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27 Januar 2006

Wer kennt den Ancient Mail Verlag?

Ich nicht, bisher. Ein Blick auf die Homepage zeigt, dass es ein Besserwisser-Verlag ist:
"Interessieren Sie sich für Archäologie und die Geschichte der Menschheit? – Haben Sie auch schon manches Mal bemerkt, dass diese nicht immer so verlaufen ist, wie uns die Archäologen und Historiker glauben lassen wollen? – Dann sind Sie auf dem Online-Katalog von Ancient Mail genau richtig!!"
Wie bemerkt man, dass die Geschichte nicht so verlaufen ist, wie uns die Fachleute glauben lassen wollen? Das erkenntnistheoretische Problem. Warum wollen uns die Fachleute was falsches glauben lassen? Das wissenschaftstheoretische (und ein moralphilosophisches) Problem. Na, egal. Ich komme drauf, weil ein Buch von Nicolas Benzin auf meinem Schreibtisch liegt: Giordano Bruno und die okkulte Philosophie der Renaissance. Das klingt doch wie ein ernstzunehmender Titel. Aber der Verlagsname macht einen misstrauisch, und wenn man das Programm liest, wird's nicht geringer.
Und wer ist Benzin? Ein Diplom-Finanzwirt und Angehöriger der Bundesfinanzverwaltung, der sich nebenberuflich mit Archäologie und anderen interessanten Dingen beschäftigt. Und Präsident der Giordano Bruno-Gesellschaft e.V.
Aber wer mit dem Verlag nichts anfangen kann, wird auch mit der Gesellschaft nichts anfangen können, denn die arbeitet in die gleiche Richtung. Das Vorwort stammt von einem Dieter Vogl. Der findet es z.B. bemerkenswert,
"dass [Brunos] Gedankenwelt überhaupt nicht im Einklang mit seiner Zeit stand. Und, was bislang nicht zu erklären ist, dass diese auf einem teleologischen ästhetischen Pantheismus basierenden Gedanken eigentlich aus dem Hier und Heute stammen könnten."
Das muss man wohlwollend lesen; es bedeutet eigentlich, dass Vogl denkt, die Gedanken Brunos stammen aus dem Hier und Heute. Dahinter kann man dann auch ahnen, was uns die Historiker und Archäologen verschweigen wollen (s.o.). Was soll der denkende Mensch mit Vogls Feststellung anfangen, dass Bruno "über Sachverhalte schreibt, die er gar nicht gewusst haben kann"? Da bleibt nur der Raum für die Schlussfolgerung, dass Bruno eigentlich aus der Gegenwart stammt. Ein Zeitreisender. Schön, dass Brunos Schriften heute "in allen Teilen der Bevölkerung auf so große Resonanz" stoßen, wie Vogl weiß (natürlich auch Mitglied der Gesellschaft; er hat mit Benzin zusammen die "Urmatrix" der Erzeugung menschlicher Organe kabbalistischen Schriften der Antike entnommen).
Nun wird man neugierig, für welche Gedanken Brunos Benzin diese Inkompatibilität mit dem Weltbild seiner Zeit annimmt. Auf S. 54 wird man zum ersten Mal fündig: 1591 hat Bruno ein Buch "Von der Monas, der Zahl und der Figur" veröffentlicht, ähnlicher Titel wie eine Schrift John Dees von 1564. Dazu Benzin:
"Was mag wohl die "Monas hieroglyphica" darstellen? Wenn man Monas als den "Urgrund allen Seins übersetzt und hieroglyphisch mit "heiliges Zeichen darstellend", die Abbildung mit uns heute geläufigen Symbolen vergleicht, dann kommen wir zu dem Schluss, dass es sich um eine Urzelle gehandelt haben muss. Somit liegt bereits 1564 ein Buch zur Zellbiologie vor."
Das weitere Argument dafür brauche ich wohl nicht auch noch zu zitieren. Ein Musterbeispiel eines abduktiven Schlusses (Schluss auf die beste Erklärung), der natürlich daran hakt, dass das Urteil darüber, was eine "beste Erklärung" ist, durch keine Kenntnis getrübt ist.
Ich muss gestehen, dass ich ganz gern in solchen Büchern lese, das ist eine Art Grenzerfahrung. Hinter meinen Grenzen ist das Gedankengebäude ganz bestimmt, und man kann immerhin zitieren: " ... so hat es doch Methode."
[UPDATE 4.3.] Ich habe ausführlich zu Vogls Kommentar und zu Benzins Buch Stellung genommen. Wer Argumente sucht, wird Sie in meinem Posting vom 4.3. finden.
[UPDATE 13.10.] Die Witzbolde von der Giordano-Bruno-Gesellschaft hacken gerne auf diesem Posting herum: so sehr, dass Sie es schon in ihren Foren und auf der Webseite der Gesellschaft (letzter Eintrag der Liste) veröffentlicht haben! Ohne mich zu fragen, aber das ist ok, schließlich steht das hier unter einer CC-Lizenz. Sie haben natürlich vergessen, die Quelle anzugeben, und das "Share alike" ist auch nicht erfüllt, weil es keinen Hinweis auf die Art der Lizenz gibt. Aber davon abgesehen... Natürlich haben Sie dort Vogels Erwiderung auch gebracht. Und wie steht es dann mit meiner, ich möchte sagen: gründlichen, Auseinandersetzung mit der Art von Benzins Argumentation in meinem Posting vom 4.3.? Bleibt mir nur die Schlussfolgerung, dass ihnen dazu nichts mehr eingefallen ist.

Kommentare:

  1. Werter Herr Philosoph,


    als Vertreter der Lehre Giordano Brunos und als Erhalter des Werkes, ist man derartige Ansichten, wie Sie sie vortragen, gewohnt. Schon Bruno musste sich, wie sein Werk „Von der Monas, der Zahl und der Figur (1591“eindeutig belegt, mit Menschen herumschlagen, die gegen seine Meinung waren und ständig unsachliche und argumentationslose Schmähschriften gegen diesen großen Denker verfassten. Als die nicht mehr fruchteten, wurde er gefoltert, inhaftiert und schließlich verbrannt. Und deshalb stehen wir wie Bruno, man kann uns ja nicht mehr verbrennen, auf dem Standpunkt:

    „Wir kümmern uns nicht darum, was die Meinung dummer Leute über uns sagt, oder was von irgendwelchen Stühlen gnädig verlautet.“

    Wie dem auch sei: ich bin Angriffen gegenüber, vor allem wenn sie unter die Gürtellinie gehen und unsachlich geführt werden, nicht so gleichgültig wie Bruno. Ich liebe den Disput! Zumal dann, wenn er von jemanden angeregt und geführt wird, dessen ethisches Grundprinzip es zu sein scheint, andere Menschen und deren abweichende Ansichten zu verunglimpfen.

    Ein paar Sätze im Vorfeld: Wer eine Buchbesprechung schreibt, dies muss man jedem Kritiker ans Herz legen, sollte sehr schnell zur Sache kommen! Sich nicht mit langen Vorreden aufhalten und das Buch selbst beurteilen, und vor allem dessen Inhalt einer Prüfung, einer sachlichen Besprechung unterziehen. Dies zumindest war stets mein Prinzip. Und, werter Herr Philosoph, dies nur am Rande. Ich habe sehr viele Rezensionen, sehr viele Artikel für bekannte Zeitschriften und sehr viele Bücher geschrieben! Weit, weit mehr als Sie! Nie wäre mir dabei auch nur einmal in den Sinn gekommen, einen Verleger oder gar einen Autor persönlich anzugreifen.

    Nicht so Sie – ohne die eigentliche Aussage des Buches zu würdigen – beleidigen Sie den Verleger, ohne Argumente vorzutragen den Verein und ebenso ohne objektive Darlegungen den Autor. Und mich, als Verfasser des Vorwortes. Man möchte hier, nur im Hinblick auf Ihr eigenes Renommee, mit dem Worten Brunos sprechen und Ihnen ans Herz legen: Ad rem, ad rem.

    Schade das Sie das nicht taten und nur ein unsachliches Pamphlet verfassten, welches nicht für einen einzigen Augenblick dazu geeignet ist, in einer sachlich geführten Diskussion als Basis angeführt zu werden. Wie gesagt schade – aber dennoch kommt Ihre Reaktion nicht von ungefähr. Schon Bruno kannte die Eitelkeit der Philosophen. Man beachte in diesem Zusammenhang, was er in seinem Werk „Vom dreifach Kleinsten und vom Maß (1591)“ über diesen Menschenschlag sagte, welche zwar sich selbst, aber keinem anderen die Liebe zur Weisheit zutrauen:

    Bruno vertrat dabei die Ansicht, dass der Philosoph „nicht nach dem Hörensagen, nach dem Ruhm, nach der Meinung der Menge, wegen lange andauernder Gültigkeit, wegen Titeln oder Ausschmückungen urteilen (sollte), sondern wegen gut durchdachter und gesammelter Begründungen, wegen der Konsequenz der Beweisführung, wegen der Lebendigkeit, in der sich die Lehre in ihm und in den Dingen zeigt, und er sollte nur im Licht des Denkens die zu erkennende Wahrheit beurteilen und festlegen.“

    Sie, werter Herr Philosoph, haben alle diese Ideale – insbesondere weil Sie die Kernaussage des Buches von Benzin nicht einen einzigen Augenblick würdigen – ad absurdum geführt und man könnte mit den Worten des Germanist Dr. Anacleto Verrecchia sprechen, der sagt:

    „Ohne verallgemeinern zu wollen, kann man sagen, dass Bruno keine Sache für Professoren ist: Sie verstanden ihn nicht, als er am Leben war, und sie verstehen auch den Toten nicht. Das zeigt gerade die umfangreiche professorale Bibliographie über den Philosophen, die hauptsächlich aus einem Gestrüpp von größeren und kleineren Aufsätzen über diese oder jene Einzelheit besteht; fast nirgends aber fasst ein Buch sie in einem Schwung zusammen.“

    Auch Sie, Herr Philosoph, haben Bruno nicht verstanden oder, was jedoch weitaus schlimmer wäre, sie wollen ihn nicht verstehen und Sie kritisieren, weil ich schreibe: "dass [Brunos] Gedankenwelt überhaupt nicht im Einklang mit seiner Zeit stand. Und, was bislang nicht zu erklären ist, dass diese auf einem teleologischen ästhetischen Pantheismus basierenden Gedanken eigentlich aus dem Hier und Heute stammen könnten."

    Wenn man an die Wissenschaft – ohne sie zu hinterfragen – glaubt und immer davon ausgeht, dass das Hier und Heute der momentane Gipfel der aktuellen Erkenntnisse ist und man dabei verleugnet, dass das Rad – was die Wissenschaftsgeschichte eindrucksvoll belegt – sehr oft neu erfunden wurde, der geht an der Realität vorbei. In diesem Zusammenhang schreibt Bruno im „Aschermittwochsmahl (1584)“:

    „Nun gut, Meister Prudenzio, wenn die allgemeine Überzeugung, die auch Ihr teilt, nur insofern wahr ist, als sie alt ist, so war sie gewiß falsch, als sie neu war. Denn noch ehe die Philosophie, die Eurem Geist gemäß ist, aufkam, gab es die der Chaldäer, Ägypter, Magier, Orphiker, Pythagoreer und anderer aus frühester Zeit, die unseren Vorstellungen entspricht und gegen die sich zuvörderst jene unbesonnenen und törichten Logiker und Mathematiker auflehnten, nicht so sehr, weil sie dem Alten feindlich gegenüberstanden, als vielmehr, weil sie die Wahrheit verschmähten. Lassen wir also das Argument des Alten und Neuen, da es nichts Neues gibt, das nicht alt sein könnte, und nichts Altes, das nicht einmal neu gewesen wäre, wie Euer Aristoteles sehr richtig bemerkt.“

    Mir zu unterstellen, ich würde Bruno als Zeitreisenden betrachten, ist gelinde gesagt Humbug. Bruno war lediglich der Träger eines Wissens, welches – wie er es selbst formuliert – unter anderem bei den Chaldäern oder Ägyptern ihren Ursprung hat.

    Ferner kritisieren Sie – und auch hier zeigt sich, dass Sie von Bruno und dessen Aussagen entweder nichts gelesen haben oder in, was wahrscheinlicher ist, nicht verstehen. Wie viel Aussagekraft das von Ihnen angeführte Zitat hat, merkt man allerdings erst dann, wenn man die dafür zuständige Primär- und Sekundärliteratur kennt.
    Benzin frägt und stellt fest: "Was mag wohl die "Monas hieroglyphica darstellen? Wenn man Monas als den "Urgrund allen Seins übersetzt und hieroglyphisch mit "heiliges Zeichen darstellend", die Abbildung mit uns heute geläufigen Symbolen vergleicht, dann kommen wir zu dem Schluss, dass es sich um eine Urzelle gehandelt haben muss. Somit liegt bereits 1564 ein Buch zur Zellbiologie vor."
    Sie ziehen diesen Rückschluss ins Lächerliche und argumentieren damit, das dies „ein Musterbeispiel eines abduktiven Schlusses (Schluss auf die beste Erklärung) ist, der natürlich daran hakt, dass das Urteil darüber, was eine "beste Erklärung" ist, durch keine Kenntnis getrübt ist.“
    In Ihrer Überheblichkeit und Eitelkeit hinterfragen Sie freilich, auch dass wissen Sie offensichtlich nicht, Ihren eigenen Berufsstand, denn wie nah die Interpreten aus dem Bereich der universitären Philosophie der Lösung des Rätsels bereits gekommen sind, aber im Ansatz stecken bleiben mussten, mag folgende Fußnote von Prof. Elisabeth von Samsonow bezeugen, die Benzin in seinem von Ihnen so kritisierten Werk „Giordano Bruno und die okkulte Philosophie der Renaissance“ auf Seite 106 wieder gibt. Dort heißt es:
    “Die `Minima-Geometrie´, die Bruno in `De minimo´, in `De monade´ und in den `Praelectiones´ entwickelt, bemüht sich um eine Art elementarer Geometrie, eine Art geometrischer Embryologie , die die Organisationsformen der Materie herleitbar machen soll. An ähnlichen Projekten, alchemistisch inspiriert, arbeiteten John Dee, den Bruno in London kennengelernt hatte und dessen `Monas hieroglyphica´ im selben Jahr wie Brunos `De monade´ bei Wechel in Frankfurt gedruckt wurde [!; NB] sowie Roger Bacon, dessen `Specula Mathematica´ ein auffällig ähnliches Projekt in der `Specierum multiplicatio´ verfolgte, und 1614 in Frankfurt bei Wolffgang Richter gedruckt wurde.”
    Benzin spricht von Zellbiologie und die Philosophen von geometrischer Embryologie. Wo, werter Herr Philosoph, liegt der Unterschied? Beide Seiten praktizieren die formale Hypothesis und vertreten damit die Abduktion, von deren Erklärungsprinzip die Bedeutung eines Begriffes davon abhängt, welche Konsequenz sich aus einer Einführung und welche Probleme damit dargestellt und vor allem, welche Probleme damit gelöst werden können.
    Lange Rede kurzer Sinn: Benzins Buch bietet Lösungsansätze für Probleme, die von der Wissenschaft schon lange hin und her geschoben werden. Und letztlich will Benzin mit seinem Buch nur dazu beitragen, dass ein neuer Gedanke in die Diskussion einfließt.

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  2. Anonym1/3/06

    hallo @,

    sich über einen philosophen lustig machen ist eine sache, sich über autoren, verleger und verlage eine andere. ich habe jetzt beide seiten gelesen und muss sagen. vogel glänzt durch sachliche argumente und der verfasser der streitschrift durch polemik. mein rat: lest das buch von benzin und überzeugt euch selbst von den aussagen benzins.

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  3. O. M.2/3/06

    Eigentlich lohnt es sich nicht in diese Diskussion einzusteigen. Die vorgetragenen Argumente von JGE sind einfach zu schwach! Und zudem eines Philosophen unwürdig, von dem man aufgrund seiner fachlichen Kompetenz annehmen könnte (müsste), mit handfesten Fakten aufwarten zu können.
    Vogl hat schon recht, wenn er schreibt, dass jedes Buch vom Inhalt her kritisch begutachtet werden muss. Zumindest besprochen werden sollte!
    Mir scheint JGE ist GWUP-Anhänger oder zumindest ein Vertreter kirchlicher Ansichten, die dem Weltbildzerstörer Bruno noch nie einer Würdigung unterzogen.
    Leider kenne ich nicht Benzins Buch und ich vermisse in dieser Diskussionsrunde eine Stellungnahme des Verfassers. Aber wahrscheinlich denkt er, ebenso wie der Verleger, man müsste darauf nicht antworten und man müsste sich und seine Arbeit demontieren lassen.
    Brunos Werk hat dies nicht verdient und jeder der sich damit kritisch auseinandersetzt, sollte es sachlich tun. Vor allem wenner aus der Reihe der Philosophen kommt.

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  4. [UPDATE 4.3.] Ich habe ausführlich zu Vogls Kommentar Stellung genommen. Wer Argumente sucht, wird Sie in meinem Posting vom 4.3. finden.

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  5. Anonym8/3/06

    Es ist schon schade, aber durchaus vorhersehbar, wie ein "Wissenschaftler" wieder einmal versucht, das Mittelalter aufleben zu lassen, wie in dieser Rezension, die eigentlich gar keine ist, geschehen. Polemik, Diskriminierung, Verdrehen der Tatsachen und das Wettern gegen unvoreingenommene Forscher wie den Autor Benzin sind die üblichen Vorgänge von Menschen, die nichts dazugelernt haben und sich hinter ihren Titeln und Diplomen verstecken, als ob sie damit die Weisheit mit Löffeln gefressen haben. Traurig, traurig. Da wünsche ich mir manches Mal: "Liberate me ex infernis!"

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  6. Hallo werter Herr Philosoph,


    kommen wir zur Sache und halten wir uns nicht lange mit den kleinen Scharmützeln auf. Halten wir es aber trotzdem wie Kaiser Ferdinand I. der da nach dem Wahlspruch lebte: „Fiat iustitia, et pereat mundus“.

    Erlauben Sie mir jedoch, bevor ich dies tue, eine etwas persönliche Einleitung. Ich möchte, dass Sie mein Anliegen verstehen. Ob Sie das wollen liegt nicht an mir – Sie müssen selbst wissen, ob Sie offen für neue Gedanken sind.

    Selbstverständlich achte und respektiere ich jede Art von Kritik! Sei sie nun zynisch oder sachlich. Somit auch Ihre, denn es ist nicht nur meine Meinung, sondern meine Überzeugung, dass jeder kritisierte Mensch an der beanstandeten Sache nur wachsen kann. Zudem sehe ich Kritik als eine wichtigen Messlatte und Indikator im Streben des Menschen nach Erkenntnis. Modern ausgedrückt, und vor allem im Hinblick auf die Möglichkeiten des Internets, würde ich dazu Brainstorming sagen.
    Will sagen: Das Vortragen von neuen Ideen oblag früher einzelnen Personen. Heute geht es nicht um die Idee als solches, sondern um die Ideenfindung. Und diese ist in unserer schnelllebigen Zeit nur noch in einer Gruppe von Gleichgesinnten möglich. Denn immer gibt es unterschiedliche Blickwinkel und da wir nicht Gott sind, sondern „nur“ Menschen, können wir alleine nicht alle diese Blickwinkel in gleicher Weise ausloten, bewerten oder gar berücksichtigen. Wir müssen uns als Einzelpersonen auf das Detail beschränken.
    Wir, das bedeutet in unserem Fall Benzin und ich, haben zu der Thematik Urzelle drei Bücher verfasst. Zwei sind bereits erschienen, das dritte folgt in wenigen Wochen. Jedes dieser Bücher hat über 300 Seiten und obgleich wir alles beachten wollten, ist uns dies nicht für einen einzigen Augenblick und nicht einmal im Ansatz gelungen. Wir wissen, dass wir nur durch die Abstraktion zum Ziel kommen. Man wird also immer ein Haar in der Suppe finden. In der Hauptsache dann, wenn man danach sucht.
    Doch was mich persönlich im höchstem Maße befriedigt, ist die Tatsache, dass wir nachweislich jede medizinische und biologische Fakultät dieser Erde auf dem Rechner hatten. Keiner der hochrangigen Kapazitäten hatte auch nur für einen einzigen Augenblick den Mut dazu, sich bei uns einzuloggen. Und doch kennen wir deren Uni-IP, über welche Suchmaschine sie uns besuchten und sogar welchen Bildschirm sie benutzten. Wir haben die Seite wieder vom Netz genommen, denn es wäre Perlen ...

    Um Bruno und das Wissen dieses Mannes in seiner ganzen Tragweite abzuwägen oder auch nur ansatzweise zu analysieren, reicht weder mein Leben alleine und auch nicht das von Benzin und mir zusammen. Eine große Zahl von Menschen müssten viele Jahrzehnte die Thematik durchforsten und dabei – im wahrsten Sinne des Wortes – unzählige Schriften einer genauen Prüfung unterziehen. Es wäre Forschungsarbeit für Generationen. Undurchführbar, unbezahlbar.

    Was uns letztlich dazu bewog, Bruno mit anderen Augen zu sehen, war die umwerfende Erkenntnis, dass er ein Mann war, der in eine Kette von Menschen eingegliedert werden kann (und muss), die vor ca. 5000 Jahren begann und zu der Personen wie Paracelsus oder etwa Newton gehörten. Diese Kette wird von Newton als Goldene Kette bezeichnet. Eine Kette in der Wissen von Generation zu Generation nur ganz bestimmte Personen weitergegeben wurde. Die Frage, warum dieses Wissen geheim gehalten und auf diese Art und Weise weitergegeben wurde, ist einfach zu beantworten. Jeder der damit in Berührung kam, ganze Glaubensrichtungen eingeschlossen, wurden ganz einfach ausgedrückt – umgebracht.

    Aber ich will Sie mit diesen historischen Fakten nicht langweilen und deshalb zur Sache kommen.

    Sie beginnen den Teil, der mich persönlich betrifft mit der Frage: „GROSSE DENKER AUF DEN SCHEITERHAUFEN?“

    Leider ist es so, dass auch heute noch große Denker an den Pranger und auf den Scheiterhaufen gestellt werden.
    Sie schreiben auf mich bezogen: „Dass Sie den „Disput lieben“, finde ich gut.
    Ehrlich gesagt ich auch. Aber jeder Jesuitenschüler wird in diese Rolle hineingedrängt. Schläge und allerhärteste Bestrafung war in meiner Schulzeit an der Tagesordnung.
    Sie schreiben auf den Disput bezogen: „Ich merke davon aber nichts.“
    Meines Wissens bedeutet Disput so viel wie „Streitgespräch“, „Meinungsverschiedenheit“ oder etwa „Divergenz“. Wollen Sie sagen wir streiten nicht? Wollen Sie ernsthaft behaupten wir wären einer Meinung? Wollen Sie wirklich andeuten, in unseren Meinung bestünde keine Divergenz? Nun ich sehe einen Disput! Und sie merken wirklich nichts davon?
    Sie schreiben auf mich bezogen: „Sie tun nach Kräften das, was sie mir vorwerfen, nämlich ad hominem zu argumentieren, nicht ad rem.“
    Ich bin weit davon entfernt ad hominem zu demonstrieren und schon gar nicht auf ihrer Stufe zu argumentieren. Denn, wie jeder nachvollziehbar lesen kann, ich passe meine Argumente nicht für einen einzigen Augenblick ihrer Bewusstseinslage an. Die ist mit ehrlich gesagt vollkommen gleichgültig. Darüber können wir, womit alleine dadurch a priori bewiesen wäre das wir uns in einem Disput befinden, ad infinitum streiten. So weit ich sehe, gehe ich auf jeden Satz von ihnen direkt ein.
    Sie schreiben: „Das sei ihnen erlaubt, schließlich habe ich mir mit Ihnen auch einen Scherz erlaubt.“
    Verstehe ich Sie richtig: Sie finden es als Scherz, einen Autor und einen Verleger in der öffentlichen Meinung herabzusetzen.
    Nur um meine Position klar zustellen: Ich scherze nicht mit Bruno und ich scherze nicht über Sie. Und ich scherze vor allem nicht über ein Wissen, welches unzählige Menschen von Krankheit und Hunger befreien könnte. Und ich scherze schon gar nicht über ein Wissen, welches bekannt ist, totgeschwiegen wird und für das viele Menschen in den letzten Jahrhunderten getötet wurden.
    Sie schreiben: „Nur möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass Sie in Ihrer Darstellung Ihre Opferrolle übertreiben.“
    Mag sein, dass ich dies tue. Aber ich habe etwas gegen Menschen, die aufgrund ihres Studiums glauben etwas besseres zu sein und einen Verlag als „Besserwisserverlag“ betiteln, weil man mit der Meinung der Autoren, die darin verlegt werden, nicht konform geht.
    Sie schreiben: „Wenn Sie gleich einleitend in ihren Kommentar feststellen, dass „schon Bruno“ sich mit Menschen herumschlagen musste, „die gegen seine Meinung waren und ständig unsachliche und argumentationslose Schmähschriften gegen diesen großen Denker verfassten.“
    Wir können wieder sehr lange darüber diskutieren, was ein großer Denker ist. Bruno war einer. Dies ist Fakt. Und er wurde einer ganzen Reihe von Schmähungen ausgesetzt. Aber sie unterliegen einem typischen circulus vitiosus, wenn sie vermuten oder gar voraussetzen, wir würden uns in eine Reihe von großen Denkern stellen. Wir haben lediglich verschollenes ans Tageslicht geholt.
    Sie zitieren mich und folgern: „Als die nicht mehr fruchteten, wurde er gefoltert, inhaftiert und schließlich verbrannt.“ Sie stellen ganz richtig fest, dass man „uns nicht mehr verbrennen kann“, aber das verdeckt kaum die Implikation in ihrer Feststellung, dass man Sie trotzdem verbrennen wollte, wenn man könnte. Das ist lächerlich. Sie mögen sich verfolgt fühlen und nicht anerkannt von der akademischen Philosophie, das weiß ich nicht und kann es aus der Vehemenz Ihrer Antwort nur erahnen.“
    Hier stimme ich Ihnen zu!

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  7. Lieber Herr Dr. Eberhardt,

    da geistige Schnellschüsse nicht mein Ding sind, habe ich die Diskussionen um mein Buch „Giordano Bruno und die okkulte Philosophie der Renaissance“ in Ihrem Forum erst einmal ein paar Tage beobachtet.
    Auch wenn Sie inzwischen einige Dinge etwas relativiert haben, so muß ich noch zu Ihrem ersten Posting Stellung beziehen, insbesondere, da Sie ja immer wieder darauf zurückkommen: „Da habe ich mich über das Buch im Ancient Mail Verlag lustig gemacht und damit gleich einen neuen Leser gewonnen!“ (16.2.06) - „Am 27.1. hatte ich mich über ein Buch aus dem Ancient Mail-Verlag lustig gemacht.“ (4.3.06)

    Ihre Lust am Lustigmachen in allen Ehren (zu den psychologischen Hintergründen empfehle ich einmal die Dissertation meines ehemaligen Tutors zu lesen: Dieter Hörhammer, „Die Formation des literarischen Humors: ein psychoanalytischer Beitrag zur bürgerlichen Subjektivität“, Konstanz 1982) – aber mir ging es bei der Abfassung meiner Arbeit um durchaus ernste und ernstzunehmende Dinge. Dass bei dem doch ungewöhnlichen Sujet dabei die Gefahr bestand, sich der Lächerlichkeit preiszugeben, habe ich bereits mit dem der Arbeit vorangestellten Motto bekundet (und im weiteren Verlauf nicht nur einmal wieder aufgegriffen!):
    „Die vorgelegte Arbeit möchte ich unter ein Motto stellen, das auch die beiden großen Vertreter des Phantastischen Realismus, Louis Pauwels und Jacques Bergier, bereits 1960 für Ihr Werk Aufbruch ins dritte Jahrtausend in Anspruch genommen haben:

    “Es war nur unsere Absicht, die größtmögliche Anzahl nicht vernunftwidriger Hypothesen vorzulegen. Viele von ihnen mögen widerlegt und verworfen werden. Wenn jedoch einige davon bisher verborgene Türen zu neuen Forschungen aufgestoßen haben sollten, so haben wir uns nicht sinnlos der Gefahr ausgesetzt, uns lächerlich zu machen.”

    Nach einer ersten Einschätzung von Seiten eines promovierten Genetikers, der mir bestätigt hat, dass die Darstellung der biologischen Sachverhalte und genetischen Abläufe in meinem Buch "Giordano Bruno und die okkulte Philosophie der Renaissance" völlig korrekt sei (wobei zur Einordnung Brunos in die Geschichte der Naturwissenschaften allerdings noch nichts gesagt ist), haben nun Sie als erster Fachphilosoph mehrmals in zum Teil polemischen und herabsetzenden Analysen zu meiner Arbeit Stellung genommen.
    Wer mein Buch gelesen hat, dem werden meine (begründeten) Spitzen gegen die universitäre Philosophie und ihre gescheiterte Interpretation von Brunos Gesamtwerk nicht entgangen sein. Eingehend lege ich dar, warum die Fachphilosophie scheitern mußte, da sie allein ihre Vorstellungen vom wissenschaftlichen Kenntnisstand in Brunos Epoche ihrer Interpretation zu Grunde legt. Dabei ist mancher Fachphilosoph gefangen in seinem Paradigma von der linearen Entwicklung des Wissens. Was es damals nach seiner Vorstellung nicht gegeben haben kann, das gab es dann auch nicht. Wer von einer linearen, evolutionistischen Entwicklung des Wissens ausgeht, kann sich die in meiner Arbeit aufgeworfenen Fragen nicht beantworten.
    Zunächst aber geht es einmal darum, aufzuzeigen, dass das in der okkulten Philosophie der Renaissance zum Ausdruck gebrachte Wissen nicht den heute vorherrschenden Vorstellungen von einer linearen Entwicklung der Naturwissenschaften entspricht. Die Gründe dafür habe ich in meinem Buch dargelegt und mit 177 Referenzen sauber belegt. Es gibt keine obskuren Quellen, alles ist in einer guten Universitätsbibliothek oder mittels Fernleihe einsehbar. Es werden keine neuen Quellen erschlossen, aber es werden völlig neue Fragen an die alten herangetragen und die Quellen in einen neuen Kontext gestellt. Das gebe ich auch offen zu, wenn ich schreibe: „Niemand würde auf die Idee kommen, ein 441 Jahre altes Buch mit den Erkenntnissen unserer Zeit zu interpretieren. Erst wenn man den Schlüssel “Genetisches Wissen in Altertum, Mittelalter und früher Neuzeit” auf die alten Texte anwendet, dann beginnen sie ihre Erkenntnisse zu offenbaren.“

    Weitere Recherchen haben inzwischen ergeben, dass Giordano Bruno die 1866 durch Ernst Haeckel aufgestellte biogenetische Grundregel, "Die Ontogenese ist eine verkürzte Rekapitulation der Phylogenese" (Individualentwicklung eines jeden Lebewesens ist eine kurze Wiederholung seiner Stammesentwicklung), bereits in seinem Werk "Vom dreifach Kleinsten und vom Maß" (1591) ausgearbeitet hatte. Haeckel kannte nicht nur, ebenso wie Goethe, die Schriften Brunos sehr genau, er hat auch im Jahr 1900 für die Druckausgabe von Otto Borngräbers Bruno-Drama "Das neue Jahrhundert" ein engagiertes Vorwort verfaßt. Der Wiener Physik-Professor und Herausgeber der Schriften von Ernst Bloch, Burkhart Schmidt, schreibt inzwischen sogar offen darüber, dass er die Grundlagen von Einsteins Relativitätstheorie in Brunos kosmologischen Dialogen wiedererkannt habe. - Giordano Brunos Bedeutung für die Entwicklung des modernen naturwissenschaftlichen Weltbildes ist dabei bis heute nahezu unbekannt. Der "Aufbruch ins dritte Jahrtausend" läßt bezogen auf manche Philosophen und ihr Verständnis der okkulten Philosophie der Renaissance offenbar weiter auf sich warten.

    Nun zu Ihren Bemerkungen, die geradewegs der „Eristischen Dialektik“ Schopenhauers entnommen sein könnten. Einer kleinen Gelegenheitsschrift, in der zahlreiche böse „Kunstgriffe“ dargestellt werden, mit denen man in einem philosophischen Diskurs „obsiegt“ – natürlich, so bemerkt Schopenhauer, nicht um sie selbst anzuwenden, sondern um sich vor den Angriffen wappnen zu können. Da geht es dann nicht um die Sache, sondern um die Person des Autors, seine akademische Position, seine Zugehörigkeit zu Institutionen, usw. – Ganz ehrlich Herr Dr. Eberhardt, ich habe eigentlich noch nie gesehen, dass man das Pferd dermaßen von Hinten aufzäumt, wie Sie es in Ihrer vermeintlichen „Satire“ tun. Was haben Verlag, Verlagsname, andere Publikationen in diesem Verlag, mein akademischer Grad, meine berufliche Stellung und meine Vereinsmitgliedschaft mit dem Inhalt meiner Arbeit zu tun? Bislang bin ich immer davon ausgegangen, dass eine Rezension werkimmanent zu erfolgen hat. Und dann, nach dem Griff in Schopenhauers Grabbelkiste, reißen Sie eine Textpassage meiner Arbeit völlig aus dem Zusammenhang, ohne auch nur eines meiner Indizien aus dem Textzusammenhang zu zitieren und zu diskutieren (gut, dass dies dann im neuesten Posting noch erfolgt ist – nach mahnenden Worten anderer Leserinnen und Leser Ihres Blogs). Giordano Bruno schimpfte mit Recht über diejenigen Anhänger des Peripatos, die eher die Antwort auf die Frage „wie viele Zähne hat ein Pferd“? in den Schriften des Aristoteles gesucht haben, anstatt einfach dem Pferd ins Maul zu schauen. Eine inhaltliche Erörterung meiner Arbeit ist notwendig, nicht eine Ausleuchtung meines gesellschaftlichen Umfeldes.

    Lieber Herr Dr. Eberhardt, da auch meine Freizeit bei einer 41-Stunden-Woche begrenzt ist, möchte ich Ihnen bis zur Replik auf Ihr neuestes Posting (das mich wieder ein wenig mit Ihrer unnötigen Polemik an dieser Stelle versöhnt), eine Analyse Giordano Brunos aus dem Jahr 1584 über den Umgang mit manchen Philosophen mit auf den Weg geben, die hier recht gut zu passen scheint:
    "Allerdings sind einige so umsichtig, daß sie, ohne sich eine Blöße zu geben, durch ein hämisches Lächeln, durch ein Kichern, durch eine gewisse harmlose Boshaftigkeit, das, was sie nicht imstande waren, mit Gründen zu beweisen, und was sie nicht einmal sich selbst einreden können, mit solchen kleinen Kunstgriffen höflicher Verachtung die Ignoranz, die in jedem anderen Falle offenbar würde, nicht nur bei sich verdecken, sondern sie dem Gegner anlasten wollen; denn sie kommen nicht zum Disputieren, um die Wahrheit zu finden oder zu suchen, sondern um des Sieges willen, und um gelehrter zu scheinen und als eifrigere Verfechter des Gegenteils. Ihresgleichen muß meiden, wer nicht mit viel Geduld gewappnet ist." –

    Ich jedenfalls habe mich bereits für den weiteren Diskurs gewappnet.

    Damit hoffentlich genug der philosophischen Spitzen und des Sich-Lustig-machens, das nächste Mal kommen wir zur Sache. – Ad rem, ad rem, ad fontes, ad fontes!

    Herzlicher Sonntagsgruß nach Erlangen

    Nicolas Benzin

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  8. Anonym18/3/06

    Türlich gibt es immer jemanden, der sich selbst und mit Vorliebe die akad. Philosophie in den Arsch fickt; weil es die Schulweisheit ihn glauben macht: Mindfuck! .... und letzten Endes nur Worthülsen sein Ego zu füttern vergen ...

    ... türlich, türlich.

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  9. Das Schöne an den Kommentaren ist, dass die Kommentierer so erkennbar sind wie der Blog-Betreiber. Kräftige Worte kann gebrauchen, wer's nötig hat oder sich anders nicht auszudrücken vermag. Aber in meinem Blog: nicht anonym.

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  10. Anonym1/12/07

    Pantheismus und Pandeismus, Monismus und Dualismus: alles dies sind in Wirklichkeit nur verschiedene Formen des Gottschauens, verschiedene Beleuchtungsarten des Grundbegriffes, nämlich des Höchsten, von dem aus die verschiedenen Strahlungen in die Menschenseele sich hineinsenken und hier ein Spiegelbild projizieren, dessen Wahrnehmung die charakteriologische Eigenart des Einzelindividuums, die durch zeitliches, familiäres und soziologisches Milieu bedingte Auffassungsgabe vermittelt.

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  11. Das versteh ich nicht.

    Also das Höchste. Von dem gehen Strahlen (Metapher!) aus, die im Menschen ein Bild produzieren. Und dieses Bild ist durch die "charakteriologische Eigenart des Einzelindividuums" verzerrt? Für mich fehlt in dem Satz irgendwo entweder ein Verb oder ein Komma. Letzteres, falls die "bedingte Auffassungsgabe" eine Apposition zur Eigenart ist, ersteres, wenn sie's nicht ist.

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