blogoscoop

15 Juni 2006

Francis Bacon und die Religion

Francis Bacon ist einer der großen Vorläufer der Aufklärung -- sagte schon die Aufklärung. Dass man über Bacons Eintreten für die Erfahrung, die Naturwissenschaften, das Weltliche, seinen Gebrauch religiöser Themen und Bilder nicht übersehen dürfe, meint Stephen A. McKnight in seinem Buch The religious foundations of Francis Bacon's thought (Columbia : University of Missouri Press, 2006). McKnight sucht zu zeigen, dass gerade Bacons Vorstellung der Reform und Weiterentwicklung von jüdisch-christlichen, sprich: religiösen Konzepten zehrt. Der Autor breitet seine Gelehrsamkeit in gut lesbarem Stil aus; man merkt dem Buch an, dass McKnight in der besprochenen Zeit sozusagen zu Hause ist. Mit dem New Organon und dem New Atlantis -- gerade Bacons utopische Vorstellungen hätten religiösen Hintergrund -- werden die bekanntesten Schriften Bacons einer genaueren Untersuchung unterzogen.

Gefällig ist auch, sieht man vom lila des Leinenumschlags ab, die Aufmachung des Buches, insbesondere der Schriftsatz. Die Kapitelüberschriften sind in Old English gehalten -- historisch nicht so hundertprozentig korrekt, da erst um 1760 entstanden, aber doch dem Text eine gewisse Stimmung mitgebend.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen