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19 November 2007

Schwule und feministische Anthropologie

laufen entgegengesetzt, entnehme ich Michael Gronebergs Aufsatz 'Bullenmänner' - Zur Biologisierung männlichen Begehrens. Während feministische Theoretikerinnen "no nature" in der Frage, wie das biologische Geschlecht auf das Verhalten wirke, vertreten, ziehen sich Schwule (aus politischen Gründen) auf "no choice" zurück. Dass sie darin ein genetisches Argument haben in Studien von Dean Hamer und Peter Copeland, war mir neu. Groneberg zitiert aber nicht nur zugleich Hamers eigenes vorsichtiges Resumee, dass Männer lediglich stärker als Frauen in ihren sexuellen Präferenzen erblich bedingt seien, er weist auch darauf hin, dass diesen Ergebnissen womöglich eine bestimmte Forschungsstrategie zugrundelag. Wenn Frauen und Männer am Ende des 20. Jahrhunderts die Plätze getauscht haben an den Polen Kultur und Natur, dann haben vielleicht beide etwas davon. -- Nur dass das in der Alltagskultur noch nicht angekommen ist.

Der Aufsatz Gronebergs in: Ders. (Hg.), Der Mann als sexuelles Wesen : zur Normierung männlicher Erotik. Fribourg : Academic Press, 2006, 5-36.

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