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05 September 2006

Medientheorie der Aufklärung

Georg Stanitzek und Hartmut Winkler haben ein Kuriosum ausgegraben: die Fragmente über den Ideenumlauf des Auklärers Josias Ludwig Gosch, 1789 in Kopenhagen erschienen. Gosch ist so unbekannt, dass von ihm weder Wikipedia noch der aktuelle Brockhaus etwas wissen. Das Vorwort immerhin erläutert ihn als "schillernde Figur", und die nun im neu gesetzten Nachdruck vorliegenden Fragmente seien "in mehrerer Hinsicht von großem Interesse": als Quelle für das Medienverständnis der Aufklärung ebenso wie als ein neuentdeckter Klassiker mit durchaus modernen Ansätzen. Der Blick auf die Zirkulation der Ideen, für Gosch die Voraussetzung für ihre "ewige Dauer", ist in einer Zeit, die mehr den Ideen selbst zugewandt ist, jedenfalls etwas Originelles!

Kommentare:

  1. Das Problem ist, dass die Theorien der Memetik innerhalb der Medientheorie nie anerkannt und nie im großen Rahmen diskutiert wurden. Unwissenschaftlich, außerdem nicht auf einen Autor zurückzuführen, keine echten Medientheoretiker die Erfinder, also so geht das ja nun gar nicht.
    Dummerweise bietet diese Theorie genau das, was die heutige Medientheorie nicht zu leisten vermag: Antworten zu geben auf das Internet, auf Blogs, auf Smartmobs etc.
    Jetzt sitzen Sie alle in der Scheiße. Was macht man also? Nun, wenn die Memetheorie stimmt, dann muss es doch unverdächtige Vorläufer geben.... mal ganz tief graben... AHHHHHH

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  2. Gosch und Memetik bedienen sich eines ähnlichen bildspendenden Fundus. Das Konzept der "Zirkulazion" ist, glaubt man dem Vorwort, der aufklärerischen Vorstellung des Blutkreislaufs entnommen, die Memtheorie wird von der Evolutionslehre befeuert. In beiden bedarf es, scheint's, der Subjekte nurmehr als Träger von Ideen respektive Ideenpumpen.

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