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17 Juni 2007

11 Jahrhunderte Bulgarische Philosophie

Die Bulgarische Akademie der Wissenschaften veröffentlichte 1973 Eleven centuries of Bulgarian philosophical thought (hg. von Michail D. Buchvarov, Sofia) -- ich hätte gar nicht gedacht, dass es da so viel "philosophical thought" gegeben hat, dass man ein Buch damit füllen kann. Die letzten 80 von 180 Seiten gehören dem zwanzigsten Jahrhundert und damit dem Marxismus-Leninismus; erst davor wird es interessant (für den Rückwärtsleser). Natürlich dominiert auch hier in der Darstellung die kommunistische Perspektive; die Positionen werden dann z.B. "burgeois" genannt, als wenn das schon eine hinreichende Erläuterung wäre.
Im Mittelalter sind sie jedenfalls stolz auf die Heiligen Methodius und Cyril: letzterer gilt ja auch als Erfinder der Kyrillischen Schrift, wenn ich recht sehe. "Their general theoretical activity gives proof that Bulgarian philosophical thought at that time was not lagging biehind the development of medieval culture, but had in its own way lost not time in joining it." Das Buch enthält auch eine Bibliographie der Hauptwerke, aber während es selbst in Englisch ist, sind diese es natürlich nicht, wie auch die meisten Quellenangaben in Fußnoten, was die Lektüre ein wenig erschwert.
Eine Ausnahme gibt es. Es gab in der Bulgarischen Philosophie offenbar eine Periode des "Rehmkeismus": "The sorce of Bulgarian Rehmkeism is the conceptions of the German philosopher Johannes Rehmke (1848-1930), professor of philosophy at Greifswald." Schon mal gehört?

1 Kommentar:

  1. Bestimmt gab es im Sofia der 20er Jahre Herren in schwarzen Zylindern, die sich duelliert hätten über die Rolle des Rehmkeismus im Feld der Wissenschaften. Und heute gibt es nur noch einen kleinen Eintrag im biographisch-bibliographischen Kirchenlexikon. Tragisch. Dabei hatte der Rehmkeismus so viele interessante Thesen auf Lager über den vierfachen Gegensatz, der sich durch alles Gegebene zieht.

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