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09 Februar 2009

Die bereuende Magdalena

Maria Maistrini hat einen Aufsatzband veröffentlicht, Filosofia, verità, felicità (Rom: Aracne, 2008). Besonders gefällt mir das ausgesuchte Titelbild:

Mit welcher Gedankenverlorenheit das Mädchen den Schädel auf dem Schoß hält und sinnend in die Kerze blickt!

Der Umschlag sagt, dass dies ein Bild von Georges de la Tour ist, "Maddalena penitente", die büßende Magdalena. Spannend finde ich, dass der Maler dasselbe Motiv noch mindestens zweimal gemalt hat:


Schade, dass ich nicht weiß, in welcher Reihenfolge, die Bilder entstanden sind. Mir gefällt es zu denken, dass für den Maler das Motiv immer dunkler wurde.

Zeigt das Bild "Philosophie, Wahrheit, Glück"? Da der Titel des Bildes sagt, dass wir hier Buße sehen, lässt das wohl darauf schließen, dass der Weg zum Glück und zur Wahrheit über die Buße führt...

Kommentare:

  1. Christoph10/2/09

    Wie gut, dass ich neben Philosophie auch Kunstgeschichte studiere ;) Ohne Quellenangabe behaupte ich, dass das dritte, dunkelste Bild vor den beiden anderen enstanden ist. Erinnere mich schwach an eine Vorlesung über barocke Malerei.
    Das sogenannte chiaro/scuro (hell/dunkel) war im Barock ein beliebtes Stilmittel, wunderbare Anwendung fand es zum Bsp. bei Caravaggio - de la Tour mochte vor allem die Modellierung durch Kerzenlicht, vll sah er sich beim ersten Bild noch nicht im Stande, eine Flamme realistisch abzubilden? ;)

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  2. Danke für die Anmerkung. Wieder was gelernt! Ich habe Chiaroscuro bisher nur mit den aufgemalten Stukkaturen in Verbindung gebracht, soll heißen: mit dem Versuch, die Illusion echter Stukkatur zu erzeugen durch gemalte Schatten.

    Das Bild mit der deutlichen Kerze (sogar deren Rückseite im Spiegel) finde ich am wenigsten berührend: also interessiert mich wohl am wenigsten das, was dem Maler selbst am wichtigsten war?

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