibliothek

heute: beim Digitalisieren.

Cokie G. Anderson: Ethical decision making for digital libraries. Oxford : Chandos, 2006. Die verlinkte Seite enhält auch ein Inhaltsverzeichnis. Das dritte und vierte Kapitel widmen sich dem Digitalisieren; insbesondere der Auswahl der digitalisierenswerten Bestände. Das Buch ist praktisch orientiert; so kommt es zu Sätzen wie: "The first and most important way to incorporate ethics into a digitisation policy is to have a written digitisation policy." Weil man vorm Schreiben stärker reflektiert. Allerdings wird hier viel "Ethik" genannt, was auch bereits durch andere Erwägungen abgedeckt ist; so meint Anderson, dass eine Institution eine moralische Verantwortung ("ethical responsibility") hätte zu prüfen, wie ein Digitalisierungsvorhaben in das "Mission statement" der Institution passt. Ich kann daran aber wenig moralisches erkennen; der verantwortliche (meist gleichbedeutend mit "wirtschaftliche") Umgang mit Ressourcen ist etwas, das einem der Träger mit auf den Weg gibt.
Auch die "moralischen" Überlegungen zur Auswahl von digitalisierenswerten Beständen erschöpfen sich in der Frage "Für wen ist das gut?" und das Abklappern der möglichen Antworten.
Auf den ersten Blick also ist das Buch ratsam für Leser, die den systematischen Zugang schätzen, weil es ihnen eine Basis für die eigene Reflexion gibt. Dabei beschäftigt es sich mit vielen Fragen rund um das Digitalisieren -- das "Moralische" im Titel ist als "praktische Vernunft" zu lesen.

08 Juni 2009

Gründlicher Kontextualismus

Keith DeRose denkt schon etwas länger über das Thema Kontextualismus nach und ist daher sicher einigen ein Begriff. Der Kontextualismus besagt, vereinfacht ausgedrückt, dass ob eine Aussage wahr oder falsch ist abhängig ist vom Kontext, in dem sie betrachtet wird. Das bedeutet nicht, dass hier Beliebigkeit regiert, sondern dass die Wahrheitsbedingungen mal enger, mal weiter ausgelegt werden müssen. Der Kontextualismus reagiert damit auf die skeptische Herausforderung, die absolute Sicherheit und Wahrheit bestreitet, mit der in beruhigendem Tonfall vorgetragenen Entgegnung "Brauchen wir nicht!"
Kontextualismus bringt damit auch etwas Bewegung in die Frage, was als Wissen zählen darf. DeRose hat nun einen ersten Band seiner Aufsätze zum Thema vorgelegt bei Oxford UP, The case for contextualism. Da "Vol. 1" genannt, darf man also mit einem zweiten rechnen. Auf seiner Webseite kann man nachlesen, dass dieser vermutlich "Solving the sceptical problem" heißen wird, nach einem der enthaltenen Aufsätze (JSTOR-Link).

Philosophie und angloamerikanische Open-Access-Zeitschriften

Ein paar Webfundstücke via Open Access Journals in Philosophy: Why Aren't There More, and More Better Ones? (Leiter Reports, 1.6.09) Beschäftigen sich generell mit der Frage aus Leiters Titelzeile.

Adopting Open Access (in Philosophy, etc.) vom 19.12.2008.
Posting anlässlich des Wechsels von Analysis von Blackwell zu OUP -- warum geht Analysis nicht den Open-Access-Weg? Man beachte die Kommentare.

Free everything?? (in Crooked Timber, 12.3.08)

Open Access Philosophy (in Tomkow.com, Juni 2008)



Philosophy & Theory in Biology. Neue Open-Access-Zeitschrift, anscheinend noch ohne Beiträge. Aber mit den hehrsten Zielen.

Etablierte englische OA-Zeitschriften:
Journal of Ethics and Social Philosophy. Philosopher's Imprint.

Und in Deutschland?
Hhm.

Open-Access-Zeitschriften:
Philosophie der Psychologie (bei Philo.at)
Physics and Philosophy (Uni Dortmund)
International Review of Information Ethics.
Hyle. Letzte Ausgabe 1/2008 bei eigentlich zweimal jährlicher Erscheinungsweise.
Polylog. Letzte OA-Ausgabe 2005.

Und natürlich Kritikon.

29 Mai 2009

Über Ciceros De Fato -- wie man eine Diss im elektronischen Nirvana versenkt

Elektronische Dissertationen sollten auf einem Hochschulschriftenserver liegen: das ist für mich der Inbegriff von Zugänglichkeit. Dies hat sich aber noch nicht bis nach Spanien herumgesprochen, wo wir für das SSG häufiger auf CD-ROM veröffentlichte Dissen bekommen. Und in die Schweiz, genauer: nach Bern, anscheinend auch nicht.

Das Schweizer Buch 10/2008 hat diesen Titel angezeigt:
31 NB 001532710
Calanchini, Paola Rosa. – Cicero: "De Fato" (Über das Schicksal)
[Elektronische Ressource] : Übersetzung und Kommentar / Paola
Rosa Calanchini. – [S.l.] : [s.n.], 2007. – 1 CD-ROM ; 12 cm
Titel von CD-ROM. – Diss. phil.-hist. Bern. – CWK

Der liegt jetzt gerade vor mir. Versucht man die CD zu "öffnen", wird man schon misstrauisch: alle Dateien liegen in einem Ordner, der noch neben anderem "Apple Mac" im Titel führt. Das Dateiformat darin ist dann "cwk" (was den letzten Teil der bibliographischen Beschreibung erklärt). Wie kann man, bitteschön, wenn man auch nur ein bisschen gelesen werden will, für das elektronische Veröffentlichen ein solches Format wählen?
Frau Calanchini arbeitet anscheinend an einem Schweizer Gymnasium; ich habe ihr eine Email geschrieben; mal sehen, was passiert. Nach einigen Foren soll das Programm, das CWK-Dateien produziert, auch ".doc"-Dateien produzieren können. So eine könnte ich dann immerhin selbst in ein pdf umwandeln...

21 Mai 2009

Die Deutschen sind für und gegen Internetsperren

Dass die Ergebnisse von Umfragen davon abhängen, wie gefragt wird, ist sicher keine neue Beobachtung. Aber in Zeiten zunehmender Abhängigkeit der Politik von unterstellten Meinungen und Stimmungen der Bevölkerung ist es doch eine deutliche Warnung, wenn in einer stark in den Medien beachtete Frage dasselbe Umfrageunternehmen infratest dimap innerhalb von einer Woche zu dem Ergebnis kommt, 92% der Deutschen seien für Internetsperren (als Mittel im Kampf gegen die Kinderpornographie), 90% der Deutschen aber dafür dagegen. So berichtet Heise. Und zitiert auch gleich die beiden unterschiedlichen Formulierungen der Umfragenfrage, die diese abweichenden Ergebnisse zur Folge hatten. Die zeigen, dass die Ergebnisse durchaus miteinander vereinbar sind, wenn man sie richtig versteht. Sie sind nämlich eigentlich wenn-dann-Fragen: Wenn die gesetzlichen Maßnahmen gegen die Sperrung von Kinderpornographieseiten im Internet ein wirksames Mittel bei der Bekämpfung der Kinderpornographie sind, sind sie dann dafür? 92% meinen Ja.
Wenn die gesetzlichen Maßnahmen ... unwirksam sind, sind sie dann dafür? 90% meinen Nein.

Erinnert mich ein bisschen an eine Kurzgeschichte von Philipp K Dick, The mold of Yancy.

11 Mai 2009

Die Turing-Tests des Internet?

Captchas sollen das tun, was auch der Turing-Test will: prüfen, ob vor dem Kommunikationsgerät ein Programm oder ein Mensch sitzt. So könnte man doch die Gemeinsamkeit auf den Punkt bringen. Allerdings gibt es einen Unterschied: die Entscheidung, ob ein Mensch oder eine Maschine die Antwort eingegeben hat, wird beim Captcha von einer Maschine getroffen. Daher muss das Captcha, scheint mir, eine sehr viel bessere Vorstellung davon haben, was eine menschliche Leistung ist. Alle Captchas, denen ich bisher begegnet bin, kranken daran, dass sie diese Leistung nur ein bisschen jenseits der Leistungsfähigkeit von Maschinen positionieren. Wenn ich zum Beispiel das Ergebnis einer Rechenaufgabe wie "8 + 10 =" eingeben soll, dann frage ich mich, wieso das SPAM-Bots nicht schaffen sollten. Auch die Blogger-Captchas vom Schlage "Welches Wort ist auf dem Bild dargestellt?: Crwjlf" sind eigentlich eine Beleidigung, da es klarerweise kein Wort ist, die Antwort "keines" aber keinen Erfolg bringt. Kreativität ist nicht gefragt, d.h. das Menschliche wird beim Captcha gerade darin gesehen, dass die Regeln besonders gut befolgt werden, ob die Antwort nun in einer Erkennungsleistung oder in der Beantwortung einer Frage / Rechenaufgabe liegt.

Rostocker Phänomenologische Manuskripte

Michael Großheim von der Uni Rostock gibt die Rostocker Phänomenologischen Manuskripte heraus. Bisher 3 Hefte in 2008 zwischen 20 und 42 Seiten. Im Augenblick sehr versteckt gedruckt veröffentlicht -- möglicherweise sind diese "Werkstattberichte" im Newsletter der Gesellschaft für Neue Phänomenologie angekündigt. Bezug jedenfalls über die GNP.

Warum nicht Open Access auf dem Dokumentenserver der Uni Rostock? Habe Großheim letzte Woche per Email gefragt; mal sehen, ob noch eine Antwort kommt.

Philosophie-Einführung mit Filmen

Klingt zunächst wie ein interessantes Buch: Introducing philosophy through film: key texts, discussions and film selections, hg. von Richard Fumerton und Diane Jeske, Malden: Wiley-Blackwell 2010 (!). Tatsächlich handelt es sich um eine einführende Anthologie, die mehr oder weniger klassische Texte enthält, z.B. Ausschnitte aus Descartes Erster Meditation (englisch) oder Nozicks The experience machine (aus Anarchy, State, and Utopia), gegliedert in 7 Teile: von Philosophical Argumentation bis zu Philosophy of Religion. Zu jedem dieser 7 Teile werden Filme genannt; zu Teil 4 Ethik, Abschnitt A "Konsequentialismus" z.B. u.a. die Filme "Dirty Harry", "Saving Private Ryan" oder "Titanic". Am Ende des Teils 4A gibt es dann drei Seiten mit Fragen à la "Torture was used against an evil person in the movie Dirty Harry. Can you imagine a situation in which it might be legitimate to torture eve innocent people? Does the answer depend on which of the ethical theories presented is correct?" Das scheint mir ein bisschen zu wenig Film in so einem dicken Buch mit diesem Titel. Dem Vorwort ist zu entnehmen, dass die Herausgeber ursprünglich vorhatten, eine DVD mit relevanten Szenen beizufügen, aber an den Rechten gescheitert seien. Schade.

Darwin und Foucault ...

zusammenzudenken scheint mir so naheliegend zu sein, dass man sich wundert, dass vorher keiner drauf gekommen ist. Denn beide blicken auf die Geschichte als planlose Veranstaltung. Philipp Sarasin, der Schweizer Historiker, legt nun das gleichnamige Buch mit dem Untertitel "Genealogie und Geschichte im Zeitalter der Biologie" vor. Die TAZ wusste schon 2007 davon und schreibt, Sarasin wolle den Einfluss des einen auf den andern "freilegen". In der FAZ veröffentlichte Petra Gehring eine skeptische Rezension.

08 Mai 2009

Wie Jochum das Digitale teuer rechnet

Inzwischen habe ich mir mal die Mühe gemacht, Jochums "Katzengold. Eine Kritik der Nationallizenzen"-Artikel (pdf) zu lesen. Der schwirrt ja auf den Textkritik-Seiten herum und gilt denen als "Nachrechnen" der Kosten des Digitalen, sei's nun Open Access oder nicht. Die Argumentation spricht für sich, oder eher gegen sich. Jochum "prüft" 3 "Elemente, aus denen die Nationallizenzen ihren legitimatorischen Impetus beziehen: die Ökonomie, die Wissenschaftspolitik und die Kulturpolitik". Ein paar Anmerkungen zum Punkt Ökonomie, also da, wo man rechnen muss.

Jochum fährt erstmal die Kosten des wissenschaftlichen Bibliothekswesens auf: laut DBS für 2006 hätten die Wissenschaftlichen Bibliotheken 793 Mio Euro gekostet, davon seien 548 Mio Euro für Personal und Gebäude ausgegeben worden und die restlichen 245 Mio Euro für Medien (Jochum schreibt "Bücher und Medien", aber für mich sind Bücher auch Medien). Sieht nach viel aus?

Dem stellt Jochum die Kosten für's Digitale gegenüber. Weil er keine konkreten Zahlen hat, bemüht er sich, "plausibel abzuschätzen". Er meint, man müsste als Kostenfaktoren einbeziehen:
  1. die Kosten für die Datennetze auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene
  2. die hard- und softwarekosten, die von den Netzteilnehmern aufzubringen sind
  3. die Kosten für die Bereitstellung der Inhalte.
Also. Wie berechnet man die Kosten für die Datennetze? Jochum rechnet: Es gab laut DBS 248 wissenschaftliche Bibliotheken in Deutschland, die wohl ebensovielen wissenschaftlichen Einrichtungen zugehören würden, die ihrerseits Rechenzentren unterhalten müssten, die die Kosten für die materielle Infrastruktur auch tragen. Diese Rechenzentren hätten, plausibel geschätzt, 30 Mitarbeiter, und 1 Mitarbeiter sei, plausibel geschätzt, 40.000 € wert. Das gäbe Personalkosten von 1,2 Mio Euro pro Rechenzentrum; und da Gesamtkosten zu 2/3 Personalkosten sind, könnte man von Gesamtkosten von 1,8 Mio € ausgehen, pro Jahr pro Rechenzentrum. Bei 248 Rechenzentren also Kosten von 446,4 Mio €.
Über die Zahlen will ich nicht rechten, obwohl sie großzügig bemessen sind: Jochum tut so, als seien 30 Mitarbeiter gering geschätzt, da Konstanz als kleine Uni 25 Mitarbeiter im Rechenzentrum habe, Köln als größte aber 55. Aber wieviele von den 248 Institutionen sind wohl überhaupt so groß wie die Uni Konstanz? Fachhochschulen, PHs, Regionalbibliotheken ... Lassen wir das.
Mich interessiert doch, warum Jochum die von ihm geschätzten Gesamtkosten der IT-Infrastruktur hier berechnet, wenn es um die Nationallizenzen geht. Er tut dasselbe bei den Hardwarekosten (Punkt 2) oben: Er schätzt, dass es 100.000 Wissenschaftler und 100.000 sonstige Rechnerbenutzer (Sekretärinnen etc.) gibt in den Institutionen, deren Rechnerausstattung mit 700,- € angesetzt wird, die daher zusammen 14 Mio € kosten würden, wenn man die Rechner alle 5 Jahre ersetzt. Soll man wirklich die Arbeitsplatzrechner so anrechnen, als würden sie ausschließlich zum Servern im Web und zur Lektüre der neuesten wissenschaftlichen Texte verwendet?
Am besten finde ich noch Jochums 3. Punkt: die Kosten für die Inhalte. Was die DFG ausgegeben hat (für die Nationallizenzen), das ist ja nur die Spitze des Eisbergs, sagt Jochum. Die TIB habe 1990 mal schätzen lassen, was die Digitalisierung ihres Bestandes kosten würde, und kam da auf 330 bis 530 Mio DM, und 13 bis 33 Mio DM jährliche laufende Kosten. Wie rechnet Jochum diese Zahlen ins Jahr 2009 hoch, um herauszubekommen, was die Digitalisierung aller konventionellen Medien aller deutschen wissenschaftlichen Bibliotheken heute kosten würde? Er rechnet die Inflation nicht rein und verzichtet dafür darauf, Rabatte und Synergieeffekte durch die größere Menge rauszurechnen. Er vermerkt, dass für eine Berechnung natürlich nur jedes Werk einmal digitalisiert werden müsste, nicht jedes Exemplar in jeder Bibliothek. Und kommt dann auf eine oberste Kostengrenze der Digitalisierung von 40 Mrd. €, wenn man das billigste Angebot (von 1990) zur Berechnung heranziehe.
So, er berücksichtigt also die Inflation nicht. Das muss der Leser wohl als Zugeständnis betrachten. Hat er berücksichtigt, dass die Preise gefallen sind seit 1990? Nein, hat er nicht.
Hat er berücksichtigt, dass diese 40 Mrd.-Summe, wenn sie stimmen würde, eine Einmalaufwendung wäre? Nein, hat er nicht. Wo er sonst Wert darauf legt zu trennen zwischen Anschaffung und laufenden Kosten. Und hat er die in Beziehung gesetzt zu den Kosten für die Medien überhaupt? Oder sagen wir, dass Digitalisierung doppelt teuer ist, weil man ja erstmal das konventionelle Medium erwerben musste?
Und hat er die Kosten in Beziehung gesetzt zum damit möglichen Fortschritt in der Forschung (Geschwindigkeit, neue Anwendungen), der auch etwas wert ist? Nein, hat er nicht. Das einzige, was er getan hat, ist ein paar Zahlen zu schätzen, als Rohmaterial in einem Fall mit eklatant veralteten Zahlen (konnte man ihm in Konstanz keine neueren geben?), deren Plausibilität zu postulieren und dann so zu tun, als hätte die Zahl was mit seiner Frage zu tun.

Neues Angebot philosophischer E-Journals

George Leaman vom Philosophy Documentation Center hat mich auf deren neues Angebot Philosophyonline www.philosophyonline.org hingewiesen. Man kann sich dort ohne weiteres einen simplen Testlogin erstellen und hat dann 7 Tage Zeit das Angebot zu prüfen. Laut Testinfo soll das Volltextangebot auf 3 bestimmte Zeitschriften beschränkt sein, das war bei mir aber nicht der Fall: die Volltextsuche durchsuchte anscheinend alle im Volltext angebotenen Zeitschriften, und ich hatte auch vollen Zugriff auf jeden Artikel, der mich interessierte. Ich schrieb Leaman dazu:

I just tried your new site with the personal trial access -- I am impressed by the fastness and searchability of the presentation of content. The html view is good enough for me; the printout looks fine.

I tried to export some citations to my citation manager. I suggest that two formats should be added, RIS and BibTeX. (They are quite common.) I wondered why the URL of the available articles is not part of the exported data -- this would be an improvement.

I'm curious about pricing of the service -- do you have any plans about that? What factors will influence the cost?
Viele der Aufsätze werden nur als HTML geboten, nicht als pdf (wie man das sonst von JSTOR oder anderen kennt), aber die HTML-Präsentation ist, jedenfalls was ich gesehen habe, voll seitenkonkordant.

Das Angebot wird in Erfurt auf dem Bibliothekartag vorgestellt.

07 Mai 2009

Management by Sokrates

Die Werbung spricht davon, dass Philosophie und Wirtschaft ins Gespräch gebracht würde, aber es dürfte eher darauf hinauslaufen, dass Philosophie der Wirtschaft dient: Michael Niehaus, Roger Wisniewski: Management by Sokrates, Cornelsen Skriptor.

06 Mai 2009

Die Philosophie in Italien -- im Spiegel ihrer Zeitschriften

Piero Di Giovanni hat bei FrancoAngeli eine dreibändige Aufsatzsammlung namens La Cultura Filosofia Italiana attraverso le Riviste 1945-2000 herausgegeben; ich habe hier gerade den zweiten Band (Mailand 2008). Der erste Band erschien wohl schon 2006. Ich wünschte, so etwas würde es für Deutschland geben: die ganze Zeitgeschichte der Philosophie wird darin lebendig.

05 Mai 2009

Pascal's Wette



Veröffentlicht von Andrès Diplotti hier in seinem Cartoon-Weblog Flea Snobbery unter einer Creative Commons Attribution-Noncomercial-Share Alike 3.0 Unported License.

Neu: Philosopher’s Digest

http://www.philosophersdigest.com/
Zusammenfassung von Aufsätzen und Auseinandersetzung mit deren Argumenten aus einigen englischsprachigen Philosophie-Zeitschriften: tolles Ding!
Das beste daran: in Blog-Form, daher mit den Blog-Bequemlichkeiten wie Kommentarmöglichkeit und RSS, um auf dem Laufenden zu bleiben.

04 Mai 2009

Kierkegaard-Rezeption in Deutschland

Wer sich für Kierkegaard interessiert, wird die bei Ashgate erschienene Sammlung zur Kierkegaard-Rezeption begrüßen: Kierkegaard's International Reception, hg. von Jon Stewart, 3 Bände. Der 1. Band behandelt Northern and Western Europe und enthält folgerichtig einen umfangreichen (über 100 Seiten!) Artikel über die Rezeption in Deutschland (und Österreich) von Heiko Schulz. Der ist damit fast so lang wie der Artikel über die Rezeption in Dänemark. Inhaltsverzeichnis (pdf) hier.